…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 14. Januar 2019

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In allen Blaettern… – …ist heute der Diebstahl der Passport-Daten, den Auszen-Minister Teodoro Locsin per “Twitter” bekannt gab. Leitartikel dazu in den “Manila”-Blaettern “Times” und “Standard” und eine Meldung von “Bloomberg” hat es in die “South China Morning Post” gebracht. Wie es dazu kam? Nun, nicht alle Staaten haben die technischen Mittel, faelschungssichere Papiere nach heutigen Standards zu erstellen, also vergibt man das an eine Firma im Ausland, die dort vom Staat fuer solche Aufgaben lizensiert ist, in diesem Fall Frankreich.

Die Angelegenheit wird von der National Privacy Commission untersucht. Gemunkelt wird, dass ein Wechsel der Vertrags-Firma dazu fuehrte, denn es wurden wohl Kickbacks fuer den Wechsel erwartet, die nicht kamen. Also kuendigte man den Vertrag, was nicht gut ankam. Senatorin Risa Hontiveros wollte die Schuld der Duterte-Regierung an’s Bein binden, was nicht passt, denn der Vertrag wurde 2015, also unter Benigno Aquino gekuendigt. Wieder mal gelber Unrat, der unter Praesident Rodrigo Roa Duterte an’s Licht kommt.

Wo ich grad bei Unrat bin – 51 Container mit Abfaellen, die teils gefaehrliche Stoffe enthielten, werden derzeit in Mindanao auf Schiffe verladen und nach Sued Korea wieder zurueck transportiert. Sie waren falsch deklariert als Plastik-Material in’s Land gekommen.

So gut das in diesem Fall ist, so schlecht ist, dass der gefaehrliche Muell, den eine kanadische Firma 2013 unter falscher Deklaration in die Philippinen schickte, hier in ‘zig Containern immer noch rumsteht. Von der Presse im November 2017 dazu befragt, als er im Rahmen des ASEAN-Gipfels hier war, sagte der kanadische Premier Justin Trudeau: “Wir haben legale Barrieren und Einschraenkungen, die uns hindern, das zurueck zu nehmen. Diese Regeln und Einschraenkungen wurden nicht angesprochen. Daher ist es theoretisch unmoeglich, das zurueck zu holen. Da gibt es eine Reihe Fragen, wer zahlt das, wer ist finanziell verantwortlich. Das war ein Handels-Geschaeft. Die Regierung war nicht involviert.

Ganz anders verhielt sich die kanadische Regierung im Fall der 18-jaehrigen Rahaf Mohammed al-Kunun, die ihren Eltern in Saudi-Arabien fortlief, sich in ihrem Hotelzimmer am Flughafen Bangkok verbarrikadierte und um politisches Asyl bat. Sie befuerchtete in Saudi-Arabien getoetet zu werden, weil sie dem Islam abgeschworen hatte. Australien pruefte den Asyl-Antrag, als Trudeau vorpreschte, obwohl Kanada gar nicht involviert war, und gewaehrte – schwupps – Asyl. Rahaf wurde in Kanada am Flughafen von der Auszen-Ministerin Chrystia Freeland begrueszt, wie ich gestern im TV sehen konnte.

Ich verstehe das. Die Auszen-Ministerin haette sich kaum am Hafen zeigen koennen, falls die Muell-Container zurueck kaemen. Man muss ein Auge darauf haben, was gute Presse bringt und was nicht.

Der gelbe Unverstand – Federico D. Pascual Jr. wurde 1940 geboren, er schloss als Valedictorian (Jahrgangsbester) die Elementary School 1952, und wieder als Valedictorian die High School 1956 ab. Er studierte an der Holy Angel University in Angeles City, an der University of the Philippines in Quezon City und schloss mit dem Bachelor of Arts in Englisch an der University of the East in Manila ab. Von dort ging er 1964 als diplomatischer Reporter zur “Manila Times”, bis Ferdinand Marcos 1972 das Kriegsrecht verhaengte und die Zeitungen einen Maulkorb bekamen. Nach der Ermordung von “Ninoy” Aquino ging Pascual in’s selbstgewaehlte Exil in die USA, kehrte nach der EDSA-Revolte 1986 zurueck und wurde Chefredakteur des “Inquirer”.

