…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 05. April 2018

 

Aguirre packt ein… – …bringt “The Manila Times” als Schlagzeile, nachdem noch gestern abend Pia Hontiveros bei “CNNPhil” in ihrer “NewsNight” und Jessica Soho bei “GMANews” in ihrem “State of the Nation” die Versicherungen von Malacañang brachten, dass im Kabinett alles in Ordnung sei. Nun ist Jomar Canlas von der “Times” als verlaesslich bekannt, und wenn er schreibt, dass Justiz-Minister Vitaliano Aguirre schon mal packt und Akten schreddern laesst, dann ist das auch so.

Also waren die Geruechte, die ich gestern gemaesz “PhilStar” berichtete, nicht aus der Luft gegriffen. Die Spekulationen, wer Nachfolger werden koennte, spare ich mir aber.

 

 

Boracay wird geschlossen… – …und zwar fuer 6 Monate vom 26. April an. Praesident Rodrigo Roa Duterte folgte in der Kabinetts-Sitzung gestern einem Vorschlag von Umwelt-, Tourismus- und Innen-Ministerium, und haette auch nichts dagegen, “wenn es etwas laenger dauert.” In der Zeit soll die Insel auf einen Stand gebracht werden, die mit den Touristen-Massen dort umwelt-vertraeglich und die Schoenheit der Insel erhaltend fertig werden.

Einen eigenen Artikel dazu bringt auch die “Straits Times”, Boracay ist eine internationale Marke.

Der Streit um die NFA… – …die National Food Authority eskaliert. Praesident Duterte will heute nachmittag mit Haendlern sprechen, um der Sache auf den Grund zu gehen, denn in den betroffenen Behoerden beginnt man mit den Fingern gegenseitig aufeinander zu zeigen. Das einst angedachte Audit ist ueberfaellig. Auch die Abschaffung der NFA ist im Gespraech, falls sie fuer die knappen Vorraete verantwortlich ist.

Eine letzte Chance fuer die Roten… – …gibt Praesident Duterte moeglichen Friedengespraechen, und das Thema hat es auch in die “Straits Times” gebracht. Das Angebot Dutertes gilt, wenn die Kommunisten Waffenruhe geben, kein Eigentum mehr zerstoeren und keine “Revolutionssteuern” eintreiben. Duterte wird aber nicht die Antraege bei Gericht widerrufen, sie zu Terroristen erklaeren zu lassen.

Ich trau dem Braten nicht.

Zum einen haben die Kommunisten noch nie Wort gehalten. Zum anderen hat Jose Maria Sison, der jetzt schon wieder in Schilderungen der Fortschritte schwelgt, die man doch in den Gespraechen erreicht haette, keine Befehls-Gewalt ueber die NPA (New People’s Army) hier vor Ort. Die interessieren sich nicht fuer das Geschwaetz des alten Mannes in den Niederlanden. Die machen, was sie wollen.

Zudem sehe ich Probleme, diese Reform in Richtung eines Friede-Freude-Eierkuchen-Kommunismus durch den Kongress zu bringen. Die linken Gruppen, die das gut finden, sind dort eine Minderheit. Als Maszstab kann man da die 61 Abgeordneten, die neulich die Wiederaufnahme der Gespraeche forderten, gegen die 236 rechnen, die nicht dafuer gestimmt haben.

Man mag Duterte anrechnen, dass er sich offen haelt, was Friedens-Gespraeche angeht, doch damit wertet er die Kommunisten nur auf, die doch bereits den Untergang vor Augen haben und deshalb so geil darauf sind, wieder ernst genommen zu werden.

Das wird nichts.



Bei dem Boao-Forum… – …zu dem Praesident Duterte vom 8. bis 11. April auf die chinesische Insel Hainan reisen wird, wird der chinesische Praesident eine Grundsatz-Rede zum Thema “Ein offenes und innovatives Asien fuer eine Welt groeszeren Wohlstands” halten, meldet die offizielle chinesische Agentur “Xinhua”. Als Gaeste werden unter anderen erwartet der australische Praesident Alexander van der Bellen, der niederlaendische Premier Mark Rutte und die Direktorin des IMF (International Monetary Fund) Christine Lagarde. Zu den Themen gehoert die “Belt and Road Initiative”, auch bekannt als “Neue Seidenstrasze” und die Erwartung der Welt, dass China eine groeszere Rolle im Kampf gegen Protektionismus spielen wird.

Das ist ein sicheres Zeichen, dass China nun zu den Wirtschafts-Groszmaechten gehoert: sie alle – die Kolonial-Maechte, die USA und ganz besonders China – sind durch Protektionismus grosz geworden, und erst einmal oben angekommen fordern sie dann Freihandel, um die dritte Welt unterbuttern zu koennen. Freiheit muss man sich eben leisten koennen, auch wenn das zynisch klingt.

Wir werden sehen, ob man zu diesem Aspekt etwas von Praesident Duterte hoeren wird. Waehrend seiner Abwesenheit wird er von Staats-Minister Salvador Medialdea vertreten.

Der Streit um die Neu-Auszaehlung… – …der Stimmzettel zur Wahl des Vize-Praesidenten geraet immer mehr zur Posse. Nun sollen unbenutzte Stimmzettel fuer Leni Robredo in ihrem Stimm-Bezirk vormarkiert gewesen sein, will das Marcos-Lager wissen. Der Anwalt des Robredo-Lagers haelt dagegen: “Das koennen wieder fake news sein.” Er raet, sich nicht beunruhigen zu lassen.

Der Leitartikel der “Manila Times” gibt den Hinweis, wenn in einer so umstrittenen Sache die Anwaelte Robredos der Oeffentlichkeit raten sich nicht beunruhigen zu lassen, dann sollte genau das ein Grund zur Unruhe sein.

Gestern schon fragte sich Jojo Robles in seiner Kolumne in “The Manila Times”, warum Robredo so an ihrem Posten haengt, da sie doch von ihrer eigenen Partei schon nicht mehr ernst genommen wird. Man ist auf der Suche nach einer neuen Spitzenkraft fuer die Wahl 2019, weil sich mit ihr kein Blumentopf mehr gewinnen laesst.

Robles: “Was ich meine, ist dies. Robredos politische Karriere ist wie ein Patient auf der Intesiv-Station im letzten Stadium einer Krankheit. Nur lebens-erhaltende Maschinen stuetzen sie, aber keiner will den Stecker ziehen.” Natuerlich raten die Anwaelte ihr nicht aufzuhoeren, sie verdienen Geld, solange sie durchhaelt. Aber macht das Sinn? “Besonders wenn der Patient bereits hirntot ist.



Gemaesz “ManilaTimes”, “CNNPhil”, “GMANews”, “PhilStar”, “ManilaBulletin”, “ManilaStandard”, “StraitsTimes”, “Xinhua”, „PTV“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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