…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 14. März 2019

(zum Bild: Präsident Rodrigo Duterte und die Menschenrechte)

 

The old is the new”… – …sagt meine Frau, wenn ich frage, was es Neues im Viertel gibt, und da gibt es nichts. Dasselbe koennte man derzeit ueber die Politik sagen. Das Treffen von Praesident Rodrigo Roa Duterte mit Vertretern von Haus und Senat hat dem Haushalt 2019 nicht auf die Spruenge geholfen. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld, dass nichts weitergeht, und jede Seite wohlfuehlt sich dabei im Recht.

In der Politik kommt es aber nicht darauf an, sich im Recht zu suhlen, sondern dass es weitergeht. Und da sticht mir heute die Kolumne von Yen Makabenta in der “Times” ins Auge mit dem Titel “PH withdrawal from ICC an act in the national interest”. Dass Duterte Recht hatte, die Roemischen Vertraege zu kuendigen und damit den International Criminal Court links liegen zu lassen, hab ich schon oefter geschrieben, und so muss ich Makabentas Arugumentation nicht wiederholen. Interessant ist der Bezug zur Nation, den er in Zitaten am Schluss der Kolumne herstellt: “Viele opponierten gegen ICC und Menschenrechthaberei aus dem Grund, dass sie der Souveraenitaet der Nationen und der originalen Menschenrechts-Erklaerung Abbruch tun. Patrick Buchanan, der konservative Kolumnist, hat das vielleicht am besten ausgedrueckt. Er schrieb: ‘Die Geschichte hat immer weider gezeigt, dass die Menschen Treue, Liebe und Verbundenheit niemals Einrichtungen geben die groeszer als die Nation sind. Keine Weltgemeinschaft hat das Vaterland ersetzt. Letztendlich kaempfen und sterben Menschen fuer die Asche ihrer Vaeter und die Tempel ihrer Goetter, nicht fuer irgendeine Neue Welt-Ordnung. Wer wuerde sein Leben schon fuer die Vereinten Nationen geben?’ Es war UN-General-Sekretaer Kofi Annan, der die Vision des ICC kristallisierte als ‘das Versprechen einer universellen Gerechtigkeit’. ‘Das,’ sagte Margaret Thatcher, ‘koenne sich eher in einen Alptraum verwandeln’.

Und als solchen empfindet ihn Duterte, der sich als Praesident eines souveraenen Landes versteht, und wer ihm da reinreden will, beiszt auf Granit.

 



 

Das hat seinen guten Grund, meint Severo Catura, Direktor des Presidential Human Rights Committee Secretariat, und er haelt sich da an die originale Menschenrechts-Erklaerung und nicht an diverse Lobbyisten, die die Menschrechte als Mittel zum Zweck ihrer politischen Absichten einsetzen. Er bezieht sich auf die Kritik der Hohen Kommissarin fuer Menschenrechte bei der UN, Michelle Bachelet, die meint, die Philippinen sollen sich in ihrem Kampf gegen illegale Drogen an internationale Standards des Menschenrechts halten. Hier sei Aufklaerungs-Arbeit noetig. Catura meint: “Die oberste und definierende Verantwortlichkeit des Staates ist, seine Buerger gegen Verletzungen zu schuetzen; solche durch seine Vertreter und umso mehr durch Gesetzlose.” Und hier stehen die Philippinen einfach in einem falschen Licht: “Wir haben gesehen in welchem Ausmasz bestimmte Mechanismen der UN und der EU genutzt werden als Plattform um bestimmte Agendas voran zu treiben, besonders die von Kritikern dieser Regierung.

Ein gutes Beispiel dieser Aufklaerungs-Arbeit waren dabei die Treffen von Vertretern der Regierung und der AFP (Armed Forces of the Philippines), die die EU und Belgien darueber aufklaerten, dass ihre Spenden an kommunistische Terroristen hier gehen. In der Sache haben EU und Belgien nun offiziell eine Dokumentation der Klagen angefordert. Der stellvertretende Stabschef der AFP, Brigadegeneral Antonio Parlade: “Sie wollen dass wir Beweise vorlegen und dann eine formelle Beschwerde einreichen, denn in der Zeit als wir in Europa waren hatten wir das nicht, war nur Aufklaerung. … Das ist also das, was wir im Moment tun, wir konsolidieren unsere Beweise um sie an die Europaeische Union zu schicken, und sobald sie das haben, versprachen sie die Spenden einzustellen.

Dies und die kuerzliche fuenfte Wiederwahl in den UN-Menschenrechts-Rat sind der Beweis, die Philippinen seien zwar “not a perfect state”, aber sie haben eine Erfolgsgeschichte in Schutz und Aufrechterhaltung der originalen Menschenrechte. Es kommt halt darauf an, das besser zu verkaufen und nicht der Opposition allein das Mikrofon zu ueberlassen.

 



 

Tut mir Leid… – …dass ich mich zu Vermutungen habe hinreiszen lassen, als ich vorgestern ueber den Mord an Christine Silawan schrieb. Wenn ein 16-jaehriges Maedel mit Stichwunden tot und von der Huefte abwaerts nackt auf einem verlassenen Grundstueck gefunden wird, dann ist der Gedanke Vergewaltigung naheliegend – sie wurde aber nicht vergewaltigt. Wenn dem Opfer die Gesichtshaut abgezogen wurde, dann ist die Vermutung Shabu-Wahn naheliegend – passt aber nicht zum Befund der Autopsie, die Haeutung mit Entfernung von Zunge, Luft- und Speiseroehre sei “sorgfaeltig und praezise” geschehen und habe “Stunden gedauert”. Wenn der Polizei-Chef sagt, Christine sei kein zufaelliges Opfer, sondern die Taeter seien an ihr “interessiert” gewesen – dann stocher ich jetzt nicht weiter im Nebel moeglicher Motive, Taeter und Tatumstaende herum, sondern warte, was die Polizei findet. Mein Vorstellungsvermoegen ist bei diesem Fall ueberfordert.

Ich will mir Muehe geben kuenftig weniger zu rapplern, sondern mich mehr an Fakten zu halten.

 



 

Saysay sa adlaw – “Unsay ilang giawayan?” “Bahin sa ilang yuta.” 

unsa ang ~ unsay was das, ila nga ~ ilang Gen, von sila sie + Verbinder, away streiten + gi…an V/G pass. giawayan sind im Streit, zerstritten ~ worueber streiten sie?

bahin um, ueber, sa von, ilang yuta ihr Land, Grundbesitz ~ ueber ihr Land.

Satz des Tages – “Worueber streiten sie?” “Ueber ihr Land.”

 



 

Gemaesz “Philippine News Agency”, “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Philippine Star” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.