…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 05. Juni 2018

 

Der Kuss II – Es bedurfte keiner groszen Weitsicht, als ich gestern voraussagte, dass sich die Frauen-Bewegung des Kusses annehmen werde (siehe gestern). Jemand wie Praesident Rodrigo Roa Duterte, der von Senatorin Leila de Lima bereits im Oktober 2016 als “gluehender Frauenfeind ~ flaming misogynist” beim ersten Forum “Buhay at Babae ~ Leben und Frau” gescholten wurde, bietet sich als Opfer geradezu an. So ergriff GABRIELA (General Assembly Binding Women for Reforms, Integrity, Equality, Leadership and Action), eine marxistisch-kommunistische Partei fuer Frauenthemen mit 2 Sitzen im Haus, die Gelegenheit nun beim Schopf, Dutertes Spaeszchen zur frauenfeindlichen Aktion hochzustilisieren, wobei sie es als ungluecklich empfand, “dass die Frau sich verpflichtet fuehlte, den Akt oeffentlich als ‘keine Boeswilligkeit’ zu verteidigen, wo das zu erklaeren doch wohl Pflicht des Praesidenten gewesen sei, nicht nur weil er das provoziert hatte, sondern weil es als oeffentliche Persoenlichkeit seine moralische Pflicht sei, sein ungehoeriges Verhalten zu erklaeren.

Die Filipina – Bea Lim, die entgegen meinem gestrigen Kenntnisstand mit einem Koreaner verheiratet ist und zwei Kinder hat – verstand den Spasz als eine “einmal-in-meinem-Leben”-Erfahrung, und hier draengt sich mir die Frage auf, ob es nicht eher Noetigung der Bea Lim durch diese Lobby-Frauen ist, Dutertes Handeln nun auch selbst als “schaebig, boesartig und frauenfeindlich” empfinden zu muessen. Duterte hatte angesagt, dass er das Buch fuer einen Kuss abgibt. Sie haette nicht zu ihm auf’s Podium gehen muessen, und wie ich sie einschaetze, ging es ihr auch kaum um dieses Buch zu Missstaenden in der Katholischen Kirche der Philippinen – wen interessiert das schon? Sie wollte neben Duterte auf der Buehne stehen, und sie ist raufgegangen – bums!

Doch wie kann Frau Kim sich nun dagegen wehren, so kritisiert zu werden? Hat GABRIELA sie gefragt, ob sie sie in aller Oeffentlichkeit als Beispiel einer unemanzipierten Frau hinstellen darf? Oder maszt GABRIELA sich ein Amt an, das ihnen nicht zusteht? Woher nimmt GABRIELA das Recht, Kims Rechtfertigung als “ungluecklich” zu bezeichnen?

Es sind diese selbsternannten Tugendwaechter, die jenen, die ihre Ansichten nicht teilen, das Leben zur Hoelle machen, was Jean-Paul Sartre einmal so formulierte: “Die Hoelle, das sind die anderen.” Doch wenn GABRIELA sich als kommunistisch versteht, dann sollten sie besser den Spruch von Rosa Luxemburg beherzigen: “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden”.

Eine Anmaszung des Rechts… – …sieht Dodo Dulay in seiner Kolumne in “The Manila Times” in dem Besuch des UN-Berichterstatters Garcia-Sayan, der seiner Meinung nach gegen den UN-Code of Conduct verstoeszt. Der schreibe naemlich vor, dass wenn UN-Berichterstatter zu Menschenrechts-Missbrauch Stellung nehmen, die Seite des betroffenen Staates – in diesem Fall die Philippinen – einbeziehen muessen. Dulay schreibt: “Offensichtlich, wie eine andere Berichterstatterin vor ihm, ist Garcia-Sayan ein Publizitaets-Jaeger, fuer den Standards moralischer Haltung und professionellen Benehmens, die durch den Menschenrechts-Rat gesetzt sind, ein bloszer Vorschlag, aber keine Regel sind.

Er haette seine “Einsichten” der philippinischen Regierung mitteilen, ihr eine angemessene Frist zur Stellungnahme einraeumen, und beides zusammen bekannt geben muessen – sagen die UN-Regeln, die fuer UN-Berichterstatter verbindlich sind. Aber wen interessieren schon Regeln, wenn es gegen Duterte geht?



Ein Missverstaendnis des Rechts… – …sieht Sass Rogando Sasot in ihrer Kolumne in “The Manila Times” auch in der Auffassung der Opposition, dass durch den Spruch des Schiedshofes vom Juli 2016 in Den Haag die Diskussion um die Rechtslage im Suedchinesischen Meer beendet sei: “Das ist ulkig. Offensichtlich werden die Gebiete immer noch diskutiert. Der Spruch hat die Diskussionen nicht beendet, weil die Diskutanten in erster Linie nicht beiderseitig uebereingekommen sind, ihren Konflikt in einem Schiedsverfahren loesen zu lassen. Ohne diese Entscheidung hat das Schiedsverfahren, statt zum Ende des Disputes beizutragen, einen neuen Disput geschaffen.

So ist es auch hoeherer Bloedsinn, wenn sogenannte Experten meinen, dass eine gemeiname Ausbeutung der Schaetze im Meeresboden dort durch China und die Philippinen mit der Aufgabe der Regelungen des Schiedsspruches gleichzusetzen sei. Nichts wurde geregelt, die Fragen sind offen, und daran aendert die gemeinsame Nutzung der Bodenschaetze dort auch nichts, weder positiv, noch negativ.

Besonders lustig findet Sasot, dass Jay Batongbacal, Professor fuer Seerecht an der University of the Philippines, der heute eine Gefahr fuer die Rechts-Position der Philippinen in der Ausbeutung mit China sieht, in einem gemeinsamen Papier mit Aileen Baviera 1999 die gemeinsame Ausbeutung im Suedchinesischen Meer als einen “attraktiven Ansatz” bezeichnete.

Preisfrage: was ist der Unterschied von 1999 und 2018?

Antwort A: Damals gab es den Schiedsspruch von 2016 noch nicht, der das geregelt hat. – Die Antwort ist falsch, denn der Schiedsspruch, siehe oben, hat nichts geregelt.

Antwort B: Damals war Duterte nicht Praesident der Philippinen. – Ueber diese Antwort muss ich erst nachdenken. Kann die Korrektheit eines Vorgehens davon abhaengen, wer es tut? “Quod licet iovis, non licet bovis – Was den Goettern gestattet ist, ziemt sich nicht fuer die Ochsen”?



Gemaesz “ManilaBulletin”, “CNNPhil”, “PhilStar”, “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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