…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 25. Juni 2018 

 

 

Das Wort zum Montag… – …stammt nicht von Marit Stinus-Cabugon, obwohl mir das Leid tut, denn ihre Kolumne in “The Manila Times” beginnt mit den Worten: “Dank sei Sankt Rodrigo fuer die Absage der Runde der Friedengespraeche vom 28sten bis 30sten Juni mit der National Democratic Front of the Philippines.” Wir wissen das schon, und jeder hofft, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte mit Hilfe der Armee und ganz ohne Gespraeche mit den Kommunisten fertig wird.

Es war auch nicht “Sankt Rodrigo” selbst, obwohl er mit seinen Reden letzten Donnerstag und Freitag dazu Anlass gab (siehe gestern).

Das Wort zum Montag ist die heutige Schlagzeile der “Manila Times”, die mit “Gott ist nicht bloed” aufmacht. Bischof Alberto Uy von Tagbilaran, Bohol, wehrt sich mit dieser Parole in facebook gegen die ketzerischen Ueberlegungen des Praesidenten und gibt theologischen Nachhilfe-Unterricht. Ich will darauf nicht eingehen, das machen Bruder Ranhilio Aquino im “Manila Standard” unter dem Titel “Der Aerger mit Digongs Gott (The Trouble with Digong’s God)” – was mich an die Hitchcock-Komoedie “Immer Aerger mit Harry (The Trouble with Harry)” erinnert – und Adam Garrie in “Eurasia Future” unter der Ueberschrift “Duterte predigt das Evangelium Irdischer Freuden gegen die neo-imperiale Unterwerfung unter Kirchliche Einmischung”.

Ich habe das Thema selbst mehrfach behandelt, und daher hier nur zwei Anmerkungen zur Religion an die Gebildeten unter ihren Veraechtern.

Zum einen ist Gott nichts als eine psycho-soziale Gesundheits-Masznahme gegen uebermaesziges Fragen. Gott setzt allen Warum-wieso-weshalb-Fragen ein Ende. Bei Gott ist Schluss mit lustig, da wird nicht weitergefragt, sonst gehoerst du nicht mehr dazu.

Zum anderen ist Gott das, was der Glaeubige glaubt, und er existiert dann, wenn er geglaubt wird. Wer es gern klassisch moechte, dem sei Pascals Wette empfohlen. Der Mathematiker, Philosoph und Gottessucher riet: Wette einfach auf die Existenz Gottes! Gibt es ihn, hast du gewonnen; gibt es ihn nicht, hast du nichts verloren.

Wer es gern anders haben will – bitte schoen – die Glaubensfreiheit deckt auch den Unglauben ab, und die gehoert zu den Menschenrechten, womit ich beim naechsten Thema bin.



Fuer die Katz – Auszen-Minister Alan Peter Cayetano reagiert nun auch auf die wiederholte Aufforderung des UN-Menschenrechtsrates an die philippinische Regierung, mit dem Ermorden ihrer Buerger im Drogenkrieg aufzuhoeren: “Wir bedauern, dass Island und etliche andere Staaten ihre Position aufrecht erhalten, trotz unseres Angebotes an sie, die Philippinen zu besuchen und die Menschenrechtslage objektiv einzuschaetzen, besonders auf Gemeinde-Ebene. … Ungluecklicherweise sind unsere Freunde wirklich nicht interessiert, zur Wahrheit zu gelangen, und verlassen sich lieber auf die Missinformationen, mit denen sie von Parteien gefuettert werden, die die Menschenrechte politisiert und zur Waffe gemacht haben. … Politik ist Politik, doch Menschenrechte zu politisieren gefaehrdet Menschenleben.

Zu den “anderen Staaten” gehoert Deutschland, und so habe ich mal in der Google-Uebersicht deutscher Nachrichten nach dem Stichwort “Cayetano” gesucht und fand einen Artikel im “Handelsblatt” mit der bezeichnenden Ueberschrift “Europaeer politisieren die Menschenrechte”. Na, sagte ich mir, sollte ich da ein Vorurteil gegen die westliche Presse gehabt haben, dass sie nicht berichten? Also sah ich mir den Artikel naeher an – er war vom 19. Mai 2017.

Ich hab den Artikel nicht gelesen, es war ein Bezahl-Artikel und mir genuegte zu wissen, dass seit Mai 2017 in Deutschland niemand vom philippinischen Auszen-Minister auch nur Notiz genommen hat. Sollte man dem Minister sagen, dass da keiner zuhoert? Sein Vorwurf in Richtung Europa, wie die selbst mit den Menschenrechten von Asyl-Suchenden, Fluechtligen und Migranten umgehen, ist echt fuer die Katz.

 “borgen” in Visayan – In einer Diskussion, die Dieter Sokoll im Deutschen Philippinen Klub angezettelt hat, vermutet Dirk Molder, dass es das Wort “verborgen” im Philippinischen nicht gibt. Hier irrt Herr Molder. In Tagalog kenn ich mich nicht aus, aber in Visayan gibt es den Wortstamm “hulam”. Hierzu der entsprechende Eintrag aus meinem Woerterbuch mit Beispielen aus dem taeglichen Leben:

húlam • húwam • borgen, leihen – Miahat ko’g hulam og kuwarta. Ich war gezwungen Geld zu leihen. gihulaman • wurde geborgt → gi~ ~an – Gihulaman nako ang iya’ng lapis. Wurde geborgt von mir der sein dass Bleistift. ≈ Ich habe mir seinen Bleistift geborgt. – Ang ako’ng gihulaman nga bolpen. Der Kuli, der von mir geborgt wurde. hinulaman • geborgt → ~in~ → ~an – Nag-uli ko ani’ng libro nga hinulaman. Ich gebe dieses geborgte Buch zurück. hulaman • verliehen → ~an – Mas maayo pa’y ihatag kay sa hulaman nga dili iuli. Ich gebe lieber etwas weg als es zu leihen und nicht zurück zu bekommen. makahulam • kann borgen → maka~ – Puwede ko makahulam sa martilyo ug gabas? Kann ich Hammer und Säge borgen? mohulam • wird borgen → mo~ – Mohulam unta ko’g kuwarta nimo. Ich möchte Geld von dir borgen. – Hangyoa lang sa iyaha ka mohulam og kuwarta. Bitte ihn doch dir Geld zu borgen. – Mihunghong siya nako nga mohulam siya’g kuwarta. Sie flüsterte zu mir dass sie Geld borgen möchte. mopahulam • wird leihen → mo~ → pa~ – Og mopahulam ka niya’g kuwarta, adiyos na lang. Wenn du ihm Geld geliehen hast, vergiss es. nahulam • hat geborgt → na~ – Duda nako basin iya’ng ipadala ang kuwarta’ng nahulam nila Dodong sa imoha. Ich vermute sie wird das Geld schicken, das sie bei Dodong von dir geborgt haben. pahulam • leihe → pa~ – Ate, pahulam ko kadali! Ate, leih mir mal rasch!



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “EurasiaFuture”,  “ManilaBulletin”, “GMANews” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.