…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 12. August 2018

 

Propagandakrieg? – Auf meiner Leseliste ist die Web-Seite “Eurasia Future”, auf der hauptsaechlich Adam Garrie schreibt. Ein paar Tage kam ich nicht auf die Seite, sondern bekam aus dem Cache nur die Ausgabe vom 8. August unformatiert angezeigt. Als es mir zu bunt wurde, habe ich gegoogelt und fand einen “Twitter”-Eintrag von ihm, wo er am 9. August schreibt: “…waehrend unser Technik-Team arbeitet um die Web-Seite ‘eurasiafuture.com’ nach einem boesartigen und anhaltenden Angriff von Cyber-Terroristen herzustellen…”, bittet er um Spenden fuer eine sichere Ausstattung.

Warum wird Adam Garrie attackiert?

Die Antwort fand ich in der Google-Uebersicht zum Stichwort “Adam Garrie”: der Hinweis auf eine Kolumne von Tom Rogan vom 22. Februar im “Washington Examiner” mit dem Titel “Adam Garrie, oder wie russische Propagandisten ihr Spiel spielen”. Auf das Beispiel dort, in dem Garrie meint, dass die USA “nicht laenger eine Demokratie sind”, will ich nicht eingehen. Interessant ist jedoch das Urteil des Kolumnisten ueber die Person des Propagandisten: “…Garrie ist der perfekte Botschafter fuer ein englisch-sprechendes Publikum. Er scheint glaubwuerdig, nett und kenntnisreich.” Und gegen diesen netten Menschen, der gegen die USA schreibt, scheint jemand etwas zu haben. Wer kann das wohl sein?

Aus den Philippinen kam die Cyber-Attacke sicher nicht, denn Garrie ist so sehr Duterte-Fan, dass ich ihn selbst nur unter Vorbehalt lese. Blosze Ja-Sager liegen mir nicht. Nun ist er aber nicht nur nett, sondern auch kenntnisreich – warum sollte ich das nicht nutzen? Ich interessiere mich halt fuer den Putin-Freund Duterte, nicht weil ich ein Freund von Putin, sondern zu Gast in Dutertes Heimat bin.

Eurasia Future” ist wieder am Netz, doch auf den letzten Beitrag von Garrie zu den Philippinen dort mit dem Titel “Duterte hat Recht niedrigere Einfuhr-Steuern vorzuschlagen, um den Armen zu helfen und Organisierte Oligarchen umzuschulen” gehe ich nicht ein. Dass Duterte fuer die kleinen Leute und gegen die Machenschaften der Reichen ist, wusste ich bereits aus der philippinischen Presse. Doch der “russische Propagandist” bleibt auf meiner Leseliste, weil er ab und zu interessante Einsichten zu den Philippinen bringt, was ich von der westlichen Presse leider nicht sagen kann. Damit bin ich nahtlos beim naechsten Thema.

 

 

In der westlichen Presse… – …genauer in der “Washington Post” macht sich ein Unbehagen breit, das sich heute auch die “Manila Times” zu Herzen genommen und die Kolumne von Robert Samuelson uebernommen hat mit dem Titel “The Age of Malware ~ Das Zeitalter der Schadprogramme”. Als Literatur verweist Samuelson auf ein Buch von David Sanger: “The Perfect Weapon: War, Sabotage, and Fear in the Cyber Age”, und er stellt dabei gleich am Anfang fest: “Es ist fuer Amerikaner schwer, sich mit diesen Fragen zu befassen, denn wir wollen auf beiden Seiten spielen.” Die Amerikaner sind nicht nur Opfer, sondern auch Taeter – der Struxnet-Virus legte zeitweilig Irans Nuklear-Zentrifugen lahm, und nach Sanger hatten US-Hacker ihre Hand im Spiel, als eine Reihe von Nordkoreanischen Raketen-Tests in die Hose ging. Auf der anderen Seite hat das Pentagon allem Militaer-Personal den Gebrauch von GPS-Geraeten untersagt, weil  Truppen-Bewegungen dadurch nachvollzogen werden koennen.

