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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 23. Januar 2019

(zum Bild: Sulu und Isabela sagen Nein zur BOL)

 

Das Plebiszit… – …zum BOL (Bangsamoro Organic Law) bestimmt heute die Schlagzeilen. Auch wenn es noch kein offizielles Ergebnis gibt, so ist doch die Zustimmung hoch in der ARMM (Autonomous Region in Muslim Mindanao) und in Cotabato City. Abgelehnt wird das BOL in Sulu und Isabela City. Damit ist klar, dass das BOL kommt – und damit auch die zweite Auflage am 6. Februar in ausgewaehlten Gemeinden  – damit gibt es nun aber auch zwei Probleme.

Das eine Problem ist die Ablehnung in Sulu, die auch Klagen gegen das BOL beim Obersten Gericht anhaengig haben. Sulu ist Zentrum der MNLF (Moro National Liberation Front), Erzfeind der MILF (Moro Islamic Liberation Front). Der MNLF-Gruender Nur Misuari hat sich der Teilnahme an den Gespraechen zum BOL verweigert – “mit Verraetern setze ich mich nicht an einen Tisch” – und so war er im TV nur zu sehen, wenn er sich von Praesident Rodrigo Roa Duterte als “Brother Nur” hofieren liesz. Duterte will mit ihm reden, doch jede Sonderloesung fuer Sulu – zwischen den BOL-Befuerwortern Basilan (ohne Isabela City) und Tawi-Tawi gelegen – kann nur zu Problemen fuehren dort, am Hintereingang zu den Philippinen fuer Terroristen, wo Abu Sayyaf auch sein Zentrum hat.

Das zweite Problem liegt im neuen Bangsamoro (~ Land der Moros), wie der MILF-Chef Ebrahim Murad selbst weisz: “Wir sehen in der Tat eine wirklich riesige Herausforderung, denn von den Revolutionaeren die wir einmal waren, muessen wir uns nun in Regierende wandeln. … Unser haertester Kampf wird der Kampf gegen uns selbst sein.” Da hat er sicher Recht, denn das alles haette es mit der ARMM ja schon mal geben sollen, bis die dann in Korruption und Inkompetenz versank.

Das erste Opfer… – …der Reinigung der Manila Bay ist der Manila Zoo. Der Buergermeister von Manila, Joseph Estrada, ordnete am Montag an, dass der Zoo fuer die Oeffentlichkeit “until further notice ~ bis auf Weiteres” geschlossen wird. Nun dachte ich, die Elefanten machen den Mist. Wie ich bei Jessica Soho in “State of the Nation” sah, haben die blosz einen, aber Kleinvieh macht ja auch Mist. Und der Zoo hat eben keine Abwasser-Aufbereitung, wie anfaenglich mal zu hoeren war.

In eigener Sache – Mein Blog zu “Bahay Pag-asa” fuehrte gestern im Netz zu Kommentaren, die ich nachvollziehen kann, die nur nichts mit dem von mir angesprochenen Punkt zu tun haben.

Die von mir kritisierte Aussage “Oha… nun koennen schon Neunjaehrige ins Gefaengnis gesteckt werden” ist nach wie vor falsch. Erst ab dem 18. Lebensjahr kommen Minderjaehrige nach Lage der Gesetze in den gewoehnlichen Straf-Vollzug. Alles andere ist unrechtmaeszig.

Gegen Kritik wehrt sich auch der Vorsitzende des Rechts-Ausschusses, der Abgeordnete von Mindoro Oriental, Doy Leachon, und raet: “Bevor sie urteilen und Aussagen veroeffentlichen, muessen sie zuerst mal das Gesetz lesen.

Zu der Diskusssion raet er dann auch, doch einen Blick in’s Ausland zu werfen. Das Mindestalter der kriminellen Verantwortlichkeit nach ihm ist in … North Carolina (USA) 6 … Thailand, Singapur 7 … Malaysia, United Kingdom 8 … Japan, Neuseeland, Schweiz 10 … Jahre. Mit 9 Jahren laege man da noch im Mittelfeld. Ich persoenlich halte das fuer eine Ueberforderung und bin eher fuer die 12 Jahre, die eine Mehrheit im Senat wohl befuerwortet.

Wer bis dahin nicht gelernt hat, was gut und was boese ist, der lernt es nimmermehr. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass es zu wenig “Bahay Pag-asa” gibt, und dass nach Aussage einer Dame eines Verbandes, der sich um Kinder kuemmert, die ich gestern bei Jessica Soho hoerte, einige der paar Haeuser, die es gibt, schlimmer als Gefaengnisse seien. Senator Richard Gordon schlaegt vor, die ominoesen 71 Mrd Peso “pork” aus dem Haushalt dafuer zu verwenden.

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “GMANews” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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