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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 28. Juni 2018 

 

 

Putang ina!”… – …koennte ich Praesident Rodrigo Roa Duterte zitieren, wenn ich an das Spiel gegen Sued Korea denke, die die deutsche Mannschaft grad nach Hause geschickt haben. Die Wendung taucht in den Tiraden des Praesidenten oefters auf und wird mit “son of a bitch ~ Hurensohn” uebersetzt. Das ist falsch, und deshalb wiederhole ich hier, was Rigoberto Tiglao dazu am 9. September 2016 in “The Manila Times” unter der Ueberschrift “Entscheidung des Obersten Gerichts: ‘putang ina mo’ bedeutet nicht ‘deine Mutter ist eine Hure’” schrieb und was ich damals in mein Blog uebernahm: “Das Oberste Gericht der Philippinen entschied 1969, und bestaetigte dies 2006 in einer anderen Entscheidung, dass duennhaeutige Menschen wie Praesident Obama – oder seine dummen Ratgeber und die uninformierte auslaendische Presse – nicht beleidigt sein sollen und glauben, dass die Tugend ihrer herzlich geliebten Mutter herabgewuerdigt wird, wenn der Ausdruck “putang ina”, oder gar das mehr direkte “putang ina mo”, in einer an sie gerichteten Aussage verwendet wird.

Das Oberste Gericht entschied, dass “putang ina” keine Beleidigung, sondern ein Ausdruck des Aergers oder Missfallens ist. Damit ist hoechst-richterlich geklaert, dass Dutertes Ausbrueche im Deutschen sinngemaesz mit “Scheiszdreck”, “Mist” und auch mit “verflixt nochmal” uebersetzt werden koennen, aber kaum mit “Hurensohn”. Das sagt in Deutschland kein Mensch, auszer der deutschen Presse, wenn sie in englisch verfasste Agentur-Meldungen ueber den philippinischen Praesidenten uebernehmen.

Das Problem dabei ist, dass sich im Westen niemand um Entscheidungen des Obersten Gerichts der Philippinen schert, und wer liest schon die “Manila Times”? Fuer die Amerikaner ist das jedoch keine Ausrede. In “A Dictionary of Cebuano Visayan” von 1972 des amerikanischen Linguisten John U. Wolff findet sich unter dem Stichwort “puta” als erste Bedeutung “Hure”, aber es wird zweitens auch als Ausdruck von Aerger und Abscheu verzeichnet, und so uebersetzt Wolff es in dem Beispiel in’s Englische mit dem dort ueblichen “damn!

púta 1 whore (coarse). 2 curse word to express anger, disgust. Púta, ngánung aku pa ang nadisgrasya, Damn! Why did it have to be me that had the accident!”

Bei Wolff ist dabei zu beruecksichtigen, dass er nach Visayan-Tradition “o” als “u” und “e” als “i ” schreibt, da es “o” und “e” in Visayan eigentlich nicht gibt – was man auch hoert, da beides in der Aussprache kaum zu unterscheiden ist. Die Differenzierung der Vokale setzt sich erst neuerdings durch, und findet sich z.B. in Virgilio B. Abueva: Binisaya (Cebuano / Bol-anon) English Dictionary; Quezon City 2012. “Den Wolff” kann man uebrigens kostenlos im Project Gutenberg aus dem Internet herunterladen; den Abueva gibt’s im Buchhandel.

Ein Uebersetzer, der seinen Job gelernt hat, haette es also wissen koennen – ich bemueh mich ja auch.

Zu der “Gott ist bloed”-Debatte… – …hab ich nur eine vernuenftige Wort-Meldung bisher gelesen, und die stammt von der Tochter des Praesidenten, der Buergermeisterin von Davao, Sara Duterte-Carpio: “Bitte hoert nicht auf ihn, wenn er die Bibel oder den Koran interpretiert. Er ist kein Priester, kein Pastor und kein Imam. … Er ist der Praesident. Hoert nur zu, wenn er ueber seine Arbeit spricht, und kritisiert seine Arbeit, nicht wenn er ‘talkalese’ spricht.” Mit “talkalese” bezeichnet Duterte selbst sein Reden um des Redens willen, egal, ob das Sinn macht oder nicht. Man koennte das mit “Brabbelei” uebersetzen, meine Frau sagt da “to keep the mouth busy ~ den Mund beschaeftigen”.



Gemaesz “ManilaTimes”, “Wolff” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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