…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 18. Februar 2019

(zum Bild: Roberto Tiglao gräbt immer wieder neues gegen Maria Ressa aus)

 

I ♥ H K – Von Praesident Rodrigo Roa Duterte hat man am Wochenende nichts gehoert, da er mit Honeylet Avanceña und der gemeinsamen Tochter Kitty in Hong Kong war. Anlass war der 47ste Geburtstag der Lebensgefaehrtin am Samstag, obwohl sein ehemaliger Assistent “Bong” Go, der sie begleitete, dazu sagte: “Tatsaechlich war es Kitty, die den Ausflug von ihrem Vater forderte, als ‘Geschenk’. Sie machten das auch schon, als PRRD noch Buergermeister von Davao war. Der Wochenend-Ausflug ist fuer Ruhe und Erholung.” Wie ueblich wurde Staats-Minister Salvador Medialdea – “the little president” – fuer die Zeit als “Stallwache” vom Praesidenten eingesetzt.

 



 

Noch ‘ne Bombe? – Der Investigativ-Journalist Rigoberto Tiglao hat “Rappler”-Chefin Maria Ressa schon genug zu schaffen gemacht, als er einst auf den amerikanischen Eigentuemer des Internet-Mediums aufmerksam machte. Er legt heute nach in seiner Kolumne in “The Manila Times” und behauptet, dass Ressa einen amerikanischen Pass hat – neben dem spaeter per “dual citizenship” erworbenen philippinischen. Von daher verstuende sich, dass die US-Botschaft nach ihrer Verhaftung eine Erklaerung herausgab: “Wir hoffen die Anwuerfe gegen die Journalistin und CEO des Rappler Maria Ressa werden rasch geklaert in Uebereinstimmung mit den entsprechenden philippinischen Gesetzen und internationalen Standards eines geordneten Verfahrens.” Der US-Botschaft ging es nicht um Pressefreiheit, ein Thema, welches Ressa gern am Koecheln halten moechte, sondern einzig und allein darum, dass Ressa amerikanische Staatsbuergerin ist, eine Tatsache, die sie selbst gern verschweigt. Und so meint Tiglao: “Kein Wunder, dass Ressa keine Bedenken hat die Welt anzuluegen, dass der philippinische Praesident ein Diktator sei, der die Presse angreift. Sie ist halt keine Filipina im tieferen Sinne des Wortes.” Etwas spaeter in der Kolumne: “Kein Wunder, dass Ressa so mutig ist Luegen gegen Duterte zu verbreiten. Hinter ihr steht zur Verteidigung die maechtigste Nation der Welt, Wird Ressa je der Verbrechen ueberfuehrt, deren sie beschuldigt wird, und soll ins Gefaengnis, kann sie einfach in die USA fliehen.

 



 

Saysay sa adlaw – Galit sa galit si Pangulong Duterte at gustong sampalin si dating Sen. Kit Tatad dahil sa pagkakalat nito ng fake news na mayroon daw siyang cancer at nagpa-kidney transplant. (“Banat”)

Galit sa galit si Pangulong Duterte… – galit aergerlich, galit sa galit fuchsteufelswild (galit ist Tagalog oder Ilongo. In Wolffs “A Dictionary of Cebuano Visayan” ist das Wort nicht enthalten. In Kaufmanns “Visayan-English Dictionary” wird es als “Hiligaynon” oder “Ilongo” bezeichnet, was in South Cotabato verbreitet ist. Unsere Nachbarin ist Ilonga, mir fiel das auf, als sie eine Katze vis. iring, als ilg. koring bezeichnete.) – si personaler Artikel, pangulong Oberhaupt, von ulo Kopf + Vorsilbe pang bildet neues Substantiv + nga verkuerzt ng angehaengt als Verbinder ~ Fuchsteufelswild war Staatsoberhaupt Duterte…

…at gustong sampalin si dating Sen. Kit Tatad… – at und (tag., waere der Autor Visayan, haette er vis. ug genommen) – gustong ~ gusto ngalieben, moegen + Verbinder – sampalin von sampal einen Schlag mit der Hand versetzen, die Form mit Nachsilbe in finde ich nur in Englishs “Tagalog-English Dictionary”, liegt am Autor – si pers. Artikel, dating ehemalig (engl.) ~ …und moechte den ehemaligen Senator Kit Tatad ohrfeigen…

…dahil sa pagkakalat nito ng fake news… – dahil wegen (Da das auch Taglog ist, hab ich meine Frau soeben den Satz lesen lassen und gefragt, welche Sprache das ist. Antwort: das ist Tagalog! Weil ich aber schon so weit gekommen bin, mach ich einfach weiter. Man muss wohl flexibel sein, wenn man eine Visayan-Zeitung liest, es koennte eben auch Tagalog drinstecken.), kalat verbreiten, streuen, + Vorsilbe pagka bildet ein Substantiv, Verbreitung – nito ~ ng ito von ihm (tag.) – ng fake news von Fake News (tag. / engl.) ~ …wegen dessen Verbreitung von Fake News…

…na mayroon daw siyang cancer at nagpa-kidney transplant. – na das, dies, mayroon es ist, gibt (tag.), daw wohl, wahrscheinlich, siyang ~ siya nga sein + Verbinder, cancer Krebs (engl.), at und (tag.), nagpa-kidney transplant Nieren-Transplantation (engl.) + Vorsilbe nagpa Vergangenheit ~ …dass er wohl Krebs und eine Nieren-Transplantation hatte.

Satz des Tages – Fuchsteufelswild war Staatsoberhaupt Duterte und moechte den ehemaligen Senator Kit Tatad ohrfeigen, weil der Fake News verbeitet, dass er [Duterte] wohl Krebs und eine Nieren-Transplantation hatte.

Anmerkung – Erst als ich bei der Analyse des Satzes ueber so viele Tagalog-Worte stolperte, hab ich mich von meiner Frau aufklaeren lassen, dass das gar kein Visayan, sondern Tagalog ist. Wenn schon das erste Wort Tagalog ist sollte man misstrauisch sein, und das Auftauchen der Worte “ng ~ von” und “at ~ und” haette die Notbremse ziehen sollen; “ng” als einzelnes Wort gibt es in Visayan gar nicht, und “at” ist in Visayan “ug”. Ich hab ueberlegt, ob ich das Beispiel stehen lasse und mich mit Unkenntnis blamiere, oder ob ich es loesche. Nein, aus Fehlern wird man klug, auch wenn es die Schullehrer-Weisheit gibt, niemals etwas Falsches an die Tafel zu schreiben – genau das merken sich die Schueler. Das Ganze ist aber ein zu schoenes Beispiel, wie schwer es ist, von einer vorgefassten Meinung trotz aller Hinweise und Rippenstoesze abzulassen. Wenn man einmal mit einer Meinung losgerannt ist, dann hat man halt eine laengere Bremsspur, in der man mit Ausreden versucht, den urspruenglichen Ansatz zu “retten”. So faellt einem ein, dass Tagalog in Visayan eindringt, weil es an Schulen gelehrt wird; Visayan gibt’s ja nur in Elementary. Man vermeidet solange es eben geht den Bruch mit dem Ausgangs-Gedanken und sieht die Welt lieber gewohnt falsch statt neu richtig.

Ich werde mich kuenftig bemuehen, Visayan-Beispiele zu finden. Man sieht aber auch, dass es sehr nah verwandte Sprachen sind. Was in der Analyse nicht als Tagalog gekennzeichnet ist, passt in beiden Sprachen (das soll jetzt keine Ausrede fuer meinen Fehler sein).

 



 

Gemaesz “ManilaTimes”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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