…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 25. Februar2019

(zum Bild: Es gibt viele Gründe auf die Philippinen auszuwandern – einer davon ist die Liebe.)

 

EDSA – EDSA steht fuer die Epifanio de los Santos Avenue in Manila, die staendig im TV kommt wegen der sich stauenden Autos. Das war nicht immer so, denn EDSA steht auch fuer die People Power Revolution, weil sich mehr als eine Millionen Menschen dort am 24. Februar 1986 stauten, die Camps blockierten und ein Eingreifen des Militaers bei der Demonstration gegen Ferdinand Marcos verhinderten, weil die Soldaten trotz Befehl nicht auf die Menschen schossen. Am 25. Februar wurde “Cory” Aquino als Praesidentin vereidigt, und Marcos floh Richtung Hawaii. Der Gelbe Kult nutzt diesen Tag seither zur Selbstbeweihraeucherung, weshalb Praesident Rodrigo Roa Duterte da Abstand haelt. Jedenfalls nahm er bisher nicht an Veranstaltungen zu EDSA in Manila teil. Das wird wohl auch heuer so sein, denn seine uebliche Erklaerung zum 33sten Jahrestag von EDSA hat er bereits herausgegeben. “Ich hoffe, dass der Anlass uns alle inspiriert, besonders die juengere Generation aus vollem Herzen die Freiheit zu wuerdigen die wir mit EDSA gewonnen haben. … Lasst uns nie die Opfer jener vergessen, die vor uns kamen, sodass wir gewillt sind den demokratischen Weg unseres Lebens, dessen wir uns heute erfreuen, zu wahren und zu schuetzen.

Der Glanz von EDSA hat seine Flecken bekommen. Nach zwei Aquino-Praesidenten brachte die Revolution eine Art Feudal-Demokratie im Zeichen der Gelben Schleife – korrupt und verlogen. Das Volk wurde um seine Revolution betrogen, und es hat sich 2016 mit der Wahl des Buergermeisters Duterte an der Selbstbedienungs-Elite geraecht.

Da sich nun auch Senator Benigno “Bam” Aquino von seinem Cousin, dem ehemaligen Praesidenten Benigno “Noynoy” Aquino, absetzt und ihn als fuer Dengvaxia verantwortlich bezeichnet, um Punkte fuer seine Wiederwahl im Mai zu sammeln, koennte man die gelbe Schleife abhaken. Das Wahrzeichen der Liberalen war laut Rigoberto Tiglao die Idee von US-PR-Managern der “Cory” Aquino nach dem Lied: “Tie a yellow ribbon round the old oak tree”.

Im Text des Liedes von 1972 geht es darum, dass ein Haeftling, der seine Zeit abgesessen hat, nach Hause kommt und seine Liebste bittet, ein gelbes Band um die alte Eiche zu binden, damit er vom Bus aus sieht, ob sie ihn noch haben will, sonst fuehre er im Bus einfach weiter und naehme die Schuld auf sich. Das wird erst wieder aktuell, wenn gelbe Figuren wie Aquino, Abad, Garin und de Lima, die nun auf sie zukommenden Strafen abgesessen haben – ob sich dann noch eine gelbe Schleife zeigt?

 



 

Das Bureau of Immigration… – …erinnerte gestern, dass registrierte Auslaender (mit ACR I-Card) noch bis Freitag den 1. Maerz Zeit haben fuer den “annual report”, der in ersten 60 Tagen jeden Jahres faellig ist. Man kann das in allen BI-Bueros machen. Ich habe das letzte Woche jedoch nicht in GenSan, sondern in Davao gemacht, a) weil ich ueber Davao eingewandert bin, die haben meine vollstaendige Akte, b) weil ich in GenSan mal eine Diskussion mit einem Officer hatte, sodass ich am naechsten Tag doch nach Davao musste, und c) weil wir das seither immer mit einem Ausflug nach Davao verbinden. Diesmal Shopping im SM Lanang, Essen in Giligans im Sky Garden, uebernachten im City North Inn, fuenf Minuten zu Fusz vom BI, morgens um 8 kurz zum BI rueber, da ist man im Nu durch bevor die Masse kommt, und auf dem Rueckweg speisten wir im Malagos Garden Resort. Hat Spasz gemacht.

