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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 29. April 2018

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …hatte in Sachen Kuwait zwei Moeglichkeiten. Ich ging gestern noch davon aus, dass er den Auszen-Minister opfert und die Verstaendigung mit Kuwait sucht, als ich schrieb “Das klingt nicht gut – fuer den Auszen-Minister”. An eine zweite Moeglichkeit dachte ich nicht, das unterscheidet kleinmuetige Schreiberlinge von groszen Staatsmaennern. Duterte stellt sich hinter seinen Auszen-Minister und kuendigt Kuwait die Zusammenarbeit auf.

 

 

In einer Rede Samstag Abend vor 4.000 Filipinos in Singapur waehlte Praesident Duterte die zweite Moeglichkeit. Er sagte, er habe schlechte Nachrichten. Er will die 250 Tsd OFWs (Oversea Foreigns Workers) in Kuwait in die Philippinen zurueckholen. Zu viele boese Dinge seien geschehen, sagte er, und: “Die einzige Suende, die philippinische Arbeiter in Kuwait oder irgendeinem anderen Land begangen haben, ist ‘Ueberleben’, um sich ein Leben zu verdienen.” Und daher: “Ihr Filipinos alle, die ihr zuhoert, kommt heim in die Philippinen. Da gibt es jetzt viel Arbeit.

Duterte stellt nicht die Geschichte der Freundschaft mit Kuwait in Frage. Er habe da keine Wut und keinen Hass. Sie haetten ueber viele Jahre geholfen: “Doch wenn die Anwesenheit von Filipinos eine Last ist, erlaubt uns sie herauszuholen. … Tut ihnen nichts, helft uns nur. Ich sehe mich nach Geld um, um alle philippinischen Arbeiter herauszuholen.” Er wies darauf hin, dass er die 5,4 Mrd Peso, die der chinesische Praesident Xi Jinping als Hilfe fuer OFWs in Kuwait zur Verfuegung gestellt hat, einsetzen will, um sie in die Heimat zu bringen.

Ich fand dies bisher nur als Vorab-Meldung in ”The Manila Times” und “PhilStar”. Vermutlich wird Duterte sich heute in Davao – “auf heimischem Boden” – naeher darueber auslassen, wie der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, zuletzt angekuendigt hatte. Dass Duterte damit schon vor der philippinischen Gemeinde in Singapur herauskam, ist typisch fuer ihn. Er hatte alle Fragen abgelehnt und ueber dem Schritt gebruetet. Von auslaendischen Journalisten wollte er sich dabei nicht loechern lassen. Aber vor seinen Landsleuten, konnte er nicht laenger schweigen. Das musste heraus.

Da kommen Probleme auf ihn und etliche Filipinos zu, ich hatte das gestern schon angedeutet und es vielleicht deshalb nicht als Moeglichkeit bedacht. Sein “Build, build, build” laeuft erst an, noch sind die offenen Stellen nicht da. Doch es ist eine typische Duterte-Loesung. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Hatte er den Auszen-Minister Alan Peter Cayetano als Suendenbock geopfert und die Verstaendigung mit Kuwait gesucht: er haette ihnen damit in allen Diskussionen die Oberhand zugestanden. Im Englischen gibt es dafuer den plastischeren Ausdruck “they would have the whip hand”, und Duterte ist nicht der Mann, jemandem die Peitsche zu bringen, um sich dann zuechtigen zu lassen. Er ist der Souveraen, und wie auch immer es nun weitergehen wird, die 10 Punkte, die er in den letzten Stimmungs-Unfragen verloren hat und von “exzellent” auf “sehr gut” gesunken ist, werden im naechsten Quartal glatt ausgeglichen. Er wird steigen auf – was kommt ueber “exzellent”?



Ueber das Luegen – Eigentlich ist Noch-Oberste Richterin Maria Lourdes Sereno keine Zeile mehr wert, und nach Dutertes Kuwait-Entscheidung schon gleich gar nicht. Doch wenn sich Zeilen nach und nach addieren, reicht es schlieszlich fuer einen Eintrag in mein Blog, und ich habe das gestern Abend geschrieben, als ich die mitteilenswerte Nachricht von heute noch nicht kannte.

Also, Yen Makabenta hat gestern in seiner Kolumne in “The Manila Times” einen wunderschoenen Beitrag zum Luegen geschrieben – am Beispiel der Sereno. Dabei ging er von einem Zitat der Autorin Sissela Bok aus: “Es ist leicht eine Luege zu erzaehlen, aber es ist schwer blosz eine zu erzaehlen. Die erste Luege muss mit einer anderen gedeckelt werden, oder es regnet rein. Mehr und mehr Luegen werden noetig. Der Luegner hat immer mehr Flickarbeit zu leisten.” Ich will die Konstruktion des Luegengebaeudes von Sereno hier nicht nachvollziehen, Wiederholungen sind langweilig.

Doch ich erinnerte mich an die Kolumne von Jojo Robles vorgestern in “The Manila Times”, in der er dem dringenden Anfangsverdacht nachging, dass die Jus-Studenten, vor denen Sereno gern an Unis spricht, nicht so ganz freiwillig dort sitzen und sich die Maerchen von Tante Sereno anhoeren. Und so fragte Robles den Sereno-Unterstuetzer Mel Sta. Maria, Dekan der juristischen Fakultaet der Far Eastern University, ob es wahr sei, dass die Studenten Punkte fuer ihr Studium bekommen, wenn sie den Sereno-Vortrag besuchen und sich das anhoeren. Er bekam darauf eine “nicht-antwortende Antwort”, dass die Studenten Serenos Wunsch nach Frieden unterstuetzten – die Veranstaltung schloss mit einem gemeinsamen Friedens-Gebet, welches angeblich der Zweck der Veranstaltung war. Robles schlieszt die Kolumne mit der Vermutung, dass es mehr Frieden gaebe, wenn man keine “bogus news” erfindet, um Serenos Propaganda zu verschleiern.

Und, einmal auf den Gedanken gekommen, erinnere ich den Spruch des Senators Franklin Drilon, den Jojo Robles in seiner Kolumne in “The Manila Times” am 12. April zitierte. Drilon begruendete 2012 sein damaliges Urteil gegen den Vorgaenger Serenos, den CJ (chief justice) Renato Corona bei dessen Amtsenthebung, mit dem Ausspruch: “Der Chief Justice des Obersten Gerichts muss sich an einen hoeheren Standard halten.” Drilon verglich Corona mit einem Uebersetzer bei Gericht, der wegen fehlender SALNs (Statement of Assets, Liabilities and Net Worth) gefeuert worden war. Da sehe ich die Sereno jetzt deutlich vor mir, wie sie vor einem solchen Publikum in ihrem Sonntagsschul-Ton sagte: “Wir haben doch alle keine kompletten SALNs abgegeben, wollt ihr euch jederzeit von jedem rauswerfbar machen?” Ich konnte die Zuhoerer foermlich um ihren Job zittern fuehlen.

Das alles hatte ich mehr oder weniger durchgehen lassen, es lohnte das Schreiben nicht, bis ich dann gestern Makabenta las, der die Kolumne mit einem weiteren Zitat aus dem Buch von Sissela Bok abschloss: “Vertrauen und Integritaet sind kostbare Ressourcen, leicht vertan, hart wieder zu gewinnen. Sie gedeihen nur auf einem Fundament des Respekts fuer Aufrichtigkeit.

Da war es passiert. Ich musste gestern abend rasch noch ueber Sereno schreiben, die eigentlich keine Zeile mehr wert ist.



Gemaesz “ManilaTimes”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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