…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 02. April 2018

 

 

Die Schlagzeile… – …in “The Manila Times”, die es als “Reuters”-Meldung auch in die “South China Morning Post” gebracht hat, ist die Auszaehlung der Stimmen im Streit “Bongbong” Marcos vs. Leni Robredo, die mit der Entdeckung nasser Stimmzettel und fehlender Protokolle begann. Marcos sieht darin ein Zeichen, dass die Unterlagen manipuliert wurden, waehrend Robredos Anwaelte das alles wegerklaeren koennen.

Anwaelte koennen immer alles erklaeren, das haben sie studiert, und deshalb muessen wir auf die Entscheidung des Gerichts warten, ob es mehr der einen oder eher der anderen Erklaerung ueber den Weg traut. Irgendwie habe ich in “CNNPhil” gehoert, dass eine 120-taegige Frist fuer die Nachzaehlung gesetzt sei. Das Verfahren ist also endlich.

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …braucht die Kommunisten nicht fuer eine Agrar-Reform. In einer Rede in Isulan, Sultan Kudarat, anlaesslich der Verteilung von Land-Titeln sagte er: “Als Praesident kann ich eine wirkliche Land-Reform durch starke Regierungs-Masznahmen durchsetzen. … Und mit oder ohne Gespraeche der Regierung mit den Kommunisten, wird die Land-Reform durchgesetzt.” Dabei nahm er die Land Bank in die Pflicht, guenstige Kredite fuer Bauern zu erleichtern: “Land Bank war gedacht eine laendliche Bank zu sein, eine Bank fuer Bauern, und doch fuehrt sie sich auf wie eine kommerzielle Bank. Verzichtet auf das Geld, gebt es den Bauern.

Arbeitet er weiter in diese Richtung, werden die Gespraeche mit CPP-NPA (Communist Party of the Philippines-New People’s Army) wirklich sinnlos. Die werden nun panisch, wie man an dem verzweifelten Aufruf der 61 linken Abgeordneten sehen kann, die Gespraeche wieder aufzunehmen: die braucht kein Mensch mehr. Und das merken auch die Rebellen, die sich vermehrt ergeben.

 

 

Eines aber braucht Duterte… – …und das ist das BBL (Bangsamoro Basic Law). Er will in Kuerze Senats-Praesident Aquilino “Koko” Pimentel und den Sprecher des Hauses Pantaleon Alvarez treffen, um sicher zu stellen, dass das BBL dieses Jahr durch den Kongress geht. Diese Frist habe ihm die MILF (Moro Islamic Liberation Front) gesetzt, sagte er bei derselben Veranstaltung: “Es ist ein Rennen gegen die Uhr. Die MILF ist in Eile und hat uns einen Zeitrahmen aufgebuerdet, und ich hab die Frist akzeptiert.

So wird er sich diese Woche mit den Gesetzgebern treffen, und danach wird er wieder nach Jolo gