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aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 26. Juli 2018

 



Gestern abend… – …zappte ich rum, weil ich den Spielfilm bloed fand, der auf “HBO” lief und landete bei “PTV”, wo Praesident Rodrigo Roa Duterte grad eine Rede hielt bei der Asia Pacific Healthy Islands Conference im Marco Polo Hotel in Manila. Meine Frau war bei einer Kriska, sodass ich schalten und walten konnte, wie ich wollte – seit seiner “Gotteslaesterei” sieht sie ihn immer sehr scheel an. Ich erwischte nicht ganz den Anfang von Dutertes Rede, die er diesmal vom Blatt las, und ich wunderte mich schon, ob das nun die Zukunft sei – abgelesene Reden, keine freien Exkurse mehr – als er mit dem Zettel fertig war, ihn auf’s Pult sinken liesz und das Publikum in’s Auge fasste.

Er sprach ueber Klima-Konferenzen und seine Minister. Jedes Ministerium haette einen, der sich ums Klima kuemmert, und dann fliegen elf Leute zu jeder Klima-Konferenz ueberall in der Welt. Das wird sich aendern. Es reicht, wenn einer da hinfliegt. Er selbst fliegt nicht so gern. In die USA, er hat ja Einladungen, Trump ist sein Freund, aber das geht nicht. 13, 14 Stunden, im Flieger das haelt er nicht mehr aus, und er braucht 2, 3 Tage, um sich vom Jet-Lag zu erholen. Das hat keinen Sinn. Dann ging es weiter um Gesundheit, den Klima-Wandel, und dazu sagte er: “Vor allem anderen muss Frieden in der Welt sein. Die Fragen zur Korea-Halbinsel muessen geloest werden. Und dann muessen wir aufhoeren, den Iran in einen Krieg zu draengen.” Duterte fuerchtet, dass es zu einem Atom-Krieg kommen koennte, und “wenn das passiert, und wenn es nur ein paar hundert Nuklear-Geschosse sind, dann brauchen wir ueber den Klima-Wandel nicht mehr zu reden.

Dies alles sagte er in einem mueden, fast schon resignierenden Ton, der mich nachdenklich stimmte, als er zum Schluss auf die Folgen zu sprechen kam, alles geht kaputt, dann die Krebs-Erkrankungen, die man dadurch kriegen kann, und wenn man erstmal Krebs hat, was kann man tun? Ja, meinte er dann – ich erzaehl das nach, weil ich kein Wortprotokoll habe – und wenn du nicht leiden willst, dann kannst du in die Schweiz gehen. Die bereiten das alles vor, und da kriegst du einen Knopf in die Hand, und wenn du es nicht mehr aushaeltst, dann – er machte eine Bewegung mit dem Daumen, als ob er einen Knopf drueckt – kannst du selbst aussuchen, wann Schluss ist – maraming salamat!

Ich war betroffen. Ich will jetzt nicht auf die Geruechte eingehen, die Francisco Tatad, dieser alte “Tsismoso ~ Schwatz-Onkel” bei der “Manila Times” Anfang 2017 gestreut hat, dass Duterte ueber Weihnachten 2016 ein Krebs-Hospital in China besucht habe. Aber gesund sah Duterte mir gestern nicht aus. Okay, vielleicht war er um 8 Uhr abends einfach nur muede. Aber redet man dann ueber Krebs und wie es am leichtesten zu Ende geht?

Mir gefaellt das nicht.

Noch weniger gefaellt mir… – …dass Haus und Senat im Moment offenbar alles andere zu tun haben, als an einem Strick zu ziehen, um die Sache der Philippinen voran zu bringen. Im Senat findet sich niemand, der TRAIN 2, das zweite Paket der Steuerreform TRAIN (Tax Reform for Acceleration and Inclusion Program) dort sponsorn will, also die entsprechenden Gesetze formuliert und die Kollegen ueberzeugt und antreibt. Der Senat will sich auch in Sachen Verfassungs-Aenderung nicht vom Haus vorfuehren lassen. Zwar will die Sprecherin des Hauses, Gloria Macapagal-Arroyo, das vorantreiben, aber “der Ball liegt nun beim Senat. Es bdarf der Zusammenarbeit beider Haeuser des Kogresses.” Nur scheint der Senat nicht bemueht zu sein, den Ball aufzunehmen. Zwar scheint man sich einig zu sein, dass die Wahlen 2019 stattfinden, aber gleichzeitig scheint da auch schon der Wahlkampf einzusetzen.

Ganz abgesehen vom Gerangel im Haus um die durch Wechsel des Sprechers losgetretenen Kaempfe um die Position des Sprechers der Minderheit und die Posten als Vorsitzende diverser Ausschuesse, droht da eine Zerreissprobe fuer die Regierungs-Partei PDP-Laban. Offenbar freunden die Leute, die Arroyo ins Amt katapultiert haben, sich mit dem Gedanken an, sich Hugpong ng Pagbabago (Allianz fuer den Wechsel) anzuschlieszen, der Partei der Duterte-Tochter Sara Duterte-Carpio, und den bisherigen Sprecher, Pantaleon Alvarez, der auch General-Sekretaer von PDP-Laban ist, mit seiner Partei und der Restmenge der Mitglieder allein zu lassen. Zwar gab es ein Gespraech Arroyo und Alvarez, aber dazu wurde nichts veroeffentlicht.

