…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 24. Mai 2018

Vor einem Jahr begann die Marawi-Krise… – …und das Problem ist, dass niemand sagen kann, wann sie beendet ist. Zwar verkuendete Praesident Rodrigo Roa Duterte am 17. Oktober 2017 die “Befreiung” von Marawi, doch das ist nicht die “Wiederherstellung” der Stadt.

Wie ich im TV sah, hat man im Haupt-Kampfgebiet bis jetzt 80 Prozent der Bomben und Sprengmittel geraeumt. Man rechnet, Mitte Juni mit der Raeumung der Truemmer zu beginnen, und Kristoffer Purisima, Sprecher der Task Force Bangon Marawi (Neues Marawi), sagte: “Tja, was die meist betroffene Zone angeht, so ist das Ziel, sie bis Dezember 2021 wieder aufzubauen.” Um 45 Tsd Familien leben noch bei Verwandten irgendwo im Land, ueber 1 Tsd in Notunterkuenften. Wenn sie 2021 zurueck koennen, fehlen ihnen 4 Jahre Leben am Stueck. Das ist kein Einschnitt, das ist ein Lebensabschnitt.

Und wie Marawi dann aussieht, ist auch eine Frage. Im TV sah ich Bilder von Plaenen mit Promenaden am See, Parks und Gruenflaechen laengs des Agus River. Da war auch ein Haus mit einem Swimming-Pool zu sehen, aber das bekommt nicht jede dieser 45 Tsd Familien, oder? In den “MindaNews” bejammert ein laengerer Artikel des PCIJ (Philippine Center for Investigative Journalism), dass ein kleines Kommittee entscheidet, wer welche Auftraege bekommt, und das ist von Duterte mit seinen Leuten oder solchen besetzt, die ihm politisch verbunden sind. Das PCIJ war noch nie ein Bund von Duterte-Anhaengern, aber davon abgesehen: wen soll Duterte denn einsetzten? Leute die er nicht kennt?

Es wird beklagt, dass niemand davon Erfahrung hat, eine zerstoerte Stadt wieder aufzubauen. Wer hat die? Die Leute, die Zamboanga nach der Belagerung 2013 bis heute nicht ganz hergestellt haben? Oder jene, die immer noch mit den Folgen von Yolanda (int. Haiyan), auch aus dem Jahr 2013, beschaeftigt sind? Es ist eines der Probleme dieses Landes, dass die naechste menschlich oder natuerlich verursachte Katastrophe nicht wartet, bis man mit der letzten zu Rande gekommen ist.

Und so weisz auch niemand so ganz genau, ob nicht in dieser Zeit, in der man Marawi wieder aufbaut, nicht auch wieder nachwaechst, was man in fuenf Monaten bekaempft hat. Maute/IS ist am Boden zerstoert, okay, der IS aber nicht, und der hat sein Ziel, ein Kalifat in Suedost-Asien nicht aufgegeben. Einer der Fuehrer, die in diesem Handy-Video zu sehen waren, die die Einnahme von Marawi planten (ich find den Namen grad nicht in den Nachrichten), hatte Marawi verlassen, bevor es von der Armee ganz eingeschlossen wurde, um im Umland fuer Nachschub an Munition und Kaempfern zu sorgen. Der Armee ist bekannt, wie ich gestern in einem “NewsNight”-Special bei “CNNPhil” hoerte, dass er in der Naehe von Marawi neue Kaempfer rekrutiert und ausbildet.

Praesident Duterte lehnte es ab, gestern zur Erinnerung des Beginns der Belagerungs zu kommen. “Wir werden zum Jahrestag der Befreiung dort hingehen”, laesst sein Assistent Christopher “Bong” Go wissen. Das waere nur dann von groeszerer Bedeutung, deutet der Leitartikel des “Manila Standard” an, wenn bis dahin auch die Bevoelkerung von ihren Leiden befreit sei. Aber das wird noch eine ganze Weile dauern.



Gemaesz “CNNPhil”, “GMANews”, “MindaNews”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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