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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 26. Februar2019

(zum Bild: Chinesische Geschäfte sieht man in fast allen Branchen.)

 

Bangsamoro – Kaum gibt es Bangsamoro, schon hat es ein Problem: wer ist nun in der BTA (Bangsamoro Transition Authority), der ersten vom Praesidenten ernannten Selbstregierung des “Land der Moros”? Mitglieder der MNLF (Moro National Liberation Front) fuehlen sich nicht repraesentiert. Das weist der Friedens-Berater des Praesidenten Carlito Galvez zurueck, es sei eher ein Problem, dass Emmanuel Fontanilla und Montaha Babao nicht persoenlich in der BTA sind, und deshalb “CNNPhil” gegenueber in einem Interview sagten, dass die MNLF die BTA nicht anerkennen wuerde. Es seien jedoch 14 MNLF-Mitglieder in der BTA. Zwar wollten die 19 haben, aber man habe mit Yusoph Jikiri gesprochem, ein MNLF-Fuehrer unter Nur Misuari, und sei sich einig, da MILF (Moro Islamic Liberation Front) sich mehr eingesetzt habe, die eben 41 Vertreter haben. Ein Regierungs-Vertreter habe mit Misuari gesprochen, und man werde ein Gespraech mit Praesident Rodrigo Roa Duterte arrangieren.

Dieses Gespraech Duterte & Misuari war lange im Gespraech und haette besser vor der Bildung der BTA stattgefunden. Hat aber nicht, und nun ist es eben ein Problem.

 



 

Das Problem mit den Eiern – Wie von mir erwartet ist bei der Vatikan-Konferenz zu sexuellem Missbrauch im Klerus nichts herausgekommen. Papst Franziskus hat Satan hinter dem Uebel erkannt und damit bewiesen, dass ein theologisches Vokabular von Vorgestern die Realitaet von Heute nicht fassen kann. Das Problem liegt in den Eiern. Es sind Hormone, nicht Satan. Praesident Duterte hat das erkannt, wenn er sagt: “Priester sollten heiraten koennen. Das ist die einzige Loesung da. Auch die Schwulen, erlaubt ihnen zu heiraten, gleich-geschlechtliche Heirat. Ich bin dafuer, dann ist das Problem vorbei.

Prompt kritisiert ihn die CBCP (Catholic Bishops Conference of the Philippines) und meint, Duterte “trivialisiere, was ein andererseits komplexes Problem ist.” Eben, genau das ist der Unterschied. Duterte eckt immer damit an, dass er Dinge auf den Punkt bringt. Das wollen Hierarchen aber nicht wissen, weil sie wissen, wenn ein Problem an der Wurzel gepackt wird hat das Folgen, und zwar fuer die, die von dem Problem leben.

Mit dieser Haltung wird die katholische Kirche in der Form in 25 Jahren verschwinden, meint Duterte. Das wiederum meine ich ueberhaupt nicht, ein Blick ins Geschichtsbuch hilft.

 



 

Gute Freunde? – Im Gegensatz zum Praesidenten sind die Filipinos eher reserviert gegenueber den chinesischen Nachbarn. Das hat ein biszchen was mit Neid zu tun, denn es sind nicht die Loser, die hierher kommen, sondern oft Leute, die Geschaefte machen wollen, und die dann auch erfolgreich sind. Auf der anderen Seite “weisz man aber auch”, dass Vertraege mit China in anderen Laendern nicht die versprochene Arbeit brachten, sondern eine Menge chinesischer Arbeiter, die jene Arbeit erledigten, auf die die Arbeitslosen des Partners gehofft hatten.

