…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 06. November 2018

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Die Guten… – In ihrer gestrigen Kolumne im “Manila Bulletin” sagte Getsy Tiglao in Richtung Schwester Patricia Fox “Zum Glueck sind wir dich los, und komm nicht zurueck!” Gab die sich hier als Unschuldslamm und fromme Seele, so liesz sie in ihrer australischen Heimat die Maske herunter und sagte ueber die Philippinen: “Es gibt seit langer Zeit eine Kultur der Unbestrafbarkeit und es wird schlimmer. … Bei der Arbeit mit Bauern hoerten wir eine Menge Geschichten von auszergerichtlichen Toetungen, Menschen im Gefaengnis fuer erfundene Vorwuerfe, Folter … und so machten wir uns daran, das zu dokumentieren.” So, so, das war also ihre missionarische Taetigkeit: Material gegen Praesident Duterte sammeln.

In seiner gestrigen Kolumne im “Manila Standard” spricht Alejandro del Rosario von einer “Identitaets-Krise des ‘Sankt Rodrigo’”, wobei er sich auf den Witz Dutertes bezieht, die Leute sollten lieber “zu Sankt Rodrigo als zu den Heiligen beten.” Und schon ist del Rosario bei der Feststellung von Bischof Pablo Virgilio David, dass Duterte ein “sehr kranker Mann” sei, fuer den man beten muesse. Das sieht der Bischof wie der ehemalige UN-Menschenrechts-Chef, Zeid Ra’ad Al Hussein, der meinte, Duterte sollte “psychiatrisch untersucht” werden.

Mit der Aussage, jemand sei “krank”, wehrt man ab, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Der kriegt eine Spritze und man wartet, bis er sich beruhigt hat, und sollte das nicht eintreten, muss er eben “ruhig gestellt werden”. Duterte wird als Mensch nicht mehr wahrgenommen – also muss man ihn auch nicht so behandeln. In diesem Sinne feiert sich die “gesunde, liberale Welt”, und haut sich gegenseitig auf die Schulter, wie gut sie doch sind.

Menschenrechtler definieren sich weltweit dadurch, dass sie andere als “Unmenschen” brandmarken, gegen die sie ins Feld ziehen koennen, weil – gaebe es keine “Unmenschen”, wofuer braeuchte man dann Menschenrechtler? Da es die Menschenrechtler aber nun mal gibt, muss es nach der Logik der Guten dann auch “Unmenschen” geben – zum Beispiel Duterte. Wie der redet! Der muss ja boese sein.



…und der Boese – Praesident Rodrigo Roa Duterte ist bereit, an die Grenzen zu gehen (go to the extremes), um mit dem Drogen-Problem zu Rande zu kommen. Er will eine Task Force schaffen, um den illegalen Drogenhandel zu bekaempfen, die aus Polizei, Armee, Zoll und Kuestenwache gebildet wird. Er sieht im Drogenhandel das Uebel Nummer Eins, das sich nicht nur in der Kriminalitaet, sondern auch in der Wirtschaft und in Behoerden bemerkbar macht, bis in die Politik: “Schaut euch die Wahl [naechstes Jahr] an. Drogengeld wird dort eine Rolle spielen.” Er verwies auf die Parojinogs, aber er haette auch auf Leila de Lima verweisen koennen, die im Verdacht steht, das Geld fuer ihren Wahlkampf um einen Sitz im Senat bei den Haeftlingen in Bilibid eingesammelt zu haben, wofuer die sich luxurioes einrichten und ihren Handel ungestoert weiter betreiben konnten. Das finden Menschenrechtler toll und verleihen ihr Preise. Duterte findet das nicht gut: “Die Menschenrechts-Gruppen, die [sind gegen mich]. Aber sie wissen nicht, wie tief das [Drogen-]Problem ist. Und so sind die Menschenrechte gegen mein Land.

Das darf doch wohl nicht wahr sein, und so verkuendet nun Auszen-Minister Teodoro Locsin beim Vin d-Honneur im DFA (Department of Foreign Affairs), dass die bisherige Devise von Dutertes Auszen-Politik sich gewandelt hat. Galt bisher der Spruch “Freund von allen, Feind von niemandem”, so werde es ab sofort heiszen “Freund fuer Freunde, Feind fuer Feinde und schlimmster Feind fuer falsche Freunde.

Einen Vorgeschmack darauf haben wohl schon die UAE (United Arab Emirates) bekommen, wie Duterte am Dienstag offenbarte. Jennifer Dalquez, OFW (Oversea Filipino Worker) als Hausmaedchen in Abu Dhabi, war dort zum Tode verurteilt worden, weil sie ihren Arbeitgeber getoetet hatte, der sie mit vorgehaltenem Messer vergewaltigen wollte. Sie sasz fast vier Jahre in der Todeszelle. Duterte schickte einen Botschafter nach Abu Dhabi, der erklaerte, dass der Praesident einen totalen Bann fuer OFWs in die ganzen UAE verhaengen werde, falls Dalquez hingerichtet wird. In Abu Dhabi wurde nochmal verhandelt. Dalquez bekam drei Jahre, die als verbueszt galten. Am 2. November kehrte sie zurueck und wurde von Duterte begrueszt in diesem Land, in dem nach Ansicht der guten Risa Hontiveros “jede Frau in Gefahr in dieser Vergewaltigungs-Kultur” lebt.

Der Praesident ist heute in Boracay, wo er nicht bei der Eroeffnung fuer Touristen war, sondern um nun Land an die Einwohner dort zu verteilen. In die Touristen-Gegend kann er auch kaum gehen, denn dort ist nun das Fluchen verboten worden.

Tja, das ist der Fluch der boesen Tat…



Gemaesz “DailyTribune”, “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “ManilaStandard”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.