Willkommen bei PHILIPPINEN MAGAZIN   Click to listen highlighted text! Willkommen bei PHILIPPINEN MAGAZIN

…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 03. Oktober 2018

 

Margaux „Mocha“ Uson… – …Untersekretaerin im PCOO (Presidential Communication Operations Office), hat ihren Ruecktritt eingereicht, der von Praesident Rodrigo Roa Duterte akzeptiert wurde. Sie hatte mit Interviews zu indigenen Voelkern, die von NPA (New People’s Army) erpresst werden, Anstosz erregt bei linken Mitgliedern der Opposition. Die drohten nun den Etat des PCOO zu verzoegern. Dem entzog sie mit ihrem Ruecktritt den Grund.

Die Opposition feiert das als Sieg – besonders hoch auf dem moralischen Ross Senatorin Risa Hontiveros: „too little, too late“ – doch das muss man halt dem politischen Unverstand der Gelben zugute schreiben. Ueber den mokiert sich Jojo Robles heute in seiner Kolumne in „The Manila Times„: „Was mir bei den Gelben insgesamt auf den Keks geht ist ihre politische Naivitaet und Verstaendnis-Losigkeit. Das ist der Grund, weshalb diese Ideologie schlicht gestrickten katholischen Kirchenfuersten, Studenten und jedem sonst mit nahezu toedlichem Mangel an Welt-Verstaendnis so gut gefaellt, der ansonsten aber eine beinharte moralische Gewissheit in seinem Irren an den Tag legt.

(Anmerkung fuer die Gelben: Nur weil jemand in religioeser Kleidung auf deiner Seite ist, heiszt das nicht, dass du Recht hast. Oft ist die Person vermutlich noch bloeder als du selbst.)

Der Ruecktritt von diesem Amt, in dem die Uson irgendwie immer schon fehl am Platze war – sie ist ein „freelancer„, kein Beamter – bestaerkt nur ihre mehr als 5 Mio Follower in Social Media, und sie behaelt sich Ueberlegungen vor, ob sie nicht bei der Wahl 2019 ihren Hut in den Ring wirft.

Zu den linken Mitgliedern der Opposition… – …bleibt anzumerken, dass Praesident Duterte den Arbeits-Untersekretaer Joel Maglunsod gefeuert hat, den letzten „Linken“ in seiner Regierung, womit er sich endgueltig von seiner „linken Vergangenheit“ verabschiedet hat. Duterte war mal Student des Jose Maria „Joma“ Sison, als der hier ein Professor war, und hatte ein Faible fuer Links – irgendwie hatte damals, ich bin ein Jahr juenger als Duterte, jeder Student so eine unausgesprochene Sehnsucht nach der gelobten klassenlosen Gesellschaft, nur war die nirgends zu finden. Diese romantische Erinnerung hatte Duterte, der sich selbst als Sozialist bezeichnet, auch dazu verleitet, Leute in seine Regierung zu holen, die tatsaechlich rote Kader sind. Das war eine gute Ausgangs-Position fuer die Friedens-Gespraeche mit den Kommunisten, dachte Duterte. Nachdem sich in zweijaehrigem „trial and error„-Feldversuch jedoch gezeigt hat, dass die Kommunisten keinen Frieden mit, sondern den Sturz der Regierung und die eigene Machtuebernahme wollen, ist es hohe Zeit, sich von diesem Gedankengut zu verabschieden.

Von daher versteht sich das haertere Vorgehen gegen linke Destabilisierung und deren Verbund mit NPA im Roten Oktober. In dem Zusammenhang gebrauchte der Praesident  wieder ein Reizwort fuer Menschenrechtler – er forderte Soldaten auf, die „NPA zu eliminieren.

Chito Gascon, Chef der Menschenrechts-Kommission, liesz sich im Fernsehen gefuehlte zehn Minuten lang darueber aus, welche Rechte auch Terroristen in Kampfhandlungen haben. Mir daemmerte der Gedanke, wenn ein Soldat diese Ueberlegungen anstellt, wenn er einem Terroristen in freier Wildbahn begegnet, dann hat der Terrorist ihn schon dreimal erschossen, bevor der menschenrechts-bewusste Soldat damit durch ist. Soldaten sind dazu da, Gegner zu eliminieren, und nach der Logik des Krieges, ist es nicht das Ziel jemanden totzuschieszen, sondern zu verwunden. Das bindet Kraefte des Gegners, die sich darum kuemmern muessen – falls das nicht menschenrechts-verachtende Terroristen sind, die Verwundete ihrem Schicksal ueberlassen.

