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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 18. September 2018

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …besuchte am Sonntag noch Ilocos Norte und war gestern in der Provinz Benguet, Cordillera Administrative Region. Wegen eines Bergrutsches dort wurden Mineure verschuettet. 30 Tote wurden geborgen, womit die Zahl der Opfer auf 83 steigt. Doch die Arbeiten sind nicht abgeschlossen, und es gibt widerspruechliche Angaben zu den Zahlen. Umwelt-Minister Roy Cimatu untersagte alle Small Scale Mining-Unternehmen in den Kordillieren.

In dem Briefing mit Praesident Duterte wurden aehnliche Fragen angeschnitten wie schon am Vortag in Tuguegarao, Cagayan, und aus gegebenem Anlass ging Duterte noch einmal auf den offenen Tagebau ein. Der schmeckt ihm nicht, und er fragte sich, was der eigentlich bringt. Man duerfe da nicht nur die Steuereinnahmen betrachten, sondern eben auch die Folgeschaeden einer verschmutzten Umwelt. In Mindanao habe er einen Flusz gesehen, der war nicht braun vom Schmutz, der da runtergeht, der war schwarz, und das ginge direkt ins Meer. Da gibt es keine Fische mehr. Die Fischer muessen weiter hinausfahren, dafuer brauchen sie groeszere Schiffe – wer zahlt das? Der Boden ist verseucht, man kann auf Jahre hinaus nichts mehr anbauen. Rechnet sich das gegen das biszchen Steuern?

Bei dem Briefing, das ich nur live in „PTV“ gesehen habe, stellte Duterte dann wieder Ueberlegungen an, wie man das alles besser koordinieren, besser in den Griff kriegen kann. Und da fiel mir diese Formulierung ein, die man bei Senats-Anhoerungen immer hoert, dass sie naemlich „in aid of legislation“ stattfinden. Ich habe da aber immer nur erlebt, wie Leute fertig gemacht wurden oder fertig gemacht werden sollten. Ein gesetzgeberischer Wert ist mir nicht aufgefallen. Bei diesen Briefings des Praesidenten dagegen sind bereits mehrere konkrete Masznahmen angedacht worden, vorgestern dieses „Office of Checks and Balances„, der Bau von mehr Evakuierungs-Zentren und gestern das Nachdenken ueber bessere Koordination und erneutes Nachdenken ueber Mining. Auch hier koennte man sich fragen, wofuer der Senat bzw. seine Untersuchungen gut sind. Nur um fuer die Wiederwahl TV-Zeit zu bekommen?

Und wo ich schon mal dabei bin, faellt mir auf, was mir nicht auffaellt. Wo ist die Vize-Praesidentin Leni Robredo? Ich finde nichts von ihr in der Presse, nur eine ein paar Tage alte Meldung, in der sie fordert, der Praesident solle sich um die Inflation kuemmern, und nicht um die Opposition. Mit Ompong hat sie offenbar nichts im Sinn – vom Rest der Opposition ganz zu schweigen.



Was der Senat wert ist… – …fragt sich auch Yen Makabenta in seiner Kolumne in „The Manila Times„, dessen Untersuchungen er nach einem Zitat „legalisierte Grausamkeit“ nennt. Er beschreibt dort, was mir auch auffiel, dass sie unorganisiert und ohne erkennbares Ziel sind. So weist er darauf hin, dass die Dengvaxia-Untersuchung wohl nur das Ergebnis hat, dass „Noynoy“ Aquino mit weiszer Weste da rauskommt, dass die Untersuchung zum Wahlbetrug 2016, die Senats-Praesident Vicente Sotto losgetreten hat, wohl ausgeht wie das Hornberger Schieszen, und dass die Fake news-Untersuchung der Senatorin Grace Poe sich zur Fake-Untersuchung gewandelt hat und nicht weisz, wie es weitergehen soll. Schlimmer noch bei der angedachten Untersuchung zur Aufhebung der Amnestie fuer Rebellen-Senator Antonio Trillanes: da wisse man nicht mal, wie man das anfangen soll. Dann will man noch Untersuchungen zu den Geschaeften der Familien von General Staatsanwalt Jose Calida und des Praesidenten-Assistenten Christopher „Bong“ Go – ein erkennbares letztes Aufbaeumen der Opposition gegen die Regierung. Makabenta wartet jetzt nur noch darauf, dass ein Senator untersuchen will, wer fuer den Taifun Ompong verantwortlich ist.

Nun, wenigstens die Frage kann sich der Senat sparen, denn die hat Praesident Duterte bereits beantwortet. Bei dem Briefing in Tuguegarao sagte er, und er wiederholte das sinngemaesz in Benguet: „Ich teile das Leid derer, die ihre Liebsten verloren haben [durch das], was man unvorhergesehene Ereignisse nennen koennte. In Versicherungen wird es ‚ein Handeln Gottes‘ genannt. Ich verstehe nicht, wie das ein Handeln Gottes sein kann, aber der Begriff wird in Versicherungen benutzt.

Der Schlaechter kriegt lebenslaenglich… – lautet die Schlagzeile der „Manila Times„, und auch der Leitartikel befasst sich mit dem Urteil fuer den Generalmajor Jovito Palparan und zwei Mittaeter, die schuldig befunden wurden Karen Empeño and Sherylin Cadapan im Juni 2006 entfuehrt zu haben. Die beiden Studentinnen sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Seinen Ruf erwarb Palparan sich wegen seines unerbittlichen Einsatzes gegen die NPA (New People’s Army). Er war dann auch Abgeordneter einer kommunisten-feindlichen Partei, tauchte 2011 ab und wurde 2014 festgenommen. Dem Leitartikler faellt dazu der Spruch ein „Die Muehlen der Gerechtigkeit mahlen langsam aber zuverlaessig.

Die „Post„… – …kurz fuer die „South China Morning Post„, die ich als „SCMP“ abkuerze, war mal eine der angesehendsten Zeitungen Suedostasiens. Ich kann davon nicht viel erkennen. Heute ist da schon wieder ein Hetzartikel von Raissa Robles, journalistische Vorkaempferin des Gelben Hasses, der einen pensionierten General zitiert, der die Aufhebung der Amnestie fuer Trillanes als „gegen den gesunden Menschenverstand“ bezeichnet. Was „Rappler“ und „Inquirer“ hierzulande sind, ist die „Post“ fuer unsere Nachbarn.



Gemaesz „PTV„, „PhilStar„, „ManilaTimes„, „SCMP“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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