…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 10. Februar 2019

(zum Bild: Die Facebook-Leserschaft betreffend)

 

Das kleine Philosophicum – Was in den Zeitungen heute interessant ist, habe ich gestern beschrieben. Da bleibt Zeit fuer anderes, zum Beispiel fuer den Gedanken, wer das eigentlich liest. So gehe ich ab und zu in meinem Blog auf Fragen ein, die in Facebook diskutiert werden, nur um zu sehen, dass niemand das Blog gelesen hat, das ihre Fragen beantwortet haette. Besonders die lesen es nicht, die sich in der Diskussion vorgetan hatten. Die sind beim naechsten Thema und interessieren sich nicht die Bohne dafuer, was sie angezettelt haben.

Da man niemanden zwingen kann, dies oder das zu lesen, koennte man das aufregungslos vergessen, oder – ich kann nichts dafuer, mein Kopf ist selbsttaetig – man beginnt darueber nachzudenken. Und da faellt mir eine Geschichte ein, die mein Philosophie-Lehrer Hans Blumenberg einmal fuer den Prospekt einer Buchmesse geschrieben hat. Ich hab sie nicht mehr. Als wir hier in die Philippinen uebersiedelten, hab ich die zwei- oder dreitausend Buecher nicht mitgenommen, sondern mit Moebeln und allem anderen der Firma ueberlassen, die unsere Wohnung entruempelt hat. Meine Frau hat neun Balikbayan-Boxen gepackt, was sie meint, was wir hier brauchen, und das hat sich dann auch als ausreichend erwiesen. Sie denkt praktischer als ich.

Also, die Geschichte ist nicht von mir. Ich erzaehle nur nach, was Blumenberg geschrieben hat.

Er beginnt mit der Frage, was eine Leserschaft ist. Hat man eine Leser-Gemeinde, wenn man zwei- oder dreihundert Leser hat? Ist es ein Publikum, wenn es tausend sind? Wie sieht das bei einem Erfolgsautor aus? Und so geht Blumenberg die Kategorien durch, bis er bei dem Autoren landet, den die Haelfte der Menschheit gelesen hat, oder, falls sie nicht lesen koennen, wenigstens hat vorlesen lassen. Was sagt der Autor, wenn sein Verleger bei ihm auftaucht mit dieser Nachricht, dass die Haelfte der Menschheit nun seine Buecher liest? Er wird fragen: “Was liest die andere Haelfte?

Wie ich in Facebook an den Likes sehe, habe ich eine Leserschaft von einem runden Dutzend. Wenn mich die Haelfte der Menschheit liest, werde ich mich fuer die andere Haelfte interessieren.



 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

 

 

Ein Gedanke zu „…aus der philippinischen Presse

  • Februar 10, 2019 um 16:53
    Permalink

    Ich glaube dass es viele sind welche Deine Kommentare lesen. Aber ich setze z.B. kein „Like“ wenn ich anderer Meinung bin. Da würde ich mich ja selbst belügen!

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