…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 06. März 2019

(zum Bild: Wo sehen sich die PhilippiNen bei Krieg zwischen Amerika und China?)

 

Das zweite Gesicht – Nein, es geht nicht um Wahrsagerei, sondern darum, dass man eine Sache nicht nur mit den eigenen Augen betrachten sollte. So war an dem Besuch des US-Auszenministers Mike Pompeo hier interessant, dass er Praesident Rodrigo Roa Duterte mit dem US-Praesidenten Donald Trump verglichen hat. An zwei Artikeln sehe ich, dass in den USA das anders gesehen wird. Die “Straits Times” uebernimmt einen Artikel der “New York Times”, dass der philippinische Verteidigungs-Minister Delfin Lorenzana einen Krieg mit China fuerchtet und deshalb eine Revision des MDT (Mutual Defence Treaty) von 1951 will. Dasselbe Thema behandelt ein Artikel der “Associated Press”, eine amerikanische Nachrichten Agentur, den die “Bangkok Post” uebernommen hat. Diese Revision sei das Hauptthema des Gespraeches von Duterte mit Pompeo gewesen. Lorenzana wird so zitiert: “Die Vereinigten Staaten, mit den vermehrten und haeufigen Passagen ihrer Schiffe in der West Philippine Sea werden eher in einen Schiesz-Krieg verwickelt. … In einem solchen Fall sind die Philippinen aufgrund der Mutual Defence Treaty automatisch involviert. … Es ist nicht Mangel an Vertrauen, der mich beunruhigt. Es ist die Verwicklung in einen Krieg, den wir nicht suchen und nicht wollen.

Die USA interessiert, ob ein Verbuendeter in einer Auseinandersetzung mit China auf ihrer Seite ist, und nicht die Aehnlichkeit ihrer Praesidenten. Daran kann man die Frage anschlieszen, fuer wie unmittelbar dort eine Auseinandersetzung der USA mit China eingeschaetzt wird.

 



 

Sponsoren des Terrors – In einer Serie von Gespraechen haben philippinische Offizielle EU-Laender darauf aufmerksam gemacht, dass die CPP (Communist Party of the Philippines) mit Geldern aus Belgien und der EU ueber Tarn-Organsisationen gesponsort wird, die angeblich Spenden fuer Vernachlaessigte und Arme sammeln. Belgien habe da 621 Tsd Euro locker gemacht, und dieses Jahr sollen 1,3 Mio Euro folgen. Nach Informationen der AFP (Armed Forces of the Philippines) soll es sich um 7 Organisationen handeln, deren Namen in dem Artikel des “Manila Bulletin” nicht genannt wurden.

Alex Paul Monteagudo von der National Intelligence Coordinating Agency findet es abstoszend, dass die Sponsor-Laender sich der Finanzierungs-Schemata terroristischer Front-Organisationen nicht bewusst sind. Um die 60 Prozent der Gelder gehen direkt an die CPP. Gilles de Kerkhove, EU Counter-Terrorism-Koordinator versprach, die Organisationen naeher anzuschauen. Die EU will ein Audit zu den Geldern durchfuehren.

 



 

Krampus ante portas – Im August 2016 gab Praesident Rodrigo Roa Duterte eine Matrix der Drogen-Bosse heraus, an deren Spitze Senatorin Leila de Lima stand. Die wuchs zu einer Liste der Drogen-Verdaechtigen, die sich Duterte bei seinen Reden von der Polizistin Sofia Loren Deliu reichen liesz. Diese Liste zeigte er mit bedenklicher Miene den Zuhoerern, liesz die Blaetter ueber den Daumen laufen, und wetterte dann gegen den Drogenhandel. Eine Zeit lang war die Liste abgetaucht. Deliu heiratete den Polizisten Abdul-Bassar Abdurajak, bis der Assistent des Praesidenten Christopher “Bong” Go fuer den Senat kandidierte und sein Amt aufgab. Da uebernahm Sofia Deliu-Abdurajak zum Captain befoerdert das Amt als Assistentin des Praesidenten, und nun taucht auch die Liste wieder bei Dutertes Reden auf, die er sich von ihr anreichen laesst.

