…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 23. September 2018

 

Der Heiko schreibt heute so viel, da kann man locker noch zwischendurch die Wäsche machen lassen

 

Die Schlagzeilen… – …in „Manila Times“ und „Manila Standard“ berichten beide, dass 80% der Filipinos mit dem Krieg gegen Drogen von Praesident Rodrigo Roa Duterte zufrieden sind. Ich weisz nicht, ob die 100% der Duterte-Gegner im westlichen Ausland das zur Kenntnis nehmen, sondern weiter darauf beharren, dass das ein menschenrechts-verachtender Vernichtungs-Krieg gegen die Armen in den Philippinen sei, der vor den ICC (International Criminal Court) gehoert. Doch das interessiert mich weniger, denn, wie gestern erlaeutert, will ich die Filipinos verstehen und nicht das Ausland.

Die Frage nach Dutertes Gesundheit… – …treibt die Opposition schon laenger um. So fragte sich Francisco Tatad Anfang Januar 2017, ob Duterte ein Krebs-Krankenhaus in Guangzhou besucht hat. Tatad war schon im Dezember 2016 besorgt, als Duterte erwaehnte, dass er Fentanyl nimmt. Boeser Fehler! Man kann in “Wikipedia” lesen, dass dieses kuenstliche Opiat in der Krebs-Therapie eingesetzt wird, dass es suechtig macht, und dass damit Drogen gestreckt werden, woran in den USA zwischen 2005 und 2007 um die 1.000 Leute gestorben sind. Voellig klar, dass die Besorgten auf Krebs bei Duterte tippten, waehrend Senatorin Leila de Lima, das etwas anders verstand: “Duterte sollte aufhoeren Fentanyl zu nehmen, denn offensichtlich hat es ihn schon in den Wahnsinn getrieben und zu paranoiden Anfaellen, bei denen jeder sehen kann, dass er entweder drogenabhaengig oder ein Drogenkoenig ist. … Das ist es, warum ich mich weiter um den Status der geistigen Gesundheit des Praesidenten sorge. Er zeigt Merkmale kognitiver Dissonanz nicht nur in seinen unbedachten Monologen, sondern schlimmer noch, auch in seinen offiziellen Verlautbarungen.

Duterte klaerte das spaeter auf. Er nimmt Fentanyl, seit er wegen eines Sturzes mit dem Motorrad Probleme mit der Wirbelsaeule hat. Und in dem Hospital in China war er zur „circumcision ~ Beschneidung„, eine Entfernung der nachgewachsenen Vorhaut. So beruhigten sich die Geruechte um Dutertes Gesundheit bis auf die Standard-Sorge der Vize-Praesidentin Leni Robredo, die Jojo Robles im November 2017 spoettisch so beschrieb: “Alles in allem ist Robredos einzige Aufgabe, um einen amerikanischen Vize-Praesidenten abzuwandeln, jeden Tag in Malacanang anzurufen und sich nach der Gesundheit Dutertes zu erkundigen.”

Nun schrieb ich letzten Mittwoch jedoch ueber Duterte „…ich habe ihn nun an drei Tagen hintereinander im TV gesehen … und er kam mir jedesmal erschoepfter und abgekaempfter vor. “ Ich schob das auf die stressige Rundfahrt durch die von Ompong heimgesuchten Gebiete im Norden. Dieser Eindruck verschiebt sich, denn Praesident Rodrigo Roa Duterte sagte bei einer Rede letzten Freitag vor einem Mediziner-Kongress zu Magen-Darm-Krankheiten in Lapu-Lapu City, Cebu, dass er letzten Mittwoch von Dr. Jose Sollano, Vorsitzender der Asia Pacific Association of Gastroenterology, untersucht worden sei: „Ich hatte meine Darm- und Magenspiegelung so vor einer Woche. Joey, fuehrte die Prozedur durch und er sagte, tja, dass ich einen boesen Fall von Barrett habe. Er sagte, wenn du aufhoerst zu trinken, wirst du leben.” Duterte drehte das gleich in einen Witz und fuegte an: “[Kranken]-geschichtlich komme ich nach meiner Mutter, die staendig Verstopfung hatte. Das waren ihre Beschwerden. Doch sie wurde 96 Jahre alt. Also wenn du fuer immer leben willst, bete um Verstopfung.



Dieser Witz ist irrefuehrend, denn jeder kann in der „Wikipedia“ lesen, Barrett ist eine „eine Komplikation der Refluxkrankheit, also des partiellen Zuruecklaufens von saurem Mageninhalt in die Speiseroehre.“ Von Barrett weisz man „Maenner sind doppelt so haeufig betroffen wie Frauen. Signifikante Risikofaktoren sind erhoehter Alkohol- und Nikotingenuss. Zudem wird, je nach Erregerlokalisation, sowohl ein schuetzender als auch krankheitsfoerdernder Einfluss der Helicobacter pylori-Infektion diskutiert.