Diese Dinge, die “man weisz”, sind nicht immer so richtig greifbar, aber sie machen sich an konkreten Beispielen fest und bestimmen das Urteil. So hat das BI (Bureau of Immigration) 30 illgeal hier arbeitende Chinesen festgenommen, die mit einem Touristen-Visum eingereist waren, dann aber laenger blieben und hier arbeiteten. Duterte hatte dazu gesagt, man solle sie arbeiten lassen, denn in Hong Kong arbeiten rund 200 Tsd Filipinos als Helfer, und sehr viele auch nicht legal. Was tun die Chinesen, wenn wir nun anfangen die Chinesen rauszuwerfen? Nun geht es aber nicht nur um die 30, die man jetzt gefasst hat, sondern es sollen so um 40 Tsd Chinesen hier illegal arbeiten, und da stellen sich nun auch Senatoren des Duterte-Lagers gegen Duterte und pochen auf “Gesetz ist Gesetz”.

Damit schielen sie auf das, was “man im Volk weisz” und da zur reservierten Haltung fuehrt, auf der anderen Seite ist da Dutertes Auszen-Politik. Ein biszchen sieht der Senat das so, wie die CBCP die Reform des Klerus, “ein andererseits komplexes Problem.

 



 

Nachruf auf EDSA – Es gibt einige Artikel, die das wiedergeben, was ich gestern schon ueber EDSA schrieb. “The Manila Times” referiert als Aufmacher eine Clarita Carlos als Expertin, die meint: “Da hat sich nach 33 Jahren nicht viel geaendert. Wir sollten es nicht eine Revolution nennen, denn es gab nur eine Rotation der Eliten. Ihr habt nur Marcos & Co durch Aquino, Roxas & Co ausgetauscht.” Und Ramon Tulfo zitiert in seiner Kolumne seinen Freund Teddy Africa, der schon damals zu ihm sagte: “Die heute Unterdrueckten sind morgen die Unterdruecker.

Was damals noch weise Voraussicht war, ist heute gesichertes Wissen. Und so versteht sich, warum die Kandidaten der Partei von Sara Duterte Carpio nicht an einer Diskussion mit Kandidaten der Opposition teilnahmen, die gestern auf der Miranda Plaza haette stattfinden sollen. Das wurde von den Kandidaten der “Otso Diretso” bedauert, und so aeuszerte sich Chel Diokno: “Natuerlich sind wir enttaeuscht. Wir hofften eine Gegenueberstellung zu haben, so dass die Leute wissen, fuer welche Kandidaten sie stimmen sollen.

Diokno ist ein Menschenrechts-Anwalt, dessen Namen ich zum ersten Mal hoere, und da faellt mir auf, dass in “Otso Diretso” Leute sind, die ich nicht kenne, oder die ich – wie Mar Roxas und Gary Alejano – nur zu gut kenne als unfaehig und gegen Duterte. Das ist wohl auch der Grund, warum Inday Sara denen durch einen gemeinsamen Auftritt nicht erst Popularitaet verschaffen will.

 



 

Saysay sa adlaw – Asa ang amahan niining bataa?” “Nalumos sa sabaw.

Asa ang amahan… – asa wo, ang der, die, amahan Vater ~ Wo ist der Vater…

…niining bataa? – niining ~ niini nga niini Genitiv von kini (kurz auch ni) dies + Verbinder, bata Kind + Nachsilbe Betonung bataa Kind ~ …dieses Kindes?

Nalumos sa sabaw. – lumos ertrinken + Vorsilbe na Vergangenheit/Gegenwart nalumos ist ertrunken, sa in, sabaw Suppe, Sosze ~ Ist in der Suppe ertrunken.

Satz des Tages – “Wo ist der Vater von diesem Kind?” “In der Suppe ertrunken.”

(Andere Sprachen, andere Bilder – Visayan “in der Suppe ertrunken”, entspricht Deutsch “sich aus dem Staub machen”, “sich verduennisieren”, entspricht Langext “der Kerl ist abgehaun und hat die Frau mit dem Kind sitzen gelassen”.)

 



 

Gemaesz “ManilaStandard”, “ManilaTimes”, “PhilStar”, “ManilaBulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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