…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 29. Januar 2019

(zum Bild: Hatib Sawadjaan der Abu Sayyaf IS-Gruppe)

 

Um Mitternacht… – …weckte mich meine Frau, da sei ein Feuer. Nein, nicht bei uns, hinter dem Haus des Nachbarn gegenueber waren Flammen zu sehen. Geschrei auf der Strasze und Geruch hatten meine Frau geweckt. Es dauerte ein biszchen, bis ich auf die Beine kam. Vertigo macht mir beim Aufstehen zu schaffen. Als wir die Tuer zur Terasse oeffneten, wehte der Wind heiszen, beiszenden Rauch zu uns rueber. Das Feuer war ein Grundstueck entfernt, doch uns traenten die Augen und der Wind blies in unsere Richtung. Erst als der Wind nachliesz und die Feuerwehr vor dem Haus stand wurden wir ruhiger.

Uns geht’s gut, doch zwei Haeuser, gegenueber und das dahinter, sind ausgebrannt. Wir saszen die halbe Nacht auf der Terasse, und so kommt mein Blog heute spaeter. Ich wurde nachdenklich, wie unvorbereitet einen ein Unglueck treffen kann – wie in Jolo.

Praesident Rodrigo Roa Duterte war gestern in Jolo. Im TV sahen wir Fotos von ihm in der Kirche. Er sagte auch kurz was: “Hurensoehne, glaubt nicht, dass ihr die Einzigen seid, die Uebel anrichten koennen. Wenn ihr das koennt, kann ich das auch.

Man weisz inzwischen mehr. Zum Beispiel, dass IS (Islamic State) das falsch fuer sich reklamiert. IS sprach von Suicide-Bombern mit Sprengstoff-Guerteln. Man weisz, dass die IEDs (Improvised Explosive Devices) per Handy gezuendet wurden, nicht von Selbstmoerdern. Auf Bildern von Ueberwachungs-Kameras wurden vier Mitglieder einer Abu Sayyaf-Gruppe unter Hatib Sawadjaan identifiziert, die verdaechtig sind. Sawadjaan war an Entfuehrungen und Enthauptungen von Geiseln beteiligt, zuletzt der beiden Kanadier John Ridsdel und Robert Hall, die im September 2015 von der Insel Samal vor Davao entfuehrt, und im April und Juni 2016 dann auf Jolo enthauptet wurden. Den abgetrennten Kopf des Robert Hall hatten sie in einer Plastiktuete vor die Kathedrale von Jolo geworfen. Man weisz aber auch, dass es mit der Ueberwachung nicht geklappt hat. Der Sprecher des Praesidenten Salvador Panelo: “Da mag es Fehler bei der Sicherheit geben. Wie konnten sie ein Motorrad mit einer Bombe abstellen, obwohl Soldaten den Platz sicherten? Wenn du Sicherheitsleute dort hast, und da wurden ein oder zwei Bomben hineingebracht, dann muss es einen Fehler bei der Sicherheit geben. Es gibt keine andere vernuenftige Erklaerung.

Ansonsten gruebelt man in den Blaettern, ob das einen Einfluss auf Bangsamoro hat. Die Gedanken, die ich gestern erwaehnte, werden diskutiert. Der fruehere Gouverneur Abdusakur “Sakur” Tan dazu: “Das wird in Sulu nicht gedeihen. Wir wollen nicht Teil von Bangsamoro sein. Wir sind Tausug, wir sind Bangsa Sug (Land der Sug). Unsere Leute haben gesprochen und sie sollten unseren Standpunkt respektieren.

Man ist allgemein nachdenklich, so wie ich. Meine Frau kommt grad zurueck, sie hat mit Nachbarn gesprochen. Ursache war ein Kurzschluss in der Kueche. Sie haben leichte Verletzungen, denn sie mussten eine Wand durchbrechen, um sich auf das Nachbargrundstueck zu rettten, weil sie wegen des Feuers nicht mehr aus dem Haus kamen.

Sulu hat kein Nachbargrundstueck.

Gemaesz “ManilaTimes”, “DailyTribune”, “ManilaStandard”, “SCMP” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

Ein Gedanke zu „…aus der philippinischen Presse

  • Januar 30, 2019 um 14:24
    Permalink

    Wow das ist echt übel was euch da passiert ist. Man gut das auch eure Nachbarn soweit ok sind…

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