Ich hatte Probleme mit Sodbrennen, Magenschmerzen, ich hab an manchen Tagen gefuehlt mehr Talcid gefressen als feste Nahrung zu mir genommen. Auf Anraten des Arztes gab ich das Rauchen auf, was nicht half. „Helicobacter pylori“ wurde damals grad erst bekannt, und seit dieses Bakterium vor fast 30 Jahren mit einer kraeftigen Dosis Anti-Biotika bei mir ausgerottet wurde, hab ich einen „normalen Magen„. Ich war schlau genug, mit dem Rauchen nicht wieder anzufangen, auch wenn ich aus falschem Grund damit aufgehoert habe.

Fuer Witze ist Barrett also kaum geeignet, er kann zu Krebs fuehren – kann, allerdings „…kommt juengst eine daenische Studie zu dem Ergebnis, dass das Krebsrisiko lediglich 0,12 % pro Patientenjahr betraegt. … Bei Nachweis eines Barrett-Oesophagus ist die regelmaeszige endoskopische Kontrolle geboten. Die Meinungen ueber die notwendige Haeufigkeit sind allerdings umstritten…“ Die etwas verdrehte Formulierung „0,12 % pro Patientenjahr“ heiszt aber nicht, dass das Risiko weit unter 1 % liegt, sondern dass es um diesen Prozentsatz pro Jahr steigt. Man wird damit kaum „fuer immer leben koennen„.

Ohne in die Hysterie der Opposition, was die Gesundheit des Praesidenten angeht, einstimmen zu wollen, sollte man wissen, dass die Verlautbarungen von Harry Roque, dass Duterte bei „ausgezeichneter Gesundheit“ sei, nicht unbedingt vom Arzt des Praesidenten unterschrieben wurden. Man sieht Duterte schon mal an, dass er nicht „fit wie ein Turnschuh“ ist, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen: „Magen ist Scheisze„.

Praesident Duterte weisz das auch, und so sprach er auf diesem Kongress nicht nur ueber sich selbst: „Als ich Praesident wurde stellte ich fest, dass 40 Prozent all meiner Soldaten und Polizisten Magen-Darm-Probleme hatten. Ich weisz nicht warum. Kann sein es ist das Essen. Ihr wisst, wenn die Soldaten… sie gehen in die Berge und trinken das Wasser ohne es aufzubereiten. Und grad weil es eine Quelle in den Bergen ist, koenntest du leicht meinen, dass es sauber ist, dass es rein ist. …  Ich glaub nicht, dass das wahr ist, weil ich sagte .. sie haben dies. – Es ist das Magen-Darm-Territorium. Die meisten von ihnen sind zerstoert. Die meisten von ihnen sterben, weil da etwas falsch ist.

Duterte hielt jedoch fest, dass die Regierung die Gesundheits-Versorgung im Land verbessert hat, insbesondere in staatlich gefuehrten Krankenhaeusern wie dem Philippine General Hospital und V. Luna General Hospital. “Die Krankenhaeuser jetzt … die militaerischen … haben sich maechtig verbessert,” sagte Duterte. Er schwor , dass er die Gesundheits-Versorgung weiter verbessern wird, indem er Schiebung und Korruption bekaempft.

Ueber Bomben… – …macht man besser keine Witze, nicht nur wenn man ins Flugzeug steigt. Der Pro-Duterte-Blogger Drew Olivar, der durch seine Pe-pe-deralismo-Tanzerei mit Mocha Uson bekannt wurde, ueber die man geteilter Meinung sein konnte, und der es dann mit einer Nach-Aefferei der Gebaerden-Sprache steigerte, die nur daemlich war und weswegen eine Beschwerde beim Ombudsmann gegen die wieder beteiligte Mocha Uson laeuft, hat den Bogen nun total ueberspannt. In seinem Blog warnte er am Tag des Martial Law-Jahrestages auf EDSA zu gehen, weil sich ein Attentat wie auf der Plaza Miranda wiederholen koenne. Bei dem Bomben-Anschlag auf eine Wahl-Veranstaltung der Liberalen Partei auf der Plaza Miranda in Quiapo, Manila, am 21. August 1971 gab es 9 Tote und 95 Verletzte. Hinter dem Anschlag steckte Jose Maria Sison und nicht Diktator Ferdinand Marcos, wie die Kommunisten ausstreuen lieszen. Der Anschlag trug wesentlich zur Verhaengung des Kriegsrechts im naechsten Jahr bei.

Bolivar versucht sich rauszuwinden, dass es in Social Media Hinweise gegeben haette. Die Polizei ermittelt gegen ihn und fragt, wenn es da Hinweise gab, wieso er die Behoerden nicht informiert haette.