Durch die Aktionen zum Roten Oktober soll Praesident Duterte gezwungen werden, das Kriegsrecht landesweit zu verhaengen, denn – so die Logik der Kommunisten – unter Marcos‘ Kriegsrecht waren wir stark. Wollen wir wieder stark werden, brauchen wir das Kriegsrecht, das bringt die Leute auf die Strasze. Die Hoffnung ist eitel, in die Falle geht Duterte nicht, und so ist eine „Predigt“ zu verstehen, die der Praesident vor ehemaligen Rebellen bei Uebergabe ihrer Waffen am Dienstag in Camp Juan Ponce Sumuroy, Catarman, Samar hielt. Duterte in seinen eigenen Worten: „Das ist so als solle Jesus vom Himmel herabsteigen und uns sagen, wir sollten euch die Macht geben … Das wird nie geschehen, weil Jesus niemals herunterkommt. Und ihr werdet auch nicht gewinnen … Ihr erpresst Geld, weil ihr keinen Job habt. Ihr lebt vom Schweisz anderer Leute … Ihr seid abhaengig von dem erpressten Geld, das sie mit harter Arbeit erwerben. Und wenn sie euch kein Geld geben koennen, dann bringt ihr sie um … Nun, wenn das euer Stil ist, glaubt ihr wirklich, dass Gott euch fuer den Sieg seinen Segen geben wird?



Wundererkrankung – Ich hoere schon den Einwand, dass es das gar nicht gibt. Wunderheilungen soll es geben, aber Wundererkrankungen? Doch, das gibt es.

Der fruehere Comelec-Chef, Andres Bautista, der wegen nicht erklaerter Besitztuemer in heiszes Wasser geriet, reiste kurz vor Ausstellung eines Ausreise-Verbots in die USA und erkrankte dort voellig unerklaerlich, sodass er nun leider nicht reisefaehig ist und an dem Verfahren gegen ihn nicht teilnehmen kann – wie ungluecklich.

Der Abgeordnete Aniceto Bertiz, der am Flughafen seine Schuhe nicht roentgen lassen wollte, sollte deshalb vor den Ethik-Ausschuss des Hauses kommen, weil er sich dabei daneben benommen hatte, als auch bei ihm das Schicksal zuschlug: er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Noch weisz man nicht, was er hat, aber es ist so schlimm, dass er es nicht mehr in den Ausschuss schaffte – wie ungluecklich.

In eigener Sache – Es gibt Medien, die ich mal gelesen habe, die ich aber wegen tendenzioeser Berichte  nicht mehr lese: „Inquirer“ und „Rappler„. Heute vermehre ich diese Liste um die „South China Morning Post„, da dort wieder zwei Hetzartikel von Raissa Robles erscheinen: „Philippines plans law to give Duterte Marcos-like powers“ und „Philippines‘ hunt for Red October communist plot: a Duterte hoax?“ Ich habe die Artikel nicht mal mehr gelesen, Ueberschrift und Autor reichen fuer meine Entscheidung.

Ich lese die „Straits Times“ und die „Post„, um auch die Sicht der Nachbarn auf die Philippinen zu kennen. Wenn die „Post“ aber meint, eine Duterte-Gegnerin als Manila-Korrespondentin einstellen zu muessen, dann kann ich darauf verzichten. Bleibt die „Straits Times“ – wenn sie ueber die Philippinen schreibt. Berichte ueber die Philippinen in westlichen Zeitungen lese ich eh nicht mehr. Dafuer ist mir meine Zeit zu schade.




Gemaesz „ManilaTimes„. „ManilaBulletin„, „ManilaStandard„, „CNNPhil“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

3 Gedanken zu „…aus der philippinischen Presse

  • Oktober 4, 2018 um 08:08
    Permalink

    Die beiden genannten philippinischen Medien sind auch bei mir gestrichen. Dafür wurde in den Lesekreis erneut die „DAILY TRIBUNE“ aufgenommen.

  • Oktober 4, 2018 um 11:53
    Permalink

    Ich würde an Deiner Stelle auch nur die zensierten lesen und nicht die von der Regierung verbotenen.

    • Oktober 5, 2018 um 07:45
      Permalink

      Du scheinst dich ja sehr gut in den Philippinen auszukennen, wenn es um zensierte und sogar verbotene Medien in den Philippinen geht. Dabei haben die Medien nie mehr Freiheiten genossen als unter dem amtierenden Präsidenten. Da existieren immer noch Fake-News verbreiter wie Rappler und der Inquirer.

Kommentare sind geschlossen.

Click to listen highlighted text!