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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 30. März 2019

(zum Bild: Facebook löscht 200 Konten von Duterte-Befürworter)

 

Tagesanbruch – Der Aufmacher des “Standard” sieht – einer Formulierung von Praesident Rodrigo Roa Duterte in seiner gestrigen Ansprache folgend – einen “neuen Tag fuer Moro-Land anbrechen”. Der Traum vom friedlichen Mindanao scheint sich also nach und nach zu verwirklichen. Nun habe ich ueber das Thema oft genug geschrieben, sodass ich mich heute kurz fassen kann. Die BTA (Bangsamoro Transition Authority) nahm gestern ihre Arbeit auf, und die beginnt gleich mit zwei Dingen.

Das eine ist die Entwaffnung der MILF (Moro Islamic Liberation Front). Bangsamoro darf keine eigene Armee haben – es kann nur eine geben, die AFP (Armed Forces of the Philippines) – und daher muessen sie ihre Waffen niederlegen. Die AFP hat Angebote zur Uebernahme von Kaempfern gemacht und bei Marawi mit ihnen zusammengearbeitet, doch dies hat geordnet und in Gaenze zu geschehen. Chief Minister Murad Ebrahim versicherte, dass die MILF eine komplette Liste der Kaempfer und Waffen an die internationale Einheit zur Ueberwachung der Dekommissionierung uebersandt hat.

Das andere ist die Verstaendigung mit Nur Misuari, der eine Extra-Wurst will: den Foederalismus, sonst zoege er in den Krieg. Das mit dem Krieg wurde von anderen Sprechern der MNLF (Moro National Liberation Front) zwischenzeitlich schon entschaerft, aber irgendein Schmankerl muss man finden, will man die stoerrischen Brueder einbinden. Duterte: “Mag sein in gegebener Zeit und mit Gebeten an Allah, koennen wir den westlichen Part zurechtbiegen, und ich hoffe mit unserem Bruder Nur auf der westlichen Seite zu sprechen. Ich bete fuer den Erfolg und die Fuehrung Allahs bei unseren Bemuehungen.

 



 

Verplappert… – …hat sich die Gouverneurin von Antique, Rhodora Cadiao, als sie sich bei Senatorin Loren Legarda – die ihre zwei Amtszeiten als Senatorin hinter sich hat und nun fuer den dortigen Sitz im Haus kandidiert – dafuer bedankte, dass die im Haushalt 2019 der Provinz Antique 5 Mrd Peso zugeschustert haette. Damit macht der “Tribune” heute exklusiv auf, und damit ist “pork” also schon im Haushalt, bevor Duterte ihn unterschrieben hat – ob er sich das jetzt noch traut?

Natuerlich rudern alle gleich zurueck, es handle sich um “wishful thinking”. Doch Reporter, die Cadiaos Rede aufgezeichnet haben, haben das gar nicht als Wunschdenken verstanden.

 



 

Seefahrt ist not!”… – …hatte ich letzten Dienstag Gorch Fock schon mal zitiert, als es um die Gueltigkeit der Patente der philippinischen Seeleute ging. Heute hat die “Times” das Thema mit einem Anreiszer auf der Titelseite wieder drauf. Die Zahl der philippinischen Seeleute in der internationalen Berufs-Schiffahrt ist im Jahr 2018 auf 337 Tsd gesunken von 449 Tsd in 2017. Das macht sich finanziell bemerkbar, wie der Praesident eines Seeleute-Verbandes meint, denn die ueber 400 Tsd ueberwiesen 5,8 Mrd US-Dollar nach Haus. Rechnet man prozentual auf nun 337 Tsd – ein Viertel weniger – herunter, dann bleiben da nur 4,3 Mrd US-Dollar fuer zu Haus. Die Filipinos sind zu teuer. Im Schnitt kostet ein ausgebildeter philippinischer Seeman 1000 $ pro Monat. Einen indonesischen Seemann bekommt man schon fuer 600 bis 800 $. Den Markt fuer Seeleute beherrschen China, die Philippinen, Indonesien, Russland und die Ukraine.

 



 

Wurst wider Wurst – “Rappler”-Chefin Maria Ressa wurde gestern frueh auf dem NAIA-Flughafen festgenommen wegen der illegalen Ausgabe von Anteilen an Omidyar Network, wie ich Donnerstag unter der Ueberschrift “Mehr Aerger mit ‘Rappler’” schrieb. Sie hinterlegte spaeter 90 Tsd Peso Kaution und konnte gehen. Ihre mitangeklagten Kollegen hatten bereits Kaution hinterlegt. Da Ressa in den USA war, konnte sie das nicht, und so kam es zu diesem Zwischenspiel.

Als ich gestern Mittag durchs TV zappte, kam in dem australischen News-Kanal “ABC” eine Meldung zur Ressa-Verhaftung mit Live-Interview mit einer “Rappler”-Reporterin in Manila, und natuerlich gab es einen Bericht in der “News Night” bei “CNNPhil” und in dem “State of the Nation” bei “GMANews”. Meldungen dazu fand ich heute in der “Straits Times”, “South China Morning Post”, “Bangkok Post”, “New York Times”, “Washington Post”, “Zeit”, “Spiegel” und “Neue Zuercher Zeitung” – die Welt weiz also nun, ich zitiere die “Zeit”, wie es Ressa ergeht: “Ich werde wie eine Kriminelle behandelt, obwohl mein einziges Verbrechen ist, eine unabhaengige Journalistin zu sein.

