…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 09. Dezember 2018

(zum Bild: Duterte und Religion)

 

Das Wort zum Sonntag… – …kam diesmal schon zum Samstag, und zwar von Praesident Rodrigo Roa Duterte persoenlich, als der sich zum gestrigen Fest der Unbefleckten Empfaengnis Marias aeuszerte.

Fuer Nicht-Katholiken sei hier aus der “Wikipedia” eingestreut, dass sich das nicht auf die Empfaengnis Jesu bezieht – worueber dann gewitzelt wird, dass das aber flott ging, wenn der gut zwei Wochen spaeter geboren wurde – sondern es geht darum, dass Maria, die Gottesmutter, die von ihren Eltern Anna und Joachim gezeugt, empfangen und geboren, dabei aber von der Erbsuende nicht betroffen wurde, die – nach katholischer Lehre – sonst jeder bei diesen menschlichen Vorgaengen als Zugabe gratis mitbekommt. Maria blieb davon verschont, sie war “immaculata~ unbefleckt”, frei von Erbsuende, und damit wuerdig Gottes Sohn Jesus als Jungfrau zu empfangen und zur Welt zu bringen.

Da Praesident Duterte am 23. Dezember 2017 per Republic Act No. 10966 den 8. Dezember zum besonderen landesweiten arbeitsfreien Tag erklaert hatte, stand es ihm gut an, sich heuer dazu auch zu aeuszern. Er sagte: “Mich verbindet mit der ganzen Philippinischen Katholischen Gemeinschaft das Gedenken der Erhabenheit der Unbefleckten Empfaengnis von Maria. Jedes Jahr vereinigen sich unsere Gedanken und Herzen um das Leben der Jungfrau Maria zu feiern, deren Schlichtheit, Freundlichkeit und Demut wir wahrhaft bewundern und verehren. … Lasst uns Marias Vorzuegen als demuetige und sorgende Person nacheifern, und moegen wir dabei geleitet bleiben von ihrer Glaeubigkeit, indem wir unsere Hingabe staerken und unser Leben erfuellen mit bedingungsloser Liebe und guten Taten, die dem Philippinischen Volk zugute kommen.

Dies wurde vom Sekretaer fuer Oeffentlichkeits-Arbeit der CBCP (Catholic Bishops Conference of the Philippines) Bruder Jerome Secillano freundlich aufgenommen, insbesondere nach Dutertes letzten Ausfaellen gegen einige Bischoefe, in denen auch mal wieder das Wort “kill” vorkam. Bruder Jerome meinte: “Wir brauchen Weisheit in unseren Worten und Taten. … Wenn wir weiter mit ihm argumentieren, koennte das nie enden.

Der Sprecher des Praesidenten, Salvador Panelo, meint hingegen, Duterte habe in seinen Aeuszerungen uebertrieben. Das sehe ich nicht so.

Duterte ist Praesident und Gottsucher. Als Praesident achtet er auf die Trennung von Kirche und Staat, und da laesst er sich von politisierenden Bischoefen nicht reinreden und antwortet ihnen in der ihm nun einmal eigenen Sprache. Als Gottsucher ist er mit seinem Glauben noch nicht zu Rande gekommen. Ihm genuegt das Ritual nicht, das in der Messe zelebrert wird, und zur Beichte hat er seine eigene Meinung, doch mit Gott hat er keineswegs gebrochen. Er kann Gott nicht als eine Geschichte sehen, die man nicht hinterfragen darf, sondern er fragt weiter und klopft Glaubensinhalte auf ihre Zuverlaessigkeit ab. Und da passt eine Mutter Gottes gut hinein. Sie ist populaer in ihrer “Schlichtheit, Freundlichkeit und Demut” die er “wahrhaft bewundern” kann – warum sollte er das nicht glauben?



Der Leitartikel… – …der “Manila Times” sieht ein Problem im Urteil des Sandiganbayan bzgl. “Bong” Revilla. Zum einen musste das Tribunal personell erweitert werden, weil man sich nicht einig wurde. Dann war es aber auch nur eine enge Entscheidung mit 3:2 Stimmen, und – trotz Freispruch, was den Vorwurf der Pluenderung angeht, will man aber gleichzeitig 124,5 Mio Peso von ihm zurueck, die Haelfte des “gepluenderten Geldes”. Das passt so gut zusammen wie der Satz “Okay, du bist kein Dieb, aber gib mir mein Geld zurueck!

Hier meldet sich auch die inhaftierte Senatorin Leila de Lima, die den Fall gegen Revilla als Justiz-Ministerin vor Gericht brachte, im “Inquirer” zu Wort und meint: “Unter dieser Regierung ist es wirklich offensichtlich, dass die korrupten und groszen Pluenderer freigesprochen werden, waehrend Kritiker auf’s Korn genommen und mit fabrizierten Vorwuerfen belastet werden, und blosz Verdaechtige in hellem Tageslicht niedergeschossen werden.

Lassen wir mal ihren Seitenhieb in eigener Sache auszer Acht, so scheint mir das Revilla-Urteil noch nicht das Ende der Affaere zu sein.

Ein Leser fragt… – …nach meiner Meinung im Fall des Rolando Espinosa, der mit dem Mithaeftling Raul Yap am 5. November 2016 in seiner Zelle im Gefaengnis in Albuera, Leyte, bei Zustellung eines Haftbefehls von Polizisten erschossen wurde. Bei Untersuchung des Vorfalls durch den Senat, welche Senator Panfilo Lacson leitete, stellte dieser fest: “There’s one word to describe this: premeditated ~ Da gibt’s nur ein Wort das zu beschreiben: vorsaetzlich”. Zu der Meinung kam er, weil 50 Minuten, bevor die Polizisten das Gefaengnis betraten, sie bereits die Spurensicherung anriefen. Lacson verglich das so: “Para kayong tumatawag ng punerarya, wala pang enkwentro ~ Das ist als ob ihr das Beerdigungs-Institut anruft, bevor es zu der Auseinandersetzung kam”.

Malacañang fand den Vorfall damals “ungluecklich”, ich fand das auch “sehr ungluecklich”. Meine eigene Meinung werde ich mir bilden, wenn der Prozess beginnt. Einzelheiten zur Untersuchung findet der Leser in meinem Blog auf meiner Web-Seite “sites.google.com/site/gesichtsbuchheikoeckard” in der PDF-Datei “Duterte_2016.pdf”.



Gemaesz “Wikipedia”, “DailyTribune”, “ManilaBulletin”, “ManilaTimes”, “Inquirer” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.