…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 09. März 2019

(zum Bild: Sind die UN-Menschenrechtskommission und das ICC Abstellplätze für nicht mehr benötigte Politiker?)

 

Manila Times – Ich schrieb darueber bereits am Mittwoch nach einem Artikel des “Bulletin”, und die Information ist jetzt in der “Times” angekommen. Die EU und Belgien werden NGOs (Non Government Organisations) in den Philippinen untersuchen, ob Gelder, gedacht als Hilfe fuer Indigene Voelker und andere Randgruppen, an CPP (Communist Party of the Philippines) und deren NPA (New People’s Army) gehen. Als Lektuere dazu ist die gestrige Kolumne von Rigoberto Tiglao in der “Times” zu empfehlen: “Communists here have always relied on foreign funds”.

Manila Standard – Der Aufmacher des “Standard” ist wohl ein Nachklapp zu dem Hinweis des malaysischen Premiers Mahathir Mohamad, nicht zu viele Auslaender ins Land zu lassen und titelt “No work visa, no job for aliens”. Die bisherige Praxis, mit der eine Menge Chinese hier zu Arbeit kamen, ist wohl, mit einem Touristen-Visum einzureisen und sich dann eine AEP (Alien Employment Permit) von DOLE (Department of Labor and Employment) oder eine besondere Arbeitserlaubnis beim BI (Bureau of Immigration) zu holen. Dies soll nicht mehr moeglich sein. Um kuenftig arbeiten zu koennen, muessen Auslaender bei den philippinischen Botschaften ihres Heimat-Landes ein Arbeits-Visum beantragen.

Manila Bulletin – Das “Bulletin” stellt die Wut von Praesident Rodrigo Roa Duterte angesichts der Korruption in der Regierung in den Vordergrund. Duterte schwoert, damit fertig zu werden, und dazu passend hat er den General Manager des PCSO (Philippine Charity Sweepstakes Office) Alexander Balutan gefeuert, ein pensionierter Marine Admiral. Mit seinem Konzept, Militaers in die Regierung zu uebernehmen, landet Duterte auch nicht nur Treffer.

Daily Tribune – Der “Tribune” macht zwar mit einem anderen Thema auf – Inday Sara bietet sich an, selbst allein mit “Otso Diretso” zu diskutieren – doch mich interessiert ein Artikel, nach dem Malacañang sich gegen die Kritik der Michelle Bachelet verwahrt, die meint, die Philippinen sollen sich in ihrem Kampf gegen illegale Drogen an internationale Standards des Menschenrechts halten. Bachelet war zweimal Praesidentin von Chile und ist seit September 2018 Hohe Kommissarin fuer Menschenrechte bei der UN, also Nachfolgerin des unsaeglichen Zeid Ra’ad Al Hussein, der der Meinung war Duterte solle “psychiatrisch untersucht” werden. Der Sprecher des Praesidenten Salvador Panelo kreidet ihr an, dass sie auch diese Fake News von 27 Tsd Toten des Drogenkrieges zitiert, statt der offiziellen Zahl von 5 Tsd. Er meint: “Dass Aussagen dieser Art, die bis auf den heutigen Tag andauern, ein Alarmzeichen sein sollten fuer alle betroffenen Staaten, weil dies das Ausmasz widerspiegelt, in welchem die UN als Sprachrohr von politischen Interessengruppen benutzt wird. Mit diesen Aktionen haben diese Gruppen die Integritaet der UN befleckt.

 



 

CNNPhil – In dem Zusammenhang ist interessant, dass der philippinische Zweig des US-Senders “CNN” gestern in der “News Night” von Pia Hontiveros einen laengeren Beitrag zu dem noch nicht anhaengigen Verfahren gegen Praesident Duterte beim ICC (International Criminal Court) brachte. Am 16. Maerz laeuft die Karenzzeit der Kuendigung aus, ab 17. Maerz sind die Philippinen kein Mitglied mehr, dann kann kein Verfahren mehr eingeleitet werden – das muesste vorher geschehen. Man wies darauf hin, dass ein Verfahren gegen Uganda zwei Tage vor Ablauf der Frist eingeleitet wurde. In dem Bericht kamen die “dramatis personae” noch einmal ins Bild: Edgar Matobato, Moerder, ein Zeuge, der nie mit Duterte gesprochen hat, Arthur Lascanas, angeblich Chef des DDS (Davao Death Squad), der zunaechst schwor, das Matobato luegt, und spaeter meinte, dass alles wahr sei und sich ins Ausland absetzte, Senator Antonio Trillanes, der seit der Wahl Dutertes dem ans Leder will, der Abgeordnete Gary Alejano, der gegen Duterte ein Amtsenthebungs-Verfahren beantragte, welches scheiterte, und Jude Sabio, Anwalt des Edgar Matobato, der in dessen Namen Klage beim ICC einreichte, welcher sich Trillanes und Alejano anschlossen.

Die Frage ist, ob beim ICC genau solche Pfeifen sitzen wie bei der UN-Menschrechts-Kommission, die Luegen der Opposition fuer bare Muenze nehmen und nicht sehen, dass Frust ueber eine verlorene Wahl diese zu solchen Aktionen brachte, wie zum Beispiel ein Amtsenthebungs-Verfahren einzuleiten, das nie Aussicht auf Erfolg hatte, nur um einen Vorwand zu haben, da ja Gerechtigkeit ersichtlich im Land nicht zu erwarten ist, dann eben zum ICC rennen zu koennen.

Ich nannte das frueher schon mal Forum-Shopping, womit gemeint ist, dass man mit einer Klage, wenn man bei einer Institution nicht landen kann, man die woanders einreicht, bis man auf einen Dummen stoeszt, der einem das schlieszlich abkauft. Ich hoffe, die Dummen sitzen nicht beim ICC, obwohl ich – eingedenk der Besetzung des Postens des Hohen Kommissars fuer Menschenrechte – da so meine Zweifel habe. Ueber das EU-Parlament wurde mal gesagt, dass dort die Abgeordneten sitzen, die man im Land selbst nicht gebrauchen kann. Ist das bei UN und ICC auch so?

 



 

Saysay sa adlaw – Gipusil sa iya mismong panimalay ang usa ka kagawad sa barangay Nagpan. 

Gipusil sa iya mismong panimalay… – pusil Feuerwaffe (span.) + gi… Vgh/Ggw pass. gipusil wurde erschossen, sa in, iya Gen von siya er, mismong ~ mismo nga eigen + Verbinder, panimalay Haus, Wohnung ~ Erschossen wurde in seinem eigenen Haus…

…usa ka kagawad sa barangay Nagpan. – usa ka eins + Zahlzuordner, kagawad Ratsherr, sa in, barangay (so wie Gemeinde in Deutschland) ~ ein Ratsherr in der Gemeinde Nagpan.

Satz des Tages – In seinem eigenen Haus erschossen wurde ein Ratsherr der Gemeinde Nagpan.

 



 

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “DailyTribune”, “CNNPhil” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.