…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 08. Oktober 2018

 

Krieg ist vorbei„… – …ist die Schlagzeile der „Manila Times“ heute und berichtet von einem Besuch von Stabs-Chef General Carlito Galvez in Sultan Kudarat. Das ist immer etwas verwirrend, denn es gibt eine Provinz Sultan Kudarat, die aber nicht zu Bangsamoro gehoert, das ueber das BOL (Bangsamoro Organic Law) definiert wird, und es gibt eine Stadt Sultan Kudarat, die in der Provinz Maguindanao liegt, die zu Bangsamoro gehoert.

Also, General Galvez war am Samstag in der Stadt Sultan Kudarat, Maguindanao, genauer im Camp Darapanan der MILF (Moro Islamic Liberation Front) dort, wo er den MILF-Vorsitzenden Al Hajj Murad Ebrahim traf.

Dort sagte Galvez: „Ich kann nun den Krieg zwischen der Armee und der MILF fuer beendet erklaeren. … Zu meinen Kommandanten [sage ich], lasst uns unsere Brueder und Schwestern umarmen und ihnen den Respekt und dauerhaften Frieden geben, den die Moros verdient haben.

Ebrahim seinerseits erklaerte: „Dieser Besuch zeigt die Hoehe des Fortschritts, den wir ueber die Jahre gemacht haben, in einer bezeichnenden Zusammenarbeit unserer militaerischen Offiziere bei unserem Ringen um Frieden in unserer Bangsamoro Heimat.“ Und er ueberreichte Galvez eine Medaille „Soldat des Friedens„, die zum ersten Mal an einen Offizier der Armee ging.

Diese Zusammenarbeit erwies sich in der Marawi-Krise als hilfreich, denn MILF will keinen IS in Bangsamoro haben, der ihre Fuehrerschaft streitig machen koennte. Was aber auch die naechste Frage aufwirft: was ist mit der MNLF (Moro National Liberation Front) von Nur Misuari? Von dem hoert man mal wieder nichts, und da kann man raetseln, ob das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist.



Ein Leser fragt… – …was „legal hier lebende Deutsche“ sind und was die „Annual Report Fee“ ist. Wer eine ACR-ID-Card (Alien Certificate of Registration-ID-Card) mit einem permanenten Visum (permanent resident) hat, wie zum Beispiel ich, der muss in den ersten 60 Tagen jeden Jahres beim BI (Bureau of Immigration) vorstellig werden und eine Meldegebuehr (Annual Report Fee) zahlen. Das sind 300 Peso + 10 Peso Suchgebuehr (Legal Reasearch Fee), was wohl heiszt, dass sie  schauen, ob man auf der Fahndungsliste steht, bevor sie den Betrag quittieren, was den Aufenthalt fuer ein weiteres Jahr legalisiert.

Alle anderen Auslaender oder Inhaber befristeter Visa halten sich hier zwar legal auf, „leben aber nicht hier„, sondern dort, wo sie ihren Hauptwohnsitz haben. Im Sinne der Rechtsprechung werden diese als „Touristen“ behandelt, was die Polit-Nonne Patricia Fox erfahren musste, auch wenn sie seit ueber 20 Jahren immer wieder ins Land reiste. Deren politische Rechte sind eingeschraenkt durch den Erlass SBM-2015-025 des DOJ (Department of Justice), welches dem BI vorgesetzt ist, in dem es heiszt:

Section 1. Auslaendische Touristen in den Philippinen sind dringlich ermahnt die Beschraenkung der Ausuebung ihrer politischen Rechte waehrend ihres Aufenthaltes in den Philippinen zu beachten. Auslaendischen Touristen ist untersagt, sich an irgendeiner politischen Aktivitaet zu beteiligen, wie sie von Recht und Gesetz definiert sind, wie zum Beispiel aber nicht nur darauf beschraenkt, sich einzureihen, zu unterstuetzen, beizutragen oder sich selbst zu engagieren in welcher Art auch immer bei irgendwelchen Aufmaerschen, Versammlungen oder Treffen, seien sie nun fuer oder gegen die Regierung.

Section 2. Auslaendische Touristen, die die Vorgaben dieses Schreibens verletzen, sollen der Deportation unterworfen werden gemaesz Section 37(a)(7) des Commonwealth Act No. 613, wie dort ergaenzt.

Section 3. Dieser Erlass ist ab sofort gueltig.

Der Erlass wurde genehmigt am 3. Juli 2015 von der damaligen Justiz-Ministerin Leila de Lima.

Somit gibt es juristisch drei Klassen: Touristen ~ Inhaber befristeter Visa (fuer die der obige Erlass gilt), Denizens ~ auslaendische Bewohner des Landes mit unbefristetem Visum (deren Rechte nirgends genau definiert sind), und Citizens ~ Filipinos, deren Rechte in der Verfassung garantiert sind.

Als ein solcher Denizen mit nicht genau definierten Rechten schrieb ich gestern: „Mein Blog betrachte ich nicht als politische Aktion, da ich fuer eine verschwindende Zahl von Auslaendern in einer Sprache schreibe, die hier nicht gesprochen wird.“ Und zu diesen Denizens, legal hier lebenden Auslaendern, hiesz es in einem Bericht des „Manila Bulletin“ vom 10. Maerz 2017 zu einer Liste des BI: „As expected, 28,189 Chinese nationals again topped the list of the registrants, followed by 10,980 Americans, 8,799 Koreans, 6,680 Taiwanese, and 5,133 Japanese. They were followed in the top 10 list by 2,886 Britons, 1,929 Germans, 1,615 Australians, and 1,332 Indonesians.

Ich verbinde diese Meldung im Februar stets mit einen Ausflug mit Familie nach Davao. Zwar gibt es in GenSan auch ein Field Office des BI, aber die koennen nicht alles. Ich hatte einmal dort gezahlt und musste im naechsten Jahr in Davao meine ACR-ID-Card erneuern. Die wussten nichts von dieser Zahlung, wollten aber die Quittung sehen, die ich nicht bei mir hatte. Ich musste nach GenSan zurueck und durfte mit den Quittungen nochmal nach Davao fahren, denn eine ACR-ID-Card koennen sie in GenSan nicht ausstellen. Seither halte ich mich nur an Davao, ueber welches BI ich auch 2011 eingewandert bin. In Manila war ich noch nie, habe auch kein Verlangen danach. Allerdings werde ich 2020 dorthin muessen, weil ich dann einen neuen Pass brauche – von der deutschen Botschaft.

Alle Angaben zu ACR-ID-Cards sind auf den Web-Seiten des BI zu finden (www.immigration.gov.ph/).



Gemaesz „ManilaTimes„, „ManilaBulletin“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.