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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 18. Februar 2019

(zum Bild: Yen Makabenta der Meme Buster)

 

From a Distance”… – …ist der Titel einer Kolumne von Carmen Pedrosa im “PhilStar”. Ich hatte laenger von ihr nichts gelesen, und nun hab ich sie erst nach einigem Suchen gefunden; sie wurde nicht auf der Home-Page des “PhilStar” angezeigt. Aber, so ist das, Schaetze liegen nicht am Wegesrand herum, nach ihnen muss man buddeln. Pedrosa ist bekannt aus dem Widerstand gegen das Marcos-Regime, und fuer ihre biografischen Buecher zu Imelda Marcos, welche sie im selbst-gewaehlten Exil in London schrieb, wo sie nun zu Haus ist. Ich kenne nur ihre Kolumne “From a Distance”, in der sie zeigt, dass es auch in Europa Journalisten gibt, die “Aus der Ferne” hinter das Duterte-Bashing schauen – eine Ausnahme von der Regel. Ihr Facebook-Account hat 4.568 Abonnenten. Man kann davon ausgehen, dass sie also auch gelesen wird.

Die Kolumne vom 16. Februar mit dem Titel “Presse-Freiheit ist nicht das Thema der Maria Ressa-Geschichte” beginnt so: “Wir werden ueberflutet mit der ‘Maria Ressa und ihre Presse-Freiheits-Story’ in Social Media. Das hat einen politischen Zweck, den wenige kennen und verstehen. Wie ein Kolumnist in einer anderen Zeitung sagt, ist es ein Muster, wie man Regierungen stuerzt in Laendern, die die USA dominieren (kolonisieren) muessen. 

So weit Maria Ressa und ihre auslaendischen Unterstuetzer betroffen sind: Praesident Duterte, egal wie viele Filipinos fuer ihn gestimmt haben oder wie gut er seinen Job als Praesident der Philippinen macht, westliche, besonders amerikanische Strategen wollen ihn gestuerzt sehen.

Zum ersten Mal haben wir einen Praesidenten, der seinem Land Gutes will. Er mag seine Fehler haben, aber wegen seiner allerersten Pflicht, eine starke, unabhaengige Nation aufzubauen, wird er verdammt unter dem ‘Freiheit der Presse-Prinzip’ von einigen westlichen und US-Strategen.

Vielleicht erfuellt er sein Mandat, als Praesident der Philippinen eine unabhaengige und starke Nation aufzubauen, doch er wird gestoppt, weil da ein groeszerer geo-politischer Zweck involviert ist – die Supermachts-Rivalitaet von China und den USA in unserer Region.

Die Philippinen stehen zwischen den beiden Rivalen wegen ihrer strategischen Lage und der abhaengigen Entwicklung zu geschmeidigen ‘kleinen braunen Bruedern’.

Dies im Hinterkopf entpuppen sich die Forderungen nach ‘Presse-Freiheit’ der Maria Ressa als die ‘Freiheit der Presse zu luegen’.

Ich will nicht die ganze Kolumne referieren. Dieser “Kolumnist einer anderen Zeitung”, den sie eingangs erwaehnt, ist Rigoberto Tiglao, auf dessen Kolumne sie in ihrem Facebook-Account laufend verweist. So zuletzt auch auf die gestrige, die sich mit Ressas amerikanischer Staatsangehoerigkeit befasst, und sie fuehrt im Rest der Kolumne auf, was ich hier schon auf Tiglao und andere gestuetzt berichtet habe. Wie Pedrosa und Tiglao es sehen, haben wir es bei Maria Ressa mit einem Dienstleister des “deep state” der USA zu tun. Es geht nicht um Presse-Freiheit, sondern nur darum: Duterte muss weg.

Praesident Duterte ist sich darueber klar. Er sagte mal: “Wenn mein Flugzeug abstuerzt, fragt die CIA.

 



 

Zur Lage der Presse… – …aeuszert sich auch Sass Roganda Sasot in ihrer heutigen Kolumne in “The Manila Times”. Da sie zur Zeit einen Lehrauftrag in den Niederlanden hat, koennte man also sagen, dass Carmen Pedrosa nicht allein in Europa ist. Sasot ueberschreibt ihre Kolumne mit “Ressas politisches Theater”. Die mache daraus ein Spektakel, das mit der Verhaengung des Hausarrests verglichen werden kann, den Myanmars Militaer-Junta ueber Aung San Suu Kyi verhaengte. Der Unterschied sei eben nur, dass es bei Suu Kyi politische Gruende waren, und bei Ressa die private Klage des Wilfredo Keng, den Ressas “Rappler” verleumdet hat. Doch die gut vernetzte Ressa hatte gewichtige Stimmen hinter sich: die ehemalige US-Auszen-Ministerin Madeleine Albright, die “CNN”-Ikone Christiane Amanpour und die “AP”, Associated Press, twitterte, Ressa wurde verhaftet, weil sie “den philippinischen Praesidenten Duterte kritisiert hatte”. Zur Ehrenrettung von “AP” stellt Sasot dann fest, dass die am naechsten Tag twitterten, dass sie den Tweet vom Vortag geloescht haetten, weil der “nicht korrekt” war.