Die Kommunisten… – …scheinen Personal-Probleme zu haben. Die AFP (Armed Forces of the Philippines) beobachten, dass sie sich CPP (Communist Party of the Philippines) mit den Oppositions-Gruppen Tindig Pilipinas, Coalition for Justice und anderen Gruppen zusammentut. Hinter Tindig Pilipinas stecken Senator Antonio Trillanes und Vize-Praesidentin Leni Robredo und Mitglieder der Liberal Party. Coalition for Justice tat sich in Unterstuetzung der Fake-Richterin Maria Lourdes Sereno hervor. Stabschef General Carlito Galvez und Brigadegeneral Antonio Parlade weisen auf konkrete Umsturz-Plaene hin, an denen Rey Casambra von der CPP beteiligt sei. Doch Tindig Pilipinas habe sich in letzter Minute zurueckgezogen, etwas zum Jahrestag des Kriegsrechts zu unternehmen. Nun hat man wohl den Oktober ins Auge gefasst. Parlade sagte: „Der Plan wird immer praesent sein, weil Jose Maria Sison das orchestriert. So waren sie am 21. September nicht erfolgreich, aber sie planen es nun fuer Oktober. Sie nennen das Roter Oktober, die internationalen Feiern des Kommunismus und dann der Monat der IP (indigenious people ~ indigene Staemme). Und um die IPs voll ausnutzen zu koennen, zielen sie auf die Lumad hier in den Philippinen.

In diesen Zusammenhang passen Berichte von abgesprungenen Mitgliedern von Kadamay (Kalipunang Damayang Mahirap ~ Gemeinschaft zur Unterstuetzung der Verarmten), die sich durch Besetzung leerstehender Wohnungen einen Namen gemacht haben, dass der Verein blosze Fassade und Brutstaette fuer personellen Nachschub fuer die NPA (New People’s Army) ist. Um 300 Familien, die sich dort losgesagt haben, sagen dass sie zu Demonstrationen gezwungen wurden und dass sie 150 bis 200 Peso dafuer zu zahlen hatten. Kadamay haette nichts mehr mit dem Kampf fuer Verarmte zu tun, es ginge nur darum, die Regierung zu stuerzen.

Hierzu passen Streiks, zu denen Parlade sagt: „Ich fuehre als Beispiel den Fall an von Nutri-Asia in Marilao, Bulacan. Fuer 53 Tage ist die Fabrik abgesperrt von Gewerkschafts-Mitgliedern und viele von denen sind Mitglieder von Kadamay.

Man will die Regierung in die Knie zwingen, und Inflation und der Preis fuer Reis sind da willkommene Argumente.

Es gab Kritik… – …an einer Diskussion von Ferdinand „Bongbong“ Marcos und Juan Ponce Enrile, wie die Zeit des Kriegsrechts unter dem aelteren Marcos tatsaechlich war. Ich habe die Diskussion nicht verfolgt, aber ich habe Enriles „A Memoir“ gelesen. Gut, der war Verteidigungs-Minister unter dem Diktator, er wird sich nicht selbst schlecht machen, aber im Hinterkopf blieben zwei Dinge. Marcos war eher ein ausgebuffter Strippenzieher als ein Moerder, und persoenlicher Hass und Raffgier gingen mehr auf Imeldas Konto.

In dem Zusammenhang empfehle ich zur persoenlichen Lektuere die heutige Kolumne von Rigoberto Tiglao in „The Manila Times“ mit dem Titel „Sison und Kommunistische Partei sind fuer Menschenrechts-Verletzungen unter dem Kriegsrecht zu tadeln„. Die Kolumne ist zu umfangreich, sie hier zu referieren. Tiglao sieht in Jose Maria Sison einen selbsternannten Mao, der unbedingt mit Waffengewalt den Staat stuerzen wollte – in welchem Bemuehen er unter keinem Praesidenten bisher nachgelassen hat. Hierzu schickte er idealistisch verfuehrte Teenager und Studenten ohne Ausruestung und Ausbildung mit einer Pistole oder einem Weltkriegs-Karabiner in die Provinz, um die „revolutionaeren Massen“ siegreich gegen die herrschende Klasse zu fuehren. Tiglao war einer der Verfuehrten, bis er es Leid war, sich von zerstampftem Mais zu ernaehren. Er wollte wieder Reis essen und ging zurueck. Er wurde spaeter als Kommunist eingesperrt, beschrieb das aber an anderer Stelle mal als eine Art „Sommerlager„. Die Schieszereien hat Sison begonnen, wie er ja auch hinter der Bombe auf der Plaza Miranda steckt, die heute noch Koepfe verwirrt. Dass die Schieszereien blutig wurden war Sison nur Recht, denn – so Tiglao – Sison hatte eher Hitler als Mao zum Vorbild. Nach dem Drehbuch von Hitlers Bierhallen-Putsch, dessen „Blutzeugen“ fuer seine Sache standen, suchte Sison Maertyrer fuer seine Sache – das Horst Wessel-Lied laesst grueszen: die (rote) Fahne hoch!

Wie gesagt, die Kolumne ist zu detailliert sie mit Links abzuhandeln, man sollte sie selbst mit Rechts lesen.



Gemaesz „PTVNews„, „ManilaStandard„, „Wikipedia„, „ManilaTimes„, „ManilaBulletin„, „PhilStar“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.