…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 14. Mai 2018

 

 

 

Der naechste Punkt… – …auf der Tagesordnung der Opposition duerfte das Suedchinesische Meer sein. Nachdem westliche Dienste Fotos in die Presse brachten, die zeigen sollen, dass China Raketen-Systeme auf Subi-, Mischief- und Fiery Cross-Reef installieren, welche in der EEZ (Exclusive Economic Zone) der Philippinen liegen, draengt Vize-Praesidentin Maria Leonor “Leni” Robredo Praesident Rodrigo Roa Duterte, den NSC (National Security Council) einzuberufen. Das sei Sache des Praesidenten zu entscheiden, sagt der Sicherheits-Berater des Praesidenten Hermogenes Esperon, auszerdem gaebe es andere Institutionen, die sich um die Sicherheit des Landes kuemmern.

Die Opposition hat eine ziemliche Schlappe erlitten, als nun die Fake-Richterin Maria Lourdes Sereno aus dem erschlichenen Amt gejagt wurde, und die Auszaehlung von Robredos Stimmen in der von Ferdinand “Bongbong” Marcos angefochtenen Wahl verlaeuft auch nicht so guenstig. Nun will man besser in die Presse kommen. Die Vize-Praesidentin gehoert dem NSC an, wenn er einberufen wird, und das letzte Mal hatte Duterte auch seine Vorgaenger eingeladen – Benigno Aquino, Gloria Macapagal Arroyo, Fidel Ramos – wobei Aquino, als er spaeter kam, jedem die Hand gab, nur nicht Arroyo.

Wie auch immer, es waere eine gute Gelegenheit fuer die Opposition, sich mal staatstragend zu zeigen, statt nur am Praesidenten rumzunoergeln.

Dazu passt ein Aufsatz von Richard Heydarian in der “South China Morning Post” mit dem Titel “Wie Chinas militaerisches Spiel in diskutierten Gewaessern den Wandel in Rodrigo Dutertes Wandel der Auszen-Politik torpedieren koennte”. Er schreibt: “Trotz eines massiven oeffentlichen Rueckschlags inmitten Chinas letzten Aktivitaeten in den strittigen Gewaessern, bleibt Duterte unnachgiebig in Sinn und Nutzen seiner Auszen-Politik. Aus seiner Sicht ist Donald Trumps Regierung der Schwanengesang der westlichen Vorherrschaft in der Welt; Chinas Praesident Xi Jinping ist der kommende Fuehrer einen neuen globalen Ordnung. In einer Rede in seiner Heimatstadt Davao, zeichnete Duterte China als den primaeren Sicherheitspartner der Philippinen. ‘China sagt – Wir werden euch schuetzen. Wir werden nicht gestatten, dass die Philippinen zerstoert werden. Wird sind da, und du kannst uns jederzeit zu Hilfe rufen –‘ sagte der Praesident in einem Versuch, Kritik an seinem Schmuse-Kurs mit Peking zu begegnen.

Ich lass das mal so stehen. Was die Auszen-Politik angeht trauen Filipinos eher den Amerikanern als den Chinesen. Die Kolonialzeit hat da ihre Spuren hinterlassen. Verdaechtig ist nur, dass nun auch in “PhilStar” ein Bericht auftaucht, in welchem der Finanz-Minister Carlos Dominguez auf Nachfrage verneint, dass China die natuerlichen Ressourcen der Philippinen als Sicherheit fuer gewaehrte Kredite haben will. “Da gibt es keinen Zusammenhang. Es sind unabhaengige Schulden,” sagt Dominguez.

Die Frage ist, wer bringt solche Fragen in’s Spiel? Kursieren da “Ausverkaufs-Geruechte”? Wer streut die? Das Interessante an Nachrichten ist nie die einzelne Nachricht, sondern ihr Zusammenhang mit anderen, die insgesamt ein Bild ergeben. Und in diesem Bild schieszt sich die Opposition nun auf das Suedchinesische Meer ein. Es war ja auch der letzte Erfolg des Aquino-Regimes, von den USA als Lakai nach Den Haag geschickt, sich dort siegreich ein Papier abzuholen – das Duterte gleich beiseite gelegt hat, um es zu gegebener Zeit zu betrachten. Der Frieden mit China war ihm wichtiger.

Es liegt bei Duterte, ob er den NSC einberuft und Robredo ihren Fernseh-Auftritt bekommt.



Gemaesz “ManilaTimes”, “SCMP”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.