Wir selbst sollten uns da nicht ausnehmen. Was wir per Social Media ins Netz stellen, gibt ein digitales Roentgenbild von uns, dessen sich jeder Hacker bedienen kann, der Boeses im Schilde fuehrt. Im Papier-Zeitalter war ein Brief “normalerweise” nur dem Schreiber und dem Empfaenger bekannt, das nannte sich “Briefgeheimnis”. Ich weisz, ich weisz, die Fuersten von Thurn und Taxis verdankten ihre Macht hauptsaechlich der Tatsache, dass sie auch wussten, was in manchen Briefen stand – Hacker ist keine Erfindung unseres Zeitalters. Doch heute schreibt keiner mehr Briefe. Man schreibt E-Mails, twittert, simst oder textet und vertraut das dem Internet an, doch – ist das Internet auch vertrauenswuerdig? Dabei ist es gar nicht mal das Internet. Der Abgas-Skandal zeigt, dass “Malware” auch stand-alone funktioniert, wenn sie dem Pruefgeraet suggeriert, dass da hinten am Auspuff die sauberste Waldluft rauskommt.

Das Problem ist, dass immer mehr alles mit allem zusammenhaengt. Unsere Welt ist komplex und damit stoeranfaellig. Ich habe als Programmierer gearbeitet und Druckdateien manipuliert, dass Schreiben verschiedener Quellen zusammen in einem Umschlag an einen Empfaenger gingen. Das ist ein komplexer Ablauf, und der groeszte Aufwand dabei war abzusichern, wenn an irgendeiner Stelle etwas klemmt oder abschmiert, sodass – wenn der Fehler erkannt und behoben ist – der Ablauf automatisch und punktgenau dort wieder aufsetzt, sodass nicht eine Seite fehlt oder das Porto falsch berechnet wird. Es kam erschwerend hinzu, wenn man hunderttausend Rechnungen druckt, die am naechsten Tag in der Post sein muessen, dass jeder Tag spaeter Zins-Verlust einbringt, der bei der groszen Firma in die Millionen ging. Da steigt der Adrenalin-Spiegel mit jeder Stoerung, auch wenn es doch nur darum geht eine Menge “Papier schmutzig zu machen.

Mehr ist im Spiel, wenn es um Kraftwerke, Banken, Versandhaeuser, Versicherungen, Krankenkassen oder was weisz ich geht, da muessen wir an das Militaer noch gar nicht denken. So las ich neulich in der “Sueddeutschen Zeitung”, dass 400 Kunden der US-Bank Wells Fargo ihre Haeuser wegen eines Software-Fehlers in der Kredit-Berechnung verlieren. Tja, ein “glitch”, kann vorkommen, kenn ich, was soll’s, das Leben geht weiter. “n” statt “ñ” gedruckt? Kein Problem, wird rasch behoben – waehrend der laufenden Auszaehlung der Stimmen bei der Wahl in den Philippinen 2016? Oh, oh, oh – das geht vor Gericht! Und jedes Update traegt das Risiko, dass die Behebung dieses Fehlers andere Fehler erzeugen kann, deshalb der eherne Grundsatz defensiven Programmierens “Never touch a running system”.

Das Internet verknuepft nun all diese moeglichen Schwachstellen unserer modernen Infra-Struktur zu einem hoechst schmerzempfindlichen Organismus und bietet sie jedem denkbaren Zugang irgendwo auf der Welt an, wo ein versierter Hacker sich den “Untergang des Abendlandes” zur Aufgabe gemacht hat. Samuelson stellt fest: “Wir leben im Zeitalter der Schadprogramme. Es gibt kein offenbares technisches Heilmittel fuer unsere Liebe zum Internet. Wir muessen einsehen, dass die Dinge, die wir am Internet lieben, dieselben Dinge sind, die uns fuer ihre Schaeden empfaenglich machen. Es gibt keine klare Trennung von Gut und Boese. Wir flirten mit der nationalen Katastrophe, wenn wir unseren Appetit auf das Internet nicht zuegeln.

Politisch… – …gibt es heute nichts Neues. Man bosselt weiter an den drei Dingen, die ich gestern beschrieben habe.



Gemaesz “WashingtonExaminer”, “EurasiaFuture”, “ManilaTimes”, “SZ” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.