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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 01. Juli 2018

 

 

Duterte verstehen… – …ist Ziel dieses Blogs, was nicht als blinde Gefolgschaft gesehen werden sollte. Ich behalte mir schon vor erstmal zu zoegern, wenn ein anderer “Duterte-Fan” den Praesidenten mit Richard Nixon vergleicht, so wie nun Adam Garrie in seinem neuen Artikel in “Eurasia Future” zur diplomatischen Forschheit der Anmerkungen zu Gott, mit der Rodrigo Roa Duterte die philippinische Oeffentlichkeit aufgeruettelt hat. Verstehen heiszt aber eben, sich auch auf neue Wege der Gedanken einzulassen und nicht der Bequemlichkeit halber den alten Pfad lang weiter zu trotten und zu meinen, dass man eh schon alles verstanden hat.

In diesem Sinne lass ich mich darauf ein, dass der ehemalige US-Praesident Richard Nixon, ungeachtet der Tatsache, dass Aufrichtigkeit keine seiner Tugenden war, “ein Meister der sogenannten ‘madman theory’ war, womit Nixon erlaubte, dass offensichtlich ‘private Aeuszerungen’, die den totalen Krieg und die Zerstoerung eines Opponenten androhten, ausgestreut wurden, und so sehr wirksam eine rivalisierende Nation oder Fraktion  einschuechterten und an den Verhandlungstisch zurueckbrachten.” Wie auch immer Nixon privat oder innen-politisch gesehen wurde, “in Sachen seiner auszen-politischen Agenda schauen auch viele seiner Gegner auf die Entspannung mit der Sowjet-Union und seine sogenannte ‘Oeffnung’ gegenueber China als positives Ergebnis fuer alle Betroffenen.

Wer es bildlich mag. Diese “madman theory” erinnert mich an den Film “Jagd auf Roter Oktober” mit Sean Connery und Alec Baldwin von 1990. Dort sprach man bei der Jagd auf das U-Boot des Ueberlaeufers in der deutschen Version von einem “irren Iwan”. Man tut etwas voellig Unerwartetes und bringt den Gegner so zu einer Reaktion, die man selbst erwartet, und auf die man dann vorbereitet ist.



Zurueck zu Duterte. Durch seine Attacke gegen Gott brachte er die Katholische Kirche, die bisher unter der Aegide des Erzbischof Socrates Villegas als Koalitionaer der Liberalen Partei und somit zur politischen Opposition gerechnet werden musste, an den Verhandlungs-Tisch, um das Verhaeltnis von Staat und Kirche klarzulegen. Das ist wichtig, nicht nur wegen  Matthaeus 22, 21 – “Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!” – sondern auch wegen Article II, Section 6, der philippinischen Verfassung von 1987: “Die Trennung von Kirche und Staat ist unantastbar ~ The separation of Church and State shall be inviolable.

Diesen Part der Verfassung hat die Kirche nicht recht mitbekommen, wie sie sich in Politik mischt, was man zum Beispiel auch daran sieht, dass diese australische Nonne es als “natuerlichen” Teil ihrer Missions-Arbeit ansieht, mit Schildern “Befreit alle politischen Gefangenen” zu demonstrieren. Ob die Kirche den Matthaeus recht verstanden hat, ueberlasse ich dem Gewissen der Kirchen-Politiker.

So wird Praesident Duterte sich nun mit dem Vorsitzenden der Katholischen Bischofs-Konferenz zu einem Vier-Augen-Gespraech treffen, was unter dem guten Vorzeichen steht, dass dies nicht laenger Scharfmacher Villegas ist, sondern Romulo Valles, Erzbischof von Davao, dem eine freundschaftliche Verbindung mit Duterte nachgesagt wird, und der sich im Vorfeld so aeuszerte: “Miteinander reden heiszt einander zuhoeren, und das ist immer gut.

In diesem Sinne geht also die “madman theory” des Adam Garrie auf, dass durch Androhung weiterer fuerchterliche Tiraden gegen die Kirche, diese nun einlenkt: “Duterte gibt seinem Volk und der Welt so geistige Fuehrung, die geformt ist durch aufrichtige Reflexion seiner persoenlichen Erfahrungen, wie auch als Warnung an den de facto politischen Arm der Kirche: hoert auf euch einzumischen, oder kraeftigere und einflussreichere anti-klerikale Rhetorik ist zu erwarten.

Auf den Geschmack gekommen hat der Gedanke etwas fuer sich. Ich meine, das schon geschrieben zu haben, ohne es selbst zu glauben, finde die Stelle aber nicht mehr – kann es sein, dass im Sinne der “madman theory” Duterte die Kommunisten mit seinem Ein und Aus der Friedens-Gespraeche nur hinhaelt, um der Armee Zeit zu geben, das Problem zu loesen? Wofuer haben wir das Kriegsrecht in Mindanao?

Vor dem UN-Sicherheits-Rat hat der Sicherheits-Berater des Praesidenten, Hermogenes Esperon, am Freitag erlaeutert, dass “die Philippinische Regierung energisch und unnachgiebig den Terrorismus bekaempft in Uebereinstimmung mit der UN Global Counter-terrorism Strategy.” Dabei wies er auch auf die NPA (New People’s Army) hin, die im Laufe der Jahre mehr als 10 Tsd Soldaten, Polizisten und Menschen getoetet hat, und deren Kraefte nun im Schwinden sind. Mehr als 7 Tsd Rebellen wurden dies Jahr neutralisiert: 71 getoetet, 114 gefangen genommen, und 7.346 ergaben sich den Kraeften des Militaers.

Betrachtet man die Angelegenheit von dieser Seite, so loesen sich Gedanken und Anwuerfe, ob Duterte nun voellig den Verstand verliert, in Luft auf – wobei mir die englische Wendung “vanished into thin air” gefaellt, das klingt noch “mehr weg” als “weg”. Und den Rat von UN-Menschenrechts-Chef Zeid Ra’ad Al Hussein, Duterte sollte “psychiatrisch untersucht” werden, kann ich da nur mitleidig belaecheln.

Wenn ihr wuesstet!



Gemaesz “ManilaStandard”, “ManilaTimes”, “EurasiaFuture”, “PTV” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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