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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 26. Juli 2018

 

 

Es ist vollbracht… – …moechte man sagen, wenn einem das nicht als blasphemisch ausgelegt werden koennte, es gibt ja so viele Empfindlichkeiten. Also anders: Praesident Rodrigo Roa Duterte hat das BOL (Bangsamoro Organic Law) unterzeichnet. Damit hat er von seiner Seite her alles getan, was er tun kann, um den Frieden mit den Moros in Mindanao in die Gaenge zu bringen. Jetzt ist die Lokomotive unterwegs, und die Moros haben es in der Hand, es mit einem Plebiszit anzunehmen und daraus etwas zu machen.

Praesident Duterte gab das gestern Abend in einer Rede in Zamboanga City bekannt, in deren live-Uebertragung bei “PTV” ich zufaellig zappte, nicht weil der Film im TV wieder bloed war, sondern weil ich den schon viermal gesehen hatte. Hier sah ich – auch zur Beruhigung des Lesers Werner Plasger – dass Duterte wieder ganz der Alte war. Locker vom Hocker und sichtlich entspannt plauderte er mit dem Publikum, und verwischte meinen Eindruck vom Vortag, als er mir krank erschien. Es war wohl die Anspannung des nicht unterschriebenen BOL, die da noch auf ihm lastete, aber ich will jetzt nicht weiter spekulieren.

Leider verstand ich fast nichts von dem, was er sagte, denn im Gegensatz zum Vortag, als er zu internationalem Publikum in Englisch sprach, war in Zamboanga Tagalog/Visayan angesagt. Ich kann das nicht unterscheiden, dazu reichen meine paar Visayan-Brocken nicht, aber es war kein chinesisch, um eventuelle Befuerchtungen der Opposition zu beschwichtigen. Ich bin nur fasziniert von dem Mann, und deshalb habe ich bis zum Ende zugehoert, als er Geschenke an Beduerftige verteilte und sich zum Gruppenfoto aufstellte. Dann schaltete “PTV” ab.

Die Nachricht hat es als “Reuters”-Meldung bis in die “Straits Times” gebracht.

 



 

In derselben Rede… – …gab Praesident Duterte bekannt, lese ich heute morgen, denn ich war erst gegen Ende gestern am TV dabei, dass er den Richter am Obersten Gericht, Samuel Martires, zum neuen Ombudsmann ernannt hat, der der pensionierten Conchita Carpio-Morales nachfolgt. Der JBC (Judicial and Bar Council), der die Vorschlagsliste fuer das Amt erstellt, hatte Martires an erster Stelle genannt, mit mehr Stimmen als die folgenden Edilberto Sandoval und Felito Ramirez.

Martires kommt vom San Beda College of Law, war am Distrikts-Gericht in Agoo, La Union, und dann Richter am Appellations-Gericht bis er von Duterte ins Oberste Gericht berufen wurde. Er gehoert wie Duterte zur Bruderschaft Lex Talionis, die sich den “Auge um Auge”-Grundsatz zum Wahlspruch gemacht hat.

Das Appellationsgericht… – …hat in der Sache gegen die Internet-Zeitung  “Rappler” entschieden, dass die nicht 100% in philipinischem Besitz ist und damit gegen die Verfassung von 1987 verstoeszt. Massen-Medien in den Philippinen muessen in philippinischer Hand sein, und Rigoberto Tiglao – der sich in seiner Kolumne in “The Manila Times” nach dem Motto “follow the money!” investigativ um die Besitz-Verhaeltnisse von Medien- und Kommunikations-Unternehmen kuemmert – hatte darauf aufmerksam gemacht, dass das bei “Rappler” nicht der Fall ist. Dahinter stehen amerikanische Geldgeber, was auch erklaert, warum der “Rappler” stramm Anti-Duterte ist.

Leider schreibt der Autor des Artikels, der in Gerichts-Angelegenheiten stets wohl-informierte Jomar Canlas nicht, welche Konsequenzen das nun hat. Die Lizenz duerfte so zum Teufel sein, doch wie aeuszert sich das?

Probehalber habe ich den “Rappler” aufgerufen, den ich mir sonst nie anschaue. Er ist noch am Netz, und die Entscheidung gegen sich selbst taucht bei ihm als Nachricht (noch?) nicht auf.

Tut mir Leid… – …dass ich gestern Dutertes Rede vom Vortag nach Manila verlegt habe. Das ist falsch, denn die Konferenz und seine Rede als Ehrengast fanden im Marco Polo Hotel in Davao statt.

Ein wenig erstaunt hat mich dagegen, trotz meines Hinweises auf die Strittigkeit des Begriffs, dass Leser an dem Wort “Gutmensch” Anstosz genommen haben. Ich hatte mich in der “Wikipedia” ueber die Bedeutung versichert, und frage mich, wie man jemanden sonst bezeichnen kann, der sich durch tendenzioese Nachrichten einreden laesst, was fuer ein schlechter Mensch Duterte ist, ueber den er meint sich moralisch erheben und schimpfen zu koennen? Ein “Gutmensch” zeigt laut “Wikipedia” einen “nach aeuszerer Anerkennung heischenden Wunsch des ‘Gut-sein’-Wollens in Verbindung mit einem moralisierenden und missionierenden Verhalten und einer dogmatischen, absoluten, andere Ansichten nicht zulassenden Vorstellung des Guten”.

In diesem Sinne werde ich “Gutmensch” weiterhin benutzen, denn dazu gehoeren zum Beispiel jene Senatoren in den USA, die den Philippinen keine Gewehre verkaufen, weil damit im Drogenkrieg ja Menschen getoetet werden koennten. Und die Hetzartikel gegen Duterte, die nun fast regelmaeszig in der “South China Morning Post” erscheinen, stoszen in dasselbe Horn. So erscheint dort heute wieder eine “Agence France-Press”-Meldung zur Pensionierung von Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales mit der Ueberschrift “Furchtlose korruptions-brechende Groszmutter pensioniert, die mit dem philippinischen Praesidenten Rodrigo Duterte zusammenrasselte” und dem Untertitel “Mit ihrer Pensionierung ist eine andere kritische Stimme abgemildert, aber nicht zum Schweigen gebracht”. Der Artikel ueber “eine der wenigen verbleibenden Kritiker des Praesidenten Rodrigo Duterte” macht dann in dem Stil weiter, und erwaehnt nur in einem Nebensatz, dass Duterte sie der “selektiven Justiz” beschuldigte, was sie als “fake news” zurueckwies. Es wird aber nicht erwaehnt, dass ihre “selektive Justiz” alle Vorwuerfe gegen ihren Goenner, Ex-Praesident Benigno Aquino, unter den Tisch fallen liesz, um umso haerter gegen dessen Gegner vorzugehen. Dies geht nun ungebremst in westliche Zeitungen mit dem Quellen-Hinweis “AFP”, die gutglaeubige Leser damit versorgen.

Wie soll man sich da wehren? Da hilft nur eins – auf einen groben Klotz gehoert ein grober Keil. Wem das gefaellt, gut; wem das nicht gefaellt, auch gut.



Gemaesz „PTV„, “ManilaBulletin”, “StraitsTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaTimes”, “SCMP”, „Wikipedia“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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