…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 06. April 2018

 

Vitaliano Aguirre… – …hat seinen Ruecktritt als Justiz-Minister eingereicht, und Praesident Rodrigo Roa Duterte hat dem entsprochen, wie er gestern im Rahmen einer Rede in Malacañang sagte. Der neue Justiz-Minister ist Menardo Guevarra, der bereits als stellvertretender Staats-Minister Mitglied des Kabinetts ist. Guevarra war unter Benigno Aquino stellvertretender Minister fuer Rechts-Fragen, und bei der Diskussion im Kongress zur Verlaengerung des Kriegsrechts in Mindanao, war Guevarra einer der Sprecher der Regierung, die Fragen der Abgeordneten zu beantworten.

In derselben Rede, die von “GMANews” live uebertragen wurde, gab Duterte bekannt, dass er den Polizei-Chef Oscar Albayalde als naechsten Chef der PNP (Philippine National Police) vorgesehen hat. In der Rede erwaehnte er, dass er auf der Suche nach einem Nachfolger fuer Ronald “Bato” dela Rosa in einer Runde mal ein paar Namen genannt haette. Als er Albayalde erwaehnte, war die Reaktion: “Oh, den nicht, der ist so streng.” Okay, habe er gesagt, dann wird es Albayalde.

In ihrer “NewsNight” versuchte Pia Hontiveros bei “CNNPhil” aus dem Sprecher des Praesidenten Harry Roque herauszukitzeln, wessen Posten im Kabinett noch unsicher ist. Roque hielt sich tapfer, gab aber immerhin zu, dass naechste Woche eine weitere Personal-Entscheidung anstuende. Hier will ich jetzt mal spekulieren: In der NFA (National Food Authority) streiten sich Leoncio Evasco, NFA Council, und Jason Aquino, NFA Administrator, seit sie im Amt sind. Duterte hat kuerzlich eine sofortige Aufstockung der Reis-Vorraete angeordnet. Das geschieht offenbar nicht, und Evasco und Aquino zeigen mit dem Finger jeweils auf den anderen. Einer der beiden wird gehen muessen, und wenn Duterte schlau ist, schmeiszt er beide raus und ordnet die Spitze des Amtes neu, damit man sich dort nicht wieder gegenseitig blockieren kann.

Gestern wurde auch bekannt, dass General-Leutnant Carlito Galvez Nachfolger von General Rey Leonardo Guerrero als Chef des Stabes wird. Guerrero geht in den Ruhestand.

 

 

Viel Gerede… – …gibt es im Moment zu einer moeglichen Wiederaufnahme der Friedens-Gespraeche mit den Kommunisten. Praesident Duterte stellt dafuer Bedingungen; “Joma” Sison lehnt Bedingungen ab. Duterte schlaegt vor, die Gespraeche hier im Land stattfinden zu lassen; darauf hat Sison noch nicht geantwortet, er wird aber nicht kommen.

Meine Meinung dazu habe ich oefter, zuletzt gestern geaeuszert: das wird nichts, und ich hab keine Lust, weiter den Unfug wiederzugeben, den nun jeder dazu beizutragen hat.

Kuhdung… – …ist das weibliche Analogon zu Ochsenkot, ein Ausdruck, den zu gebrauchen ich mir vorgenommen habe, um nicht auf das vulgaere englische Original angewiesen zu sein, das mitunter auch als “BS” abgekuerzt wird.

Auf solchen Kuhdung stiesz ich in der “South China Morning Post”, wo unter der Ueberschrift “Wie Cambridge Analyticas Mutter-Gesellschaft half, dem ‘Mann der Tat’ Rodrigo Duterte die philippinischen Wahlen 2016 zu gewinnen” eine gewisse Raissa Robles schreibt, dass diese Mutter-Gesellschaft das auf einer Web-Seite mal behauptet, die Web-Seite nun aber geloescht hat. Man habe das Image des “netten Duterte” zum “Mann der es ernst meint” geaendert und so dessen Erfolg gesichert. Cambridge Analaytica ist die Firma, die facebook-Daten geklaut hat, und Duterte damit in Verbindung zu bringen, ist ein gefundenes Fressen fuer Duterte-Gegner. So hab ich geschaut, wer Raissa Robles eigentlich ist, und – sie schreibt fuer “ABS-CBN”, ein Medium, mit dem Duterte auf Kriegsfusz ist, und das ich schon laenger nicht mehr auf meiner Leseliste habe.

Das zeigt mal wieder, wie die Opposition weltweit vernetzt ist und ueberall gedruckt wird – und jeder zitiert nun die “SCMP” mit diesem Kuhdung.

Ein offener Fan Dutertes… – …ist dagegen Adam Garrie, der in seiner “Eurasia Future” nun unter der Ueberschrift “Das Duterte Verbrechens-Modell: Entweder muessen Narcos leiden oder wir werden alle leiden muessen” eine Rechtfertigung von Dutertes Kampf gegen Drogen schreibt, in der ich Teile von dem erkenne, was ich in Dutertes Reden bereits oefter gehoert habe.

Ausgehend von einer aktuellen Meldung in der Weltpresse, dass die Mord-Rate in London historisch erstmalig hoeher ist als die von New York, macht Garrie das daran fest, dass beide Staedte es verfehlt haben, das Drogen-Problem bei der Wurzel zu packen. London ist mit seinem laxeren Vorgehen dabei nun in’s Hintertreffen geraten. Garrie haelt es fuer voellig verfehlt, das Drogen-Problem als ein Gesundheits-Problem zu betrachten – wie das Agnes Callamard und ihre Nachplapperin Leila de Lima in den Philippinen darzustellen versuchen – und er meint: “Die Wahl liegt bei den Leuten in den groszen Staedten weltweit und denen, die sie zur Fuehrung ihrer Staedte waehlen. Haette Praesident Duterte gleichgesinnte Kameraden weltweit in den Staedten, wuerde die Kriminalitaet dramatisch absacken, und die Menschen, die heute in den Haenden von gewalttaetigen Schlaegern leiden, wuerden jubeln, ganz so wie sie es in Davao taten und nun in den ganzen Philippinen unter Praesident Duterte tun.

Ich glaube nicht, dass der Westen Dutertes Strategie der Bekaempfung von Drogen uebernimmt. Man liest dort nur, was die Opposition aus dem Jammertal der Duterte-Diktatur vom Ende der Demokratie berichtet. Wen interessieren schon diese 80% der Bevoelkerung, die hinter Duterte stehen?

Tut mir Leid… – … dass ich den oesterreichischen Praesidenten Alexander van der Bellen gestern politisch in Australien angesiedelt habe. Aber im Englischen verliest man sich bei “austrian” schon mal zu “australian”, was ja auch naeher bei den Philippinen liegt, und ich bin wohl schon zu lange aus Deutschland fort, als dass mir Namen bei den Nachbarn dort gelaeufig waeren.

Also: der oesterreichische Praesident Alexander van der Bellen nimmt am Boao-Forum teil. Ich danke dem aufmerksamen Leser fuer seinen Hinweis.



Gemaesz “PhilStar”, “ManilaTimes”, “CNNPhil”, “GMANews”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”,  “SCMP”, “EurasiaFuture” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.