Es wird dauern, bis sich da der Staub gelegt hat und zu erkennen ist, wer als “last man/woman standing” uebrig bleibt. Es bleibt zu hoffen, dass dabei nicht Wichtiges hinten runterfaellt, was die Gesetzgebung angeht. Duterte hat in seiner SONA (State of the Nation Address) ja deutlich gemacht, was ihm am Herzen liegt. Das fordert Anstrengung, doch dazu gibt Yen Makabenta in seiner Kolumne in “The Manila Times” den Rat von General George Patton: “Nimm die Herausforderungen an, sodass du das Hochgefuehl des Sieges erleben kannst.

In dem Sinne – auf geht’s!

 

 

Ich liebe Bischof… – …Pablo Virgilio David, den Vize-Praesidenten der CBCP (Catholic Bishops’ Conference of the Philippines). Vorgestern gab er mir durch “eine listige Verkuerzung des Gedankens” Gelegenheit, ueber den Satz von Praesident Duterte “Your concern is human rights, mine is human lives” eingehend nachzudenken. Gestern erfrischte er mich sprach-philosophisch mit seinem Facebook-Posting zur Polit-Nonne Patricia Fox. Bischof David meint: “Sie ist kein Drogen-Schmuggler oder -Haendler. Sie hat nichts mit Kinderhandel zu tun. Sie gehoert zu keiner auslaendischen Cyber-Scam-Gruppe, die sich als Call-Center tarnt. Sie ist nicht Teil einer auslaendischen Firma, die offenen Tagebau treibt. Sie ist keine Waffenhaendlerin oder Terroristin. Sie kuemmert sich nur um die Armen in diesem Land”, postet er in Facebook und fragt: “Hat sie es verdient, als unerwuenschte Auslaenderin deportiert zu werden?

Oh, wie schoen! Er haette noch viel mehr aufzaehlen koennen, was die Fox alles nicht ist – das Nicht-Sein ist ueberabzaehlbar. Leider vergasz David dabei den Grund fuer ihre Ausweisung, dass sie an politischen Demonstrationen gegen die Regierung teilnahm. Das macht aber nichts, denn Davids Posting in Facebook ist mit dieser Auslassung aeuszerst lehrreich. Es zeigt, wie man luegen kann, ohne Falsches zu sagen. Ein Vorbild fuer alle, die das auch koennen wollen.

Korrektur? – Ich schrieb gestern, einer Aussage des Sprechers des Praesidenten, Harry Roque, folgend, den der “Manila Standard” zitierte, dass Staatsminister Salvador Medialdea auf die Pflicht des Praesidenten hinwies, die SONA zu halten, so vermittelte und Dutertes Ausmarsch verhinderte. Heute lese ich in “The Manila Times”, dass gemaesz einem Radio-Interview, das Senats-Praesident Vicente Sotto gab, die Vermittlung und Verhinderung von Dutertes Ausmarsch Rodolfo Fariñas zu verdanken sei.

Damit steht mir und dem Leser frei, das eine oder das andere zu glauben, und wenn ich morgen noch etwas anderes zu dem Punkt lese, werde ich nicht mehr darueber schreiben.

Wo ich grad bei dem Thema bin… – …faellt mir auf, dass die “South China Morning Post” eine “Reuters”-Meldung bringt, nach der die Philippinen Asiens toedlichstes Land fuer Land-Rechts-Aktivisten sind. Da die “Reuters”-Meldung sich auf die Aussagen des “Karapatan” stuetzt, lese ich den Rest schon gar nicht mehr. Auf der Homepage von Karapatan sehe ich heute als “Latest News” die Ueberschriften “Korrupte, schamlose Arroyo gehoert ins Gefaengnis, nicht als Sprecher des Hauses”, “Dutertes Aussagen zu Menschenrechten waehrend seiner dritten SONA offenbaren seine Ignoranz”, “Politische Gefangene ueber Duterte: Die an der Macht sind, sind die wahren Kriminellen und Terroristen”, und so weiter, und so weiter.

Das wird den Gutmenschen im Ausland dann als Nachricht verkauft. Ich weisz, ich weisz, der Begriff “Gutmensch” ist strittig, 2015 das “Unwort des Jahres”. Ich verwende ihn dennoch, denn die Leser dort, die keine andere Informations-Moeglichkeit haben als das Fernsehen und die “Zeitung ihres Vertrauens”, sind die Zielgruppe der Redaktionen, die solche Meldungen fuer ihre Ausgaben waehlen, die in ihre politischen Ansichten passen. Die zielen auf “Gutmenschen”, die sich gern fuer “die gute Sache” und “hoehere Werte” engagieren und nicht merken, dass redaktionelle Scheuklappen sie in eine gewuenschte Richtung lenken, und die geht gegen Duterte. Warum? Nun, er hat Barack Obama und den Papst einen “Hurensohn” genannt. Das ist zwar falsch uebersetzt, wie ich schon am 28. Juni diesen Jahres erlaeuterte und mich dabei auf eine Kolumne von Rigoberto Tiglao vom 9. September 2016 bezog, der sich auf Entscheidungen des Obersten Gerichts von 1969 und 2006 stuetzt, aber – wer ist schon das Oberste Gericht, wer ist Rigoberto Tiglao und wer liest mich? Da kann der Gutmensch im Ausland nur drueber lachen und – Karapatan glauben, wo “Karapatan” doch auch “Recht” bedeutet!



Gemaesz “PTV”, “GMANews”, “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “PhilStar”, “EurasiaFuture”, “SCMP”, “Wikipedia”, “Karapatan” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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