Und, da ich grad bei mir bin und im Netz das Auswandern diskutiert wird: ich wollte gar nicht hier hin. Ich lernte meine Frau in Deutschland kennen, wir lebten dort ueber 20 Jahre, hatten es zu einer Eigentums-Wohnung gebracht – 3 Zimmer, Altbau – bis ich in Rente ging. Da fand meine Frau, dass sie in Deutschland als Auslaenderin nicht alt werden will und wollte zurueck. So kam ich, ich fliege nur ungern, mit einem One-Way-Ticket 2011 das erste Mal in die Philippinen. Da wir nicht reich sind wie andere, die sich zwei Haushaltungen und Hin- und Herfliegerei leisten, haben wir alles in Deutschland verkauft und meine Frau hat dieses Haus gekauft – zum Preis einer Garage in dem Hochhaus, in dem wir im ersten Stock unsere Wohnung hatten. Ich hatte nur einen Stellplatz fuer meinen Ford Ka. Ich war nicht wieder in Deutschland seither und gehe auch nicht zurueck, egal wie es mir gefaellt. Da war eine Frage, die mir ein Deutscher bei einer Party vor meiner Abreise stellte: “Ja, und wenn es dir da nicht gefaellt?” Ich hatte darauf keine Antwort, weil ich darueber nie nachgedacht hatte. Ich sah nur, dass meine Frau in Deutschland nicht gluecklich werden konnte, und sie hatte es ueber zwanzig Jahre mit mir in dem Land ausgehalten. Okay, dann werde ich es wohl die naechsten zwanzig Jahre mit ihr in den Philippinen aushalten koennen, und dann schauen wir weiter.

 



 

Das Leben laeuft nicht immer so, wie man sich das gedacht hat – bei mir fast nie – und so passe ich mich an, was nicht sehr schwer ist. Man lernt mit der Zeit aus der Not eine Tugend zu machen, und die philippinische Kueche kenne ich nun schon ueber 30 Jahre, die will ich nicht missen, nur mit der Sprache hapert es noch. Und so auch heute meine Sprachuebung zum Mitlernen fuer die, die mit ihren Visayan-Nachbarn zwar nicht gleich mitreden, aber doch ein biszchen verstehen wollen, worueber die so reden:

Saysay sa adlaw – Ang santol nga yellow ang kolor, hapit na mahinog. Pero nganong usa ra man ang bunga sa santol? (Ate Fely)

Ang santol nga yellow ang kolor… – ang der, die, santol Frucht und Baum dieser Frucht (Sandoricum koetjape), nga Verbinder, yellow  (engl.) gelb (gelb ist in Visayan eigentlich dalag, wird aber kaum gebraucht. Ich fand nur ein Beispiel dafuer Dalag ang ihi. Urin ist gelb.), ang der, die, kolor (span.) Farbe ~ Die Santol hat eine gelbe Farbe…

…hapit na mahinog. – hapit fast, gleich, na nun, hinog reif + Vorsilbe ma Zukunft mahinog wird reif ~ …wird bald reif.

Pero nganong usa ra man… – pero aber, nganong ~ ngano nga warum + Verbinder, usa eins, ra nur, man Betonung ~ Aber warum nur eine…

…ang bunga sa santol? – ang der, die, bunga Frucht, sa an, santol Santol-Frucht oder -Baum ~ …die Frucht am Santolbaum?

Satz des Tages – Die Santol hat eine gelbe Farbe, sie ist bald reif. Aber warum ist da nur eine Frucht an dem Santolbaum?

 



 

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

Hier ist nichts zu kopieren!