…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 21. August 2018

 

Das Aufregendste… – …heute frueh war ein Butiki, der bei der Spuele an der Wand klebte, als ich mit dem Kessel kam, um Wasser fuer meinen Kaffee zu holen. Er flitzte die Wand lang und suchte Sichtschutz hinter einer Flasche, wo er sich still verhielt. Butikis haben die Logik kleiner Kinder beim Versteck-Spielen – wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht. Falsch gedacht. Der Schwanz des Butikis schaute hinter der Flasche heraus.

Nach Lektuere der “Manila”-Blaetter – “Times”, “Standard” und “Bulletin” – fand ich die Szene mit dem Butiki immer noch erzaehlenswerter als alles, was dort als Nachricht angeboten war. Dann schlug ich den “Philippine Star” auf, den ich nur lese, um zu wissen, was die Opposition so meint. Das muss sein. Auch Kanzler Helmut Schmidt las immer die “Bild”, mit der er sonst nichts am Hut hatte, um zu wissen, auf was er sich gefasst machen musste. Doch auch im “Star” war nichts Weltbewegendes, und so schaute ich dort noch rasch auf die Meinungs-Seite, wo ich Carmen Pedrosa im Auge behalte. So wie die Duterte-freundliche “Times” Francisco Tatad hat, der an Duterte nichts Gutes finden kann, so hat der Duterte-unfreundliche “Star” Carmen Pedrosa, die den Praesidenten in ein gutes Licht stellt. Nichts von ihr heute, doch – da war die Kolumne von Margaux “Mocha” Uson mit der Ueberschrift “Ein neuer Tag, ein neuer Krieg”.

Nun habe ich so eine Art intellektuelles Problem mit “Mocha” Uson. Auch wenn sie dunkel-haarig ist, fallen mir da immer Blondinen-Witze ein. Das ist ein bloedes Vorurteil vor dem Hintergrund, dass kein (ein?)gebildeter Mensch gern zugibt, die politischen Kommentare einer Schoenheits-Taenzerin zu lesen. Doch neulich zwang ich mich dazu, als die Uson in einem Artikel als “heilige Kuh” denunziert wurde, und fand das gut, was sie dort zum Foederalismus schrieb. Und da mir die anderen Blaetter heute eh nichts zu sagen hatten, nahm ich mir als Lektuere ihre Kolumne vor.

Sie erzaehlt davon, wie sie in der Kampagne zur Wahl 2016 fuer eine saubere Regierung gekaempft hat, und, als die Wahl gewonnen war, sie einen Posten im Kommunikations-Buero bekam, und – gleich waren da Leute, die ihr dieses oder jenes Projekt vorschlugen, und – da sei auch ein “kickback” drin, zwar nicht so hoch wie bei der alten Regierung, aber das sei ganz normal.

Mal ehrlich”, meint Uson, “egal wie klein oder grosz, Korruption ist Korruption. Es widert mich wirklich an, wenn irgendjemand versucht mich zu ueberzeugen, der Regierung ein Projekt anzudienen. Das ist es, wogegen wir gekaempft haben. Wir wollen eine SAUBERE REGIERUNG haben, und genau deshalb haben wir fuer Praesident Duterte gestimmt. Wir wollen bessere Philippinen, keine Fortsetzung des fehlerhaften Systems, das wir mit aller Anstrengung auszuloeschen versuchen. Der Praesident selbst sagt, dass er sich manchmal muede fuehlt wegen der ueppigen Korruption in der Regierung. Dies ist die BITTERE WAHRHEIT, denn ein Haufen Diebe lungern immer noch in der Regierung herum.

Vor diesem Hintergrund sagt Uson nun, dass sie bei der Wahl 2019 nicht fuer ein Amt kandidiert. Die sie dazu ueberreden wollen, glauben nicht wirklich an ihre Faehigkeiten (haben die auch ein “intellektuelles Problem” mit ihr?), sondern sie wollen ueber Usons 5 Mio Followers sich selbst in Social Media etablieren. Da spielt sie nicht mit. Dann meinen diese Leute, man muesse sich nur an die Popularitaet Dutertes haengen, dann kaeme man selbst weiter. Das sieht sie nicht so: “Praesident Duterte hat gewonnen, weil die Nation krank ist, muede und aergerlich mit den traditionellen Politikern. Und doch wollen die mich so ummodeln, wie sie mich haben wollen.” No way! “…das ist es wogegen wir 2016 gekaempft haben. Wir waren so veraergert ueber Mar Roxas damals wegen seiner Trapo-Machenschaften [trapo ~ traditional politician].

Statt den Nutznieszern, Wendehaelsen und unter falscher Flagge Segelnden nachzugeben, will sie sich weiter fuer Veraenderungen einsetzen: “Fake-Wandel muss aufhoeren. Der Kampf fuer den WIRKLICHEN WANDEL geht unterdes weiter.

Das ist eine Durchhalte-Rede wie jene, aus der ich gemaesz Carmen Pedrosa am Sonntag Winston Churchill zitierte mit seinem “never give up!” Und sie ist richtig gut, und mich erinnert das an einen Marathon-Lauf: es kommt nicht darauf an, wer als Erster loslaeuft. Es kommt darauf an, wer als Erster ins Stadion zurueckkommt – halte durch, “Mocha”!



Gemaesz “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.