…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 21. Januar 2019

(zum Bild: Pass-Skandal der Aquino Regierung)

 

Entschuldigung für die heutige Verspätung meinerseits im Nachrichten- und Magazinblog, wir hatten einen fast ganztägigen Stromausfall. Ich werde versuchen nachzuholen was ich kann.

(Da ich keine Redaktion bin, ist diese Mitteilung also Bloggerelles)

 

Die Schlagzeile… – …der “Manila Times” gehoert dem Sieg von “Manny” Pacquiao in Las Vegas, doch gleich darunter ist auf der Titelseite der Anreiszer fuer einen Artikel der verkuendet, es sei “Alles bereit fuer das Bangsamoro Plebiszit”, das heute in der ARMM (Autonomous Region in Muslim Mindanao) und in Cotabato City und Isabela City stattfindet. Die Abstimmung ueber das BOL (Bangsaoro Organic Law) hat es als “Bloomberg”-Meldung auch in die “South China Morning Post” gebracht.

Zur Wahl aufgefordert werden 1,9 Mio Waehler in der ARMM zur Annahme des BOL, und 113 Tsd in Cotabato City und 71 Tsd in Isabela City zum Beitritt zum BOL. Die Comelec erwartet eine Teilnahme von 75 Prozent (~ 1,5 Mio), irgendwo anders las ich, die Erwartung sei 50 Prozent. Die Wahl ist manuell, man rechnet eine Woche fuer die Auszaehlung.

Fuer den zweiten Wahlgang am 6. Februar hoerte ich gestern im TV bei einem Special von “CNNPhil” mit Ruth Cabal, dass der vermutlich abgesagt wird, wenn der erste Wahlgang keine Annahme des BOL in der ARMM bringt. Im Februar geht es um den Beitritt einzelner Gemeinden mit 352 Tsd Waehlern in Lanao del Norte und 286 Tsd in North Cotabato.

Der Leitartikel… – …der “Times” befasst sich mit dem Skandal um Daten und Druck der Passports. Darauf zielt auch die heutige Kolumne von Rigoberto Tiglao in der “Times”. Der Leitartikler fordert eine Untersuchung des Senats, und Tiglao untersucht die Angelegenheit in einer Serie seiner Kolumne. Er sieht dahinter einen “crony deal ~ Vetternwirtschaft” von Benigno Aquino, denn “ein Vertrag, der 11 Mrd Peso in 10 Jahren Profite bringt, wurde einer privaten Firma auf dem silbernen Tablett serviert.” Es gab keine oeffentliche Ausschreibung.

Ich will auf Details nicht eingehen, denn die Serie von Tiglaos Kolumne hat vier Teile und soll am Mittwoch abschlieszen. Mir genuegt, dass Tiglao als investigativer Journalist gruendlich recherchiert, und so warte ich einfach auf die Untersuchung des Senats, die nicht nur in der “Times” gefordert wird. Dort werden sicher auch die Dinge zur Sprache kommen, die Tiglao grad ausgraebt.

Als Fortsetzung… – …meiner gestrigen allgemeinen Ueberlegungen kann heute die Kolumne von Dan Steinbock in der “Times” betrachtet werden. Ihm geht es um die Strategie, die die USA in Afrika verfolgt: “In der Vergangenheit zielte die US-Strategie in Afrika auf wirtschaftliche Kooperation und Hilfe, und nachrangig auf militaerische Kooperation. In der neuen Strategie, sind die Ziele ausgetauscht. Sie spielt die wirtschaftlichen Bemuehungen herunter, afrikanischen Wohlstand zu foerdern. Zweitens sieht sie Afrika hauptsaechlich als Basis islamistischen Terrors, der auf dem Kontinent entschaerft werden muss. Und drittens werden UN-Friedensmissionen nicht mehr unterstuetzt.

Da auf der anderen Seite China stark in Afrika investiert, missverstehen die USA Chinas Belt & Road-Initative als Plan zu “Chinas globaler Vorherrschaft”, und “da wirtschaftliche Fakten das Narrativ des Weiszen Hauses nicht stuetzen, verlaesst es sich auf ideologisches Einhaemmern.

Diese Entwicklung zeichne sich auch fuer ASEAN ab, da US-Praesident Donald Trump meint, “wir brauchen, dass ASEAN mehr fuer uns tut”. So wird das Weisze Haus seine Beziehungen zu ASEAN ueberarbeiten. “Es will Vertraege mit jeder einzelnen ASEAN-Wirtschaft aushandeln – um seinen Einfluss zu maximieren.

Diese Tendenz ist bereits in den Philippinen zu beobachten, was Waffenkaeufe angeht. In den USA kann Praesident Rodrigo Roa Duterte nicht kaufen, da kommt der US-Senat mit Menschenrechten. In China und Russland darf er nicht kaufen, darauf wies im August 2018 Randall Schriver vom US-Ministeriums fuer Verteidigung und Pazifische Sicherheit hin: “Wenn du Waffen kaufst, besonders groeszere Systeme, kaufst du nicht nur eine einfache Faehigkeit, die investierst in eine Beziehung.” Widrigenfalls droht Trump mit Embargos.

Darauf laesst Duterte sich nicht ein: “Ich hab denen gesagt, [sagt] euren Vorgesetzten und zivilen Fuehrern, unter den Bedingungen erwartet nicht, dass ich Waffen von den Vereinigten Staaten kaufe.” Er kauft Waffen in Israel und Sued-Korea.

Gemaesz “ManilaTimes”, “SCMP”, “CNNPhil” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.