…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 10. Januar 2019

(zum Bild: )

 

Tue Gutes… – …und red nicht drueber, ist der neue Wahlspruch von Praesident Rodrigo Roa Duterte, wie er am Mittwoch bei einem Besuch in Masbate andeutete. Das ist eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was Politiker ueblicherweise tun, aber Duterte ist kein ueblicher Politiker, im Gegenteil. Am Dienstag begann er seine Rede im Cuneta Astrodome in Pasay City so: “Ihr wisst, ich bin kein Politiker mehr. Ich habe erreicht… Ich bin auf ein abbauwuerdiges Vorkommen in meiner politischen Karriere gestoszen. Ich bin alt und ich will nicht mal mehr einen Tag laenger [als noetig] in der Position bleiben, die ich derzeit einnehme.

In Masbate gab er am Tag darauf einen Hinweis, was dieses “pay dirt ~ abbauwuerdiges Vorkommen” sein koennte: “Ich werde Masbate unter die Landreform stellen, glaubt mir das. Merkt euch meine Worte. Mit oder ohne Kommunisten, wir koennen das. Ich hab noch drei Jahre, ich werde mir den Rest der Philippinen vornehmen.” Dann fragte er, ob John Castriciones, Minister fuer Agrar-Reform, anwesend sei und gab direkt Order fuer ihn: “Sagt ihm, dass er naechste Woche hierherkommt und sich Masbate anschaut. Er sollte alles unter die Landreform bringen.” Und er kuendigte an: “Ich werde hierher zurueckkommen und Agrar-Reform-Minister Castriciones sagen, dass er das untersuchen soll, weil wir alles verteilen werden. Nach meiner Amtszeit soll alles Land der Regierung verteilt sein, und andere werden zu Hunderten unter die Landreform gestellt.

Das sind keine “executive orders”, wenn Duterte in Reden so voranprescht, das politische Handwerk wird dem noch folgen muessen, aber das war auch kein “talkalese” – er ist da nun im Wort.

Es ist auch nicht neu. Schon in Boracay, nachdem die Jauchegrube geklaert war, hat er Land an die Einwohner dort verteilt. Er hat nach dem Sagay-Massaker, bei dem im Oktober letzten Jahres 9 Bauern auf offenem Feld erschossen wurden, Plaene angestoszen, um Negros unter die Landreform zu stellen, um die Unruhen kommunistischer Gruppen in den Griff zu bekommen, ohne sich von der CPP (Communist Party of the Philippines) ueber den Tisch ziehen zu lassen und die an der Regierung zu beteiligen. In Kidapawan, North Cotabato, hat er Land an Bauern verteilt, wovon in der Presse aber nur uebrig blieb, dass er als Jugendlicher mal gebeichtet hat, dass er einem Hausmaedchen unter die Waesche gefasst hat. Tue Gutes und red ueber was anderes, war auch keine gute Idee – das brachte schlechte Presse. Ob Duterte nun in Masbate, das rebellen-verseucht sein soll, das ohne grosze Reden schafft, werden wir sehen.

Auf jeden Fall hat er eingesehen, dass er militaerisch mit den Unruhen nicht fertig wird, solange die Ursachen nicht beseitigt sind. Und dazu gehoert in den Provinzen eben ein Stueckchen Land, auf und von dem man sein Leben fristen kann.

Das Trillanes-Raetsel”… – …ueberschreibt Jojo Robles seine Kolumne heute in “The Manila Times”. Und das Raetsel ist die Frage, die ich mir letzten Dienstag schon gestellt habe: wird Senator Antonio Trillanes, derzeit zu Vortraegen im Ausland, noch in dieses Land zurueckkommen?

In seiner Kolumne zaehlt Robles auf, was sich der Rebell unter Gloria Macapagal-Arroyo alles geleistet hat, und wie er dann von Arroyos Erzfeind, Benigno Aquino, aus dem Knast geholt wurde, weil der einen Mann fuer’s Grobe brauchte. Trillanes waehnte sich so schon “scot free ~ ungestraft” davongekommen, bis dann unter Duterte der lange Arm des Gesetzes nachholte, was zuvor unterlassen, bzw. verschlampt wurde. Das Distrikts-Gericht hat seinen Einspruch gegen den Haftbefehl abgewiesen – was tut Trillanes nun? Und so schaetzt Robles: “Also, er kommt nicht zurueck, solange ihm nicht versichert wird, dass er nicht wie ein gewoehnlicher Verbrecher eingesperrt wird. Was schon ironisch ist, denn ein gewoehnlicher Verbrecher wird kaum bezichtigt, je solches Unheil angerichtet zu haben wie Trillanes es tat.

Schmutz oder nicht Schmutz?… – …das ist die Frage, die sich mir angesichts der Meldung stellt, die heute in mehreren Blaettern erscheint, dass sich das Buero des Ombudsmannes nun angeblich mit dem “flood control”-Betrug beschaeftigt, dieser ominoesen Einfuegung in den Haushalt, die keine Einfuegung sein soll, mit der Mehrheits-Fuehrer Rolando Andaya dem Haushalts-Minister Benjamin Diokno an die Karre fahren will.

Mein “Schmutz”-Verdacht ruehrt daher, dass alle Meldungen sich allein auf die Verlautbarung des Andaya beziehen, das Buero des Ombudsmannes habe Dokumente vom Haus angefordert in Vorbereitung fuer eine Untersuchung des “flood control”-Betruges. Es gibt keine andere Quelle dazu, und Ombudsmann Samuel Martires weigert sich, Andayas Verlautbarung zu bestaetigen oder ihr zu widersprechen: “Es muss erinnert werden, dass Untersuchungen, die vom Field Investigation Office beim Buero des Ombudsmannes durchgefuehrt werden, der Natur nach hoechst vertraulich sind.

Mir ist die Meldung – je nachdem, wie man es sehen will – zu durchsichtig oder zu undurchsichtig, um mich weiter damit zu befassen.

Gemaesz “PCOO”, “ManilaBulletin”, “DailyTribune”, “Inquirer”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.