Innenminister Eduardo Año will einen Auszug dieser Liste mit den Namen jener veroeffentlichen, die fuer die Wahl im Mai kandidieren. Die Waehler sollen wissen, was von den Kandidaten zu halten ist. Das hagelt Proteste. Die CHR (Commission on Human Rights), die Senatoren Panfilo Lacson und Richard Gordon, und der Chef der PDEA (Philippine Drug Enforcement Agency), Aaron Aquino, sind dagegen.

Nun war die Veroeffentlichung bisher nur so ein Gedanke, der im Raum schwebte, und dazu fiel mir eine Geschichte ein. Sie stammt von einem Kollegen, mit dem ich in Fuerth arbeitete. Er erzaehlte einmal, als wir ueber Kinder, Weihnachten und Nikolaus sprachen, dass in Niederbayern, wo er aufgewachsen war, Knecht Ruprecht, der unartige Kinder bestraft, der Krampus ist. In seiner Familie wurde das so gehandhabt, dass der Krampus aber nicht mit dem Nikolaus zu den Kindern in’s Zimmer kam, sondern der Vater machte rasch die Tuer vor ihm zu, bevor die Kinder ihn zu Gesicht bekamen. Und waehrend Nikolaus Mahnendes sagte und braven Kindern Geschenke verteilte, raste und tobte vor der Tuer ein ungesehener Krampus – lasst mich rein! – trommelte und presste dagegen, dass der Vater ihn nur mit Muehe drauszen halten konnte. Mein Kollege meinte, das war schrecklicher, als waere er in’s Zimmer gekommen. Mit der Liste von Praesident Duterte verhielt es sich so aehnlich. Nicht zu wissen, ob man in der Liste steht oder nicht, ist schlimmer, als sich vergewissern und reagieren zu koennen.

Der Gedanke der Veroeffentlichung wird nun aber sehr konkret. Krampus bleibt nicht laenger vor der Tuer, er kommt in’s Zimmer. Es gab ein Gespraech von Año mit Praesident Duterte am Montag, zu dem Sprecher Panelo sagt, soweit er mitbekommen habe, komme die Liste naechste Woche heraus und zugleich werde man administrative und kriminelle Anklagen gegen die Betroffenen erheben. Es soll sich um 82 Politiker handeln, 64 davon stellen sich zur Wiederwahl. Duterte veroeffentlichte einst eine Liste von Angestellten unterer Regierungs-Behoerden – und musste sich spaeter bei einigen entschuldigen, bei denen die Untersuchung den Vorwurf nicht bestaetigen konnte. Das ficht ihn nicht an, und es passt zu Dutertes kuerzlicher Aussage, der Kampf gegen Drogen werde haerter in seiner restlichen Amtszeit. Eine Aussage von Duterte selbst zur Veroeffentlichung gibt es nicht, ich lese immer von Aussagen aus Malacañang. Die muessen nicht notwendig richtig sein – vielleicht bleibt Krampus ja doch vor der Tuer.

 



 

Saysay sa adlaw – Dili na madugay moabot na ang Pasko. 

Dili na madugay… – dili nicht, na ~ kana das, dugay lang, andauernd + Vorsilbe ma Zukunft madugay wird dauern ~ Das wird nicht lang dauern…

…moabot na ang Pasko. – abot kommen + Vorsilbe mo Zukunft moabot wird kommen, na nun, dann, ang der, die, das, Pasko Weihnachten ~ dann kommt Weihnachten.

Satz des Tages – Es dauert nicht mehr lang, dann ist Weihnachten.

 



 

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “PhilStar”, “StraitsTimes”, “BangkokPost” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.