Dazu passt die Meldung, dass Facebook 200 Seiten, Gruppen, Accounts auf Facebook und Instagram geloescht hat – darunter “Bong Go Supporters”, “Duterte Warriors” und “Kuya Sonny Angara” – die von dem Duterte-Unterstuetzer Nic Gabunada betrieben werden. Das habe nichts mit den Inhalten zu tun, versichert Nathaniel Gleicher, Facebook-Chef fuer Cyber-Security. Die Seiten befassen sich mit lokalen und politischen Nachrichten, den anstehenden Wahlen, Kandidaten und dem Fehlverhalten der Opposition und Misslichkeiten der Vorgaenger-Regierung, doch das sei alles nicht interessant, es ginge einzig und allein um deren “coordinated inauthentic behavior”, d.h. Fake-Accounts und wechselseitige Verweise.

 



 

Einen Artikel zu der Facebook-Masznahme gab es auch in der “Straits Times”, und ich moechte ja gern glauben, dass es dabei nur um Fake-Accounts und Kartell-Verweise geht, bei denen man sich also wechselseitig verlinkt, sodass jeder im Kartell einen Loeffel von der Klick-Suppe abbekommt. Nur faellt mir auf, seit Facebook “Rappler” als “Aufsichts-Polizei fuer die Philippinen” eingesetzt hat, dass immer nur pro-Duterte-Seiten entdeckt werden, die sich nicht an die gewuenschte Etikette des “authentic behavior” halten. Doch kann man Facebook da wohl kaum Absicht unterstellen, denn Mark Zuckerberg ist ein ehrenwerter Mann, ueber jeden Verdacht erhaben, wie Caesars Frau.

Da “Caesars Frau” nicht jedem ein Begriff sein koennte, hier, was die “Wikipedia” dazu weisz: “Nach dem Tod seiner ersten Frau Cornelia heiratete Caesar Pompeia. … Die Ehe endete in Folge des Bona-Dea-Skandals 62/61 v. Chr. Caesar war seit 63 v. Chr. Pontifex maximus und in seinem Haus wurden am 4. Dezember 62 v. Chr. die Mysterien zu Ehren der Bona Dea [Gute Goettin] abgehalten, bei denen Maener nicht zugelassen waren. Als sich Publius Clodius Pulcher in Frauenkleidern in die Versammlung schlich und entdeckt wurde, kam das Geruecht auf, Pompeia habe ein Verhaeltnis mit ihm gehabt. Obwohl Caesar selbst dieses Geruecht offiziell nicht bestaetigte, schied er sich von Pompeia, weil nach seiner Aussage seine Frau ueber jeden Verdacht erhaben sein muesse.

Und da wir schon bei den Klassikern sind, die in den englischen Blaettern, die ich lese, immer wieder auftauchen, dann auch etwas zur Wendung “ist ein ehrenwerter Mann”. Die stammt aus der Rede des Mark Anton in Shakespeares Drama “Julius Caesar”, der sich nach Caesars Ermordung an das Roemische Volk wendet und den Brutus solange fuer dies und das preist und je mit der Wendung “for Brutus is an honorable man ~ denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann” abschlieszt, bis auch dem Letzten klar ist, dass Brutus genau das nicht ist.

 



 

Ein Masz fuer Recht und Ordnung – Fragt man einen Intellektuellen, was unter “Recht und Ordnung” zu verstehen sei, bekommt man einen Vortrag ueber drastische Gesetze und harte Polizei-Masznahmen zur Bekaempfung der Kriminalitaet, sodass einem richtig mulmig werden kann.

In seiner Rede letzten Dienstag in Koronadal City, alter Name: Marbel, South Cotabato, gab Praesident Duterte seine Definition: “Ich habe den Polizisten gesagt, das Masz ist, dass ihr Frau und Tochter bittet, herumzugehen in der [Dunkelheit] — wo ihr wohnt in dem Viertel, dort zu spazieren. Und wenn sie unbelaestigt heimkommen, ungestoert, ungehemmt von Problemen, dann ist das der Standard, den ihr verwirklichen sollt.

Duterte ist nicht intellektuell, er ist lebensklug.

 



 

Saysay sa adlaw – Hugot nga gipanghimakak sa kapulisan nga adunay “gun for hire” sa dakbayan. 

hugot strikt, entschieden, nga Verbinder, bakak falsch, luegnerisch, + gi… V/G pass. + …panghi… als falsch befinden, verschliffen zu gipanghimakak als falsch, erlogen befinden, sa kapulisan von der Polizei, aduna ang ~ adunay da sein + best. Art., sa dakbayan in der Stadt

Satz des Tages – Es wurde von der Polizei mit Nachdruck bestritten, dass es Auftragskiller in der Stadt gibt.

(Aus einer “Brigada”-Meldung hier in GenSan vor ein paar Jahren.)

 



Gemaesz “Manila Standard”, “Daily Tribune”, “Manila Times”, “PNA”, “CNNPhil”, “ABC”, “GMANews”, “Manila Bulletin”, “Straits Times”, “South China Morning Post”, “Bangkok Post”, “Zeit”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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