…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 07. Dezember 2018

(zum Bild: Duterte fährt harte Linie gegen Kommunisten)

 

Rigoberto Tiglao… – …beschaeftigt sich heute in seiner Kolumne in “The Manila Times” mit der Aussage von Praesident Rodrigo Roa Duterte, dass einige Party-List-Gruppen blosze Fassaden fuer die CPP (Communist Party of the Philippines) und deren bewaffneten Zweig NPA (New People’s Army) sind. Tiglao rechnet noch ein paar aus dem Makabayan-Block mit dazu und nennt Namen: Carlos Zarate (Bayan Muna), Ariel Casilao (Anakpawis), Sarah Elago (Kabataan), Emmi de Jesus und Arleen Brosas (Gabriela), Antonio Tino und France Castro (ACT Teachers) seien Kommunisten, die unter dem Namen “Makabayang Koalisyon ng Mamamayan ~ Patriotische Koalition des Volkes” in’s Parlament gekommen sind.

Diese Hansln und Gretln nennt die CPP ihre “Massenorganisationen”, und dass das so ist, weisz jeder im Land, nur spricht es niemand aus. So werden sie in “Inquirer” und “Rappler” stets als “progressive Makabayan-bloc” zitiert. Erst Duterte hat den Mumm, Ross und Reiter zu nennen. Dabei ist nichts an dem Block fortschrittlich. Die Ideologie ist Mao-istisch, so denkt man heute nicht mal mehr in China, und sie sind gleich gar nicht patriotisch.

So wird die CPP-NPA hauptsaechlich von Telekom-Firmen finanziert, die in auslaendischem Besitz sind – Smart gehoert mit PLDT dem indonesischen Tycoon Anthoni Salim und Globe der Singapur Telecom, von denen CPP-NPA – sagt man – 200 Mio Peso oder so bekommen, damit die NPA ihnen ihre Sende-Masten nicht wegsprengt. Eigene Sicherheits-Kraefte um die Masten zu stellen, kaeme viel teurer. So versteht sich, dass Kommunisten zwar stets US-Kapitalisten attackieren, die hinter der Regierung stuenden, aber nie Kapitalisten aus Indonesien oder Singapur, die das Kommunikations-Monopol halten.

Dieser Block wird von Jose Maria “Joma” Sison und der CPP gehegt und geflegt, denn ihre eigenen Veroeffentlichungen interessieren kaum. Dagegen geht es durch die ganze Medien-Landschaft, wenn “Mitglieder des Hauses” gegen den Praesidenten reden. Das war deutlich zu sehen, als Satur Ocampo (Chef der Makabayan) und France Castro (von den ACT Teachers) Probleme wegen Kidnapping bekamen, als sie minderjaehrige Lumad fuer die NPA keilen wollten. Die beiden verwahren sich im Zusammenhang mit Kommunisten genannt zu werden, sie muessen ihren demokratischen Schein erhalten, und drohen mit Klage, doch das bringt General Carlito Galvez nicht von seiner Behauptung ab, der dazu steht, dass sie Kommunisten seien, und der damit in Linie mit Praesident Duterte ist.

Zum Schluss weist Tiglao zum x-ten Male darauf hin, dass wir dies der Heiligen des Gelben Kults, Cory Aquino, zu verdanken haben: sie hat Sison aus dem Gefaengnis gelassen, kaum dass sie an der Macht war, und sie hat dafuer gesorgt, dass diese idiotische Party-List-Regelung in die Verfassung von 1987 kam. Eigentlich sollten so Minderheiten eine Stimme bekommen. Ironischerweise kamen so Reiche in’s Haus, die sich Stimmen kaufen konnten, und Kommunisten, bei denen die NPA dafuer sorgte, dass sie genug Stimmen bekamen.



Die Regierung… – …faehrt derzeit eine harte Linie gegenueber den Kommunisten und ist gewappnet fuer den 50sten Jahrestag der CPP, die am 26. Dezember 1968 von “Joma” Sison gegruendet wurde. Man erwartet Aktionen, und Verteidigungs-Minister Delfin Lorenzana hat auch eine Waffenruhe ueber Weihnachten abgelehnt, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass CPP-NPA die Zeit nur nutzt, um sich neu zu formieren und Anhaenger zu werben. Das werde diesmal nicht gestattet.

Eine harte Linie… – …faehrt Praesident Duterte auch, was den Krieg gegen Drogen angeht. In einer Rede am Mittwoch sagte er: “Ich will das zu Ende bringen, ich kann da nichts versprechen, aber wir sind uns alle einig mit Polizei und Armee, wir wollen versuchen, das zu Ende zu bringen. Und ich werde hart sein. Und da koennte es wirklich zu weit verbreiteter Gewalt kommen, aber darauf bin ich vorbereitet.

Diese neue Auffuehrung seiner Entschlossenheit mag damit zu tun haben, dass der ICC (International Criminal Court) neuerdings wieder im Gespraech ist. So meinten einige – unter anderen Harry Roque, ehemaliger Sprecher des Praesidenten, Kandidat fuer den Senat und zugelassener Anwalt am ICC, wie auch der jetzige Sprecher und juristische Berater des Praesidenten, Salvador Panelo – dass das Urteil gegen die Polizisten, die den Jugendlichen Kian delos Santos ermordeten, doch zeige, dass der Rechtsstaat hier funktioniert und der ICC damit auszen vor sei. Doch die Anklaegerin des ICC Fatou Bensouda gab bekannt, dass ihre Untersuchung weiterlaeuft.

Das ist nun wieder etwas, was Duterte reizt. Der laesst nichts auf sich sitzen. Kommt das nun von einem US-Praesidenten, von der Kirche oder vom ICC oder von wem auch immer – er gibt Contra. Wo er Recht hat – oder es zu haben meint – da gibt er nicht klein bei. In der Beziehung hat er etwas von Michael Kohlhaas, und da bleibt nur zu hoffen, dass es nicht so ausgeht wie mit dem. Der bekam Recht im Streit mit dem Junker, doch er wurde wegen Landfriedensbruch verurteilt und hingerichtet.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “DailyTribune”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.