 



 

Zur Lage der Presse… – …aueszert sich auch eine Abordnung des PCOO (Presidential Communications Operations Office), das derzeit mit ihrem Chef Martin Andanar durch Europa tourt und in Belgien, Bosnien und der Schweiz erlaeutert, was es mit dem “Fall Ressa” auf sich hat und wie es um die Presse-Freiheit in den Philippinen steht. Prompt meldet sich Senator Francis Pangilinan von der Opposition und moniert, dass da Steuergelder verschwendet werden, nur weil Andanar & Co mal einen “Hauch des Winters” spueren moechten. Ich koennte dazu anmerken, dass mir Senator Pangilinan weniger aus den politischen Nachrichten im TV bekannt ist, wenn die vom Senat berichten, als aus dem Werbe-Fernsehen, wenn meine Frau mir bei einem Werbe-Spot sagt: “Da, das ist Sharon Cuneta, die Frau von Pangilinan”. Sharon Gamboa Cuneta-Pangilinan ist aus 54 Filmen, 10 TV-Shows und von 40 Musik-Alben in den Philippinen bekannt, und so kommt zur Sprache, dass Pangilinan halt “der Ehemann einer bekannten Groesze” ist. Na gut, “Manny” Pacquiao ist auch nicht wegen politischer Brillanz in den Senat gewaehlt worden. Sei’s drum.

 



 

Zur Lage der Presse… – …aueszert sich auch Yen Makabenta in seiner Kolumne in “The Manila Times”. Er untersucht, was hinter dieser “exemplarischen philippinischen Journalistin” steckt, als die Maria Ressa weltweit gefeiert wird, und er fand – nichts. Irgendwie hat sie im Druck keine Spur hinterlassen, was ja jeder moechte, der schreibt. Wer behauptet – so wie ich – er schreibe nur fuer sich, der luegt. Wer schreibt will gelesen werden. Ich habe dazu am 10. Februar die kleine Geschichte von Hans Blumenberg nacherzaehlt. Wer schreibt will eine Spur in der Welt hinterlassen. Die muss im Falle der Maria Ressa kaum sichtbar sein. Makabenta: “Als naechstes habe ich das Internet durchforscht fuer einen Beweis von Maria Ressas Arbeit als Journalistin, das den extravaganten Anspruch rechtfertigt, sie sei ein Exemplar des philippinischen Journalismus, jedoch konnte ich nicht mal einen Schnipsel von ihren Schriften und Reportagen finden.

 



 

Zur Lage der Presse… – …aueszert sich auch in der “South China Morning Post” ein Trio von Partnern der North Base Media unter der Ueberschrift “Wir haben Maria Ressas Rappler unterstuetzt. Wenn du an die Philippinen glaubst, solltest du das auch tun.” Der Artikel schlieszt dazu passend: “Die Verpflichtung der Philippinen zur verfassten Demokratie und einem gesetzes-basierten Regierungs-System sind in Gefahr, und jene, die daran glauben – Buerger, Politiker, Richter, Investoren und Fuehrungskraefte der Wirtschaft – sollten Maria Ressa und dem Rappler zur Seite stehen.

Ich sag mal selbst nichts dazu, sondern zitiere einen Kommentar, den ein Leser dieses Artikels in der “SCMP” hinterlassen hat: “Die Autoren sind ‘Partner der North Base Media, eine Investment-Firma’ … das Risiko-Kapital hinter diesem Medien-Auftritt? Soll der Leser eure Geschichte glauben, wenn eure Investition in Rappler auf dem Spiel steht?

 



 

In eigener Sache – Wir fahren gleich nach Davao, “annual report” beim BI, und da wir erst morgen Abend zurueck kommen, hab ich morgen frueh keine Zeit fuer die philippinischen Presse – doch moechte ich nicht vergessen, Christoph Heinz Schwab auf diesem Weg gute Besserung zu wuenschen. Mit schwerer Last rueckwaerts laufen, tss, tss, tss – warum wohl hat die Evolution die Augen beim Menschen vorn angebracht?

 



 

Saysay sa adlaw – “Asa man siya nangadto?” “Ambot lang, kay kalit man lang siya ninghawa.” (Ate Fely)

Asa man siya nangadto? – asa wo, wohin, man Betonung, ist wie ein gesprochenes Ausrufungs-Zeichen, siya er, sie, Visayan unterscheidet in der dritten Person das Geschlecht nicht, ergibt sich aus dem Kontext, nangadto ist gegangen, adto gehen + Vorsilbe nang Vergangenheit ~ Wo ist er/sie hingegangen?

Ambot lang… – ambot nicht wissen, lang nur, hoert man oft verkuerzt als Ausruf Bot na lang! ~ Keine Ahnung…

…kay kalit man lang siya ninghawa. – kay weil, kalit ploetzlich, man Betonung, lang nur, siya er, sie, ninghawa ist fortgegangen hawa fortgehen, verlassen + Vorsilbe ning Vergangenheit ~ …ploetzlich war er/sie weg.

Satz des Tages – “Wo ist er hingegangen?” “Keine Ahnung, ploetzlich war er weg.”

Kann aber auch heiszen: “Wo ist sie hingegangen?” “Keine Ahnung, ploetzlich war sie weg.”

Kommt eben drauf an, wer da grad weggegangen ist.

 



 

Gemaesz “PhilStar”, “ManilaTimes”, “Wikipedia”, “SCMP” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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