…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 20. März 2019

(zum Bild: Großes Palawer zur Wasserkrise in Manila)

 

Verantwortlichkeit – Der Leitartikel der “Times” befasst sich mit dem Begriff der Verantwortlichkeit am Beispiel des Wassermangels in Manila. So sagte der CEO der Manila Water, er halte sich fuer verantwortlich fuer den Mangel, nur um gleich nach der Anhoerung durch das Haus vor Reportern zu gruebeln, ob sein Ruecktritt den Wassermangel beheben koenne. Nun, die Antwort ist klar: er bleibt im Amt. Wofuer ein sinnloser Ruecktritt?

Aehnliche Ueberlegungen koennte man fuer Haus und Senat anstellen, die mit dem Haushalt 2019 nicht zu Potte kommen. Der Senat will kein gefaelschtes Dokument unterschreiben – naemlich den nach Ratifizierung vom Haus “aufgeteilten” Haushalt – und das Haus will dem Praesidenten keinen verfassungswidrigen Haushalt vorlegen – naemlich den ratifizierten Haushalt, der “lump sums ~ unaufgeteilte Betraege” enthaelt. Das Ganze waere nur laecherlich, wuerde nicht so, wie die “Philippinen Nachrichten” gestuetzt auf den “Daily Tribune” berichten, die von Praesident Rodrigo Roa Duterte durchgesetzte Verdoppelung des Gehalts beim Militaer blockiert. Die Soldaten warten auf das Geld und drohen nun, wenn Schuldeneintreiber zu ihnen kommen, die dann eben zu erschieszen. Das muss man nicht woertlich nehmen, aber es ist schon ein Anzeichen, dass die Leute sauer sind.

 



 

Da stellt sich die Frage nach der Verantwortung genauso wie beim CEO der Manila Water, Ferdinand de la Cruz. Der wird oeffentlich vorgefuehrt, und Manila Water soll Entschaedigungen zahlen, aber was haben Tito Sotto, Ping Lacson, Gloria Arroyo, Ronnie Zamora und Rolando Andaya im Sinn, wenn sie die Verantwortung fuer das Land vor sich herschieben und sich auf unvereinbare Rechtspositionen zurueckziehen? Ich zitierte den Philosophen John Dewey schon mal, der in “Die Oeffentlichkeit und ihre Probleme” den Staat als Summe der Institutionen versteht, welche den Einzelnen von der Sorge um das Gemeinwohl entlasten. Was aber, wenn die Amtstraeger zur Sorge des Einzelnen werden? Soll nun das Volk zuruecktreten?

Ein Beispiel fuer dieses Uebel ist das Road Board, ueber das Senat und Haus letztes Jahr in Streit gerieten. Duterte hatte das Gremium als “Milchkuh der Korruption” bezeichnet, das Gelder an Kongress-Mitglieder verteilte fuer Projekte, aus denen die ihre Kickbacks erhielten. Die Gelder kommen aus der MVUC (Motor Vehicle User’s Charge), und es geht um 45 Mrd Peso. Das Road Board wurde nun per Republic Act No. 11239 aufgeloest und dessen Funktion dem DPWH (Department of Public Works and Highways) zugeordnet. Die Gelder aus der MVUC gehen an das Schatzamt. Praesident Duterte unterschrieb das Gesetz am 8. Februar, es wurde gestern in der “Official Gazette” veroeffentlicht und ist damit in zwei Wochen rechtskraeftig.

So ist eine weitere Quelle der Korruption versiegelt. Es kann nicht sein, dass vom Kongress bewilligte Gelder den Abgeordneten oder Senatoren selbst zur Verfuegung stehen. Das steckt hinter dem Urteil des Obersten Gerichts, das 2013 entschied, das “lump sums” verfassungswidrig seien. Bewilligte Gelder muessen an die Regierung gehen in den Etat eines Ministeriums, dessen Chef dafuer einzustehen und zu zeichnen hat. Und klappt das nicht, dann hat der Verantwortung zu uebernehmen und zu gehen. Tut er das nicht freiwillig, kriegt er den Tritt vom Chef, wenigstens ist das bei Duterte so – der tritt.

 



 

Tut mir leid… – dass ich gestern einen aelteren Eintrag aufgriff und schrieb: “Laut einer Meldung von “ABS-CBN” vom 20. Juli 2018 soll die Kriminalitaets-Rate landesweit von Juli 2016 bis Oktober 2018 um 21 Prozent gesunken sein…” Das ist sichtlich Unfug, denn eine Meldung vom 20. Juli 2018 kann kaum behaupten, dass die Rate “bis Oktober 2018” gesunken sei – muss heiszen “bis Juni 2018”.

Saysay sa adlaw – Sutaon nato og kinsay talawan natong duha. 

suta herausfinden, feststellen + …on Z/M pass. sutaon wird festgestellt, nato ~ kanato Dat/Akk von kita wir (inkl.), og unbest. Artikel, kinsay ~ kinsa ang wer + best. Artikel, talaw feige + …an bildet Substantiv talawan Feigling, natong ~ nato nga duha wir zwei, beide

Satz des Tages – Wir werden feststellen wer von uns beiden der Feigling ist.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Philippinen Nachrichten”, “Manila Bulletin”, “Official Gazette” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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