Seit 1997 hat Pascual seine Kolumne “Postscript” im “Philippine Star”, die er gestern ueber “Dutertes Problem der Kommunikation” so begann: “Es ist ganz offensichtlich, dass Praesident Duterte ein Handikap hat in seiner Unfaehigkeit, effektiv mit der Oeffentlichkeit zu kommunizieren, ein Problem, das sich auf viele Aspekte seiner Regierung negativ auswirkt. Das ist einer der Gruende, dass wenn der Praesident eine groeszere Ankuendigung oder auch nur eine triviale Bemerkung macht, oft ein Sprecher oder Uebersetzer einspringen muss um zu klaeren, zu erlaeutern, umzugestalten oder gar einer General-Ueberholung zu unterziehen, was der Praesident sagte oder zu sagen versuchte.

Er vergleicht Duterte mit dem US-Praesidenten Ronald Reagan, dem “Groszen Kommunikator”. Dessen Kommunikations-Faehigkeiten – so Pascual – “entsprangen der menschlichen Tiefe seiner Botschaften und dem effektiven Stil seines Vortrags – etwas von dem der Buergermeister aus Davao und seine Mannen nur traeumen koennen.

Das ist – mit Verlaub – elitaere Scheisze.

Das philippinische Volk hat Duterte nicht gewaehlt um wohlklingende Reden zu hoeren, sondern damit er mit der Kriminalitaet aufraeumt, und das geht nicht mit schoenen Worten. Und die Reden des Praesidenten muss keiner dem Volk uebersetzen, das versteht ihn so wie er spricht. Erlaeuterungen verlangen nur Journalisten und Oppositionelle, weil sie nicht verstehen koennen, wie jemand verstanden wird, der nicht so amerikanisch ist wie sie, und nicht so redet wie Ronald Reagan.

Irgendwie verlieren jene die “native Sicht” auf ihre Heimat, die laenger im Westen waren und – “gehst du nach Rom, sei wie die Roemer” – den dortigen Ton adaptieren. Sie fuehlen sich als “Elite” und wollen politisch korrekt angesprochen werden. Kein Mensch braucht eine Uebersetzung von Dutertes Reden auszer jenen, die fuer den Westen arbeiten und die Reden politisch korrigieren, sodass sie am Schluss nur schreiben, Duterte sagte: “P***** i**, ‘yung g***!

Wer soll das verstehen?

Und dann laesst Pascual seinen Neid raushaengen und reibt es Duterte so richtig rein: “Wenn er zu philippinischen Arbeitern im Ausland spricht, traegt er sein nun sattsam bekanntes Skript vor – nachdem er seine Begleitung als Milliardaere, Valedictorians, magna cum laudes usw. vorgestellt hat, die nun tun, was er als Praesident auftraegt.

In diesen Zeilen steckt der blanke Neid des gelben Valedictorians, dass einer, der nicht in den USA war, kein Valedictorian – immer nur 80 Prozent an der Schule – nun ueber die “Elite” gebietet.

Tja, Herr Pascual, das ist Demokratie.

Duterte hat kein Problem mit der Kommunikation. Die gelbe “Elite” hat ein Problem mit Duterte, weil der vom Volk verstanden wird. Und wenn das Volk so gewoehnlich ist, wie das gewoehnliche Volk gewoehnlich eben ist, dann kann Rodrigo Duterte sich kein anderes Volk waehlen, sondern muss so reden, dass er verstanden wird. Das mag politisch nicht korrekt sein, aber das ist so ehrlich, wie kein Aquino – Mutter wie Sohn – je war. Und dazu faellt mir die Frage ein, warum vergleicht Pascual Duterte mit einem ehemaligen US-Praesidenten? Warum nicht z.B. mit Dutertes Vorgaenger, Benigno “Noynoy” Aquino? Der hat es laut “Wikipedia” immerhin geschafft, dass “Noynoying” als Ausdruck in die Umgangs-Sprache gelangte. “Noynoying” bedeutet, dass man faul herumsitzt, den Kopf in die Hand stuetzt und nichts tut.

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “SCMP”, “PhilStar”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.