…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 21. Dezember 2018

(zum Bild: Streitereien um den philippinischen Haushalt für 2019)

 

Schatten der Vergangenheit – Die Finanzen sind “das” Thema heute in “The Manila Times” – Schlagzeile “Drilon, Angara corner Road Board millions”, Leitatikel “Budget impasse cries for leaders’ statemanship”, Kolumne von Rigoberto Tiglao “Lacson should stop stalking Arroyo and hurling false, cheap shots”.

Im Haushalt werden unter anderem Gelder fuer die Infra-Struktur der verschiedenen Regionen bereit gestellt, und jeder Senator/Abgeordnete versucht fuer seine Region viel herauszuschlagen, das hilft fuer eine eventuelle Wiederwahl und ueberhaupt.

Das wirkt natuerlich nur, wenn der Haushalt verabschiedet ist, und das ist er eben nicht – weil, so der Leitartikel, sich der Mehrheitsfuehrer Rolando Andaya und der Minderheitsfuehrer Danilo Suarez sich mit Haushalts-Minister Benjamin Diokno ueber Kreuz sind, ob nun “pork” im Haushalt ist oder nicht nicht, und, falls ja, wer da was wo “geparkt” hat. Hintergrund koennte eine Rivalitaet von Diokno und der Sprecherin des Hauses Gloria Macapagal Arroyo sein. Der “Manila Standard” will sogar von einem Putsch-Versuch von Diokno und Finanz-Minister Carlos Dominguez wissen, die Arroyo ihren Haushalt auf’s Auge druecken wollten, kurz nachdem sie Sprecherin wurde. Die verweigerte sich, und nun stelle das Haus – Mehrheit plus Minderheit – sich quer, und Diokno verleumdet Arroyo, deren Amtszeit 2019 auslaeuft, seinen Posten oder den von Dominguez beerben zu wollen. Der “Standard” stuetzt sich dabei auf eine Quelle, die nicht genannt werden moechte, aber das kennt man ja schon.

Naeher an dem Pfeffer, in dem der Hase liegt, kommt Tiglao in seiner Kolumne, in der er fragt, warum Senator Panfilo Lacson indirekte Anschuldigungen gegen Arroyo macht, ohne ihren Namen zu nennen. Eine besonders hinterfotzige Art des politischen Beschaedigungs-Kampfes, die in der Sache nichts bringt, auszer dass einer auf der Strecke bleibt. Der Grund hierfuer, so Tiglao: “Einfach weil er [Lacson] nicht ueber die Verletzung hinweg kam, als nach seinem Glauben Arroyo hinter ihm her war – sie zwang ihn fuer ein Jahr sogar das Leben eines Fluechtlings zu fuehren – wegen des brutalen Mordes im Jahr 2000 des Publizisten Bubby Dacer und dessen Fahrers Emmanuel Corbito. … Lacson kocht offensichtlich vor Wut ueber das politische Comeback der Arroyo. … Doch da ich selbst in Arroyos Regierung war, kann ich sagen, dass es in der Zeit verbreiteter Glaube war, dass Lacson, damals Pozizei-Chef, lediglich Praesident Estradas Order folgte, Dacer zu liquidieren… Warum Arroyo beschuldigen?

Die Gegnerschaft Dioknos zu Arroyo und Andaya sieht Tiglao solider begruendet als die verletzten Gefuehle des Senators Lacson. Andaya war Budget-Minister unter Arroyo, weisz wie der Hase dort laeuft und soll offensichtlich noch Quellen im Haushalts-Ministerium haben, die gefaehrliche Informationen an ihn geben. Die Anwuerfe, dass Arroyo und Andara im Haushalt “fuer sich gesorgt haben” entkraeftet Tiglao mit einer Liste von 194 Abgeordneten, deren Regionen Gelder zugewiesen werden, in der Arroyo an 100ster und Andara an 191ster Stelle plaziert sind. Erster in dieser Liste der Nutznieszer ist komischerweise der von Arroyo gestuerzte vormalige Sprecher des Hauses Pantaleon Alvarez, und Neunter der Ex-Mehrheitsfuehrer Rodolfo Fariñas. Das spricht eher dafuer, dass der Haushalt noch vor Arroyo gezimmert wurde, was dann wieder fuer die Putsch-Theorie des “Standard” spricht, dass Diokno und Dominguez bei Arroyo vorstellig wurden, um ihren Haushalt zu erhalten.

Doch das artet jetzt in Kaffeesatz-Leserei aus, und da breche ich einfach ab. Wir werden sehen, ob und was dabei herauskommt.



Beunruhigend… – …finde ich eine Meldung im “Daily Tribune”, dass es eine Spaltung der MNLF (Moro Islamic Liberation Front) gibt, die sich dem BOL (Bangsomoro Organic Law) verweigert. Bisher glaubte ich, dass Nur Misuari die unsichere Variable bei dem anstehenden Plebiszit ist – das war wohl ein Aberglaube. Es gibt eine Gruppe der MNLF unter dem frueheren Sulu-Gouverneur Yusop Jikiri, die BOL unterstuetzt, und es gibt eine Gruppe unter wem auch immer, die an dem Plebiszit teilnehmen, jedoch mit “no” stimmen will, damit das BOL nicht durchkommt. Dies seien mehrheitlich Leute aus dem Sulu-Archipel und aus Cotabato.

Zu welcher Seite Misuari nun gehoert, weisz offenbar niemand. Es mehren sich Geruechte, dass er nicht mehr viel zu sagen hat.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “DailyTribune” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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