…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 22. April 2018

 

Schlagzeile und Leitartikel… – …der “Manila Times” befassen sich mit der Noch-Obersten Richterin Maria Lourdes Sereno. Waehrend die Schlagzeile meint erlaeutern zu muessen, dass die Tirade von Praesident Rodrigo Roa Duterte gegen Sereno keinen Angriff auf das Oberste Gericht selbst darstelle, sieht der Leitartikel Sereno in “Zugzwang”, wofuer er das deutsche Wort verwendet: “Ihre Position ist analog einer Zugzwang-Stellung in einem Schachspiel. Man sagt, ein Spieler sei in Zugzwang, wenn er gezwungen ist einen Zug zu machen, der seine Stellung deutlich schwaecht. Zugzwang kommt meist im Endspiel vor. CJ [Chief Justice] Sereno ist nun in Zugzwang. Ihr bleiben keine anderen Zuege uebrig. Ihre Stellung kann nur schwaecher werden. Bezeichnenderweise, das Wort im Schach, um die Leiden einer Niederlage zu beenden, ist ‘Aufgabe’.

 

 

Manche Nachrichten… – …werden erst dadurch interessant, dass man sie nebeneinander haelt. So lese ich im “Manila Standard”, dass das US-Auszen-Ministerium gegenueber den Philippinen immer noch Bedenken wegen der Menschenrechts-Lage hat, weil EJKs (Extra judicial killings) noch nicht zu einer Anklage gefuehrt haben.

Da zucke ich mit den Schultern, bis ich im “PhilStar” lese, das Buero des Ombudsmann habe Klage gegen einen Verstorbenen erhoben. Der Abgeordnete Roque Ablan hatte 2004 ueberpreisten Duenger gekauft, was – nach Untersuchung durch das Buero des Ombudmannes – am 13. April 2018 zur Anklage wegen Schiebung vor dem Sandiganbayan fuehrte. Ungluecklicherweise verschied der 85-jaehrige Ablan bereits am 26. Maerz diesen Jahres. Ein Sprecher des Bueros: “Ombudsmann Conchita Carpio Morales betont, dass der Tod einer Partei in einem Fall nicht zu den Dingen gehoert, die ihr Buero zu bemerken verpflichtet sei.” Der Anwalt der Partei habe das Gericht darueber zu informieren.

Und – schwupps – ist mir der Artikel zum Vorwurf des US-Auszen-Ministeriums wieder vor Augen. Dort ist von “impunity ~ Unbestrafbarkeit” der Polizei die Rede. Soweit ich weisz, wird wegen des Mordes an dem koreanischen Geschaeftsmann Jee Ick Joo ermittelt, wie auch wegen des Mordes an dem Studenten Kian Loyd de los Santos. Will man im US-Auszen-Ministerium nicht bitte die Ermitlungen abwarten, bevor man kritisiert?

Gestern schrieb ich… – …die UN-Bericht-Erstatterin Victoria Tauli-Corpuz habe nach Erkenntnissen des BI Verbindungen zu CPP/NPA. Das ist Unfug. Als Filipina hat Tauli-Corpuz mit dem Bureau of Immigration nichts zu tun. Es waren militaerische Erkenntnisse, die sie auf die Liste moeglicher Terroristen brachte. In Gedanken war ich wohl vorgeeilt zu der australischen Nonne, ueber die ich im naechsten Satz berichtete, gegen die das BI ermittelt.

Der Erlass… – …gemaesz dem auslaendische Touristen sich in den Philippinen nicht politisch betaetigen duerfen, ist keineswegs ein “koloniales Gesetz, also durch ‘foreign meddling’ entstanden”, wie gestern in einem Diskussions-Beitrag im Deutsch-philippinischen Klub behauptet wurde. Der Diskutant teilt leider nicht mit, aus welcher Quelle er dieses Wissen bezieht, oder wann und wo dieses “koloniale Gesetz” beschlossen wurde.

Vorab sollte festgehalten werden, dass es sich nicht um ein Gesetz handelt, sondern um einen Erlass des DOJ (Department of Justice), genauer um eine “operations order ~ Ausfuehrungs-Anordnung” fuer das BI (Buero of Immigration). Dieser Erlass kam historisch zustande, wie Sass Rogando Sasot am 19. April 2018 in einem Beitrag fuer “The Manila Times” ausfuehrte, als der Niederlaender Thomas van Beersum 2013 an einer Protest-Rally gegen die “State of the Nation Address” des damaligen Praesidenten Benigno Aquino III teilnahm und ausgewiesen wurde mit der Begruendung, dass van Beersums “wirkliche Absicht [in die Philippinen] zu kommen nicht Tourismus, Geschaeft oder Vergnuegen war, sondern um gegen die Regierung zu protestieren, und sich in politischen Partisan-Aktionen zu engagieren, welche ihn als unerwuenscht erwiesen und in Verletzung der Beschraenkungen und Bedingungen, unter denen ihm als Nicht-Immigrant Zutritt gewaehrt wurde.

Diese Urteils-Begruendung wurde in den Erlass SBM-2015-025 uebernommen und von Justiz-Ministerin Leila de Lima am 3. Juli 2015 genehmigt und bekannt gemacht, um Wiederholungen vorzubeugen. Ich selbst hatte hier am 18. April den Inhalt des Erlasses woertlich zitiert und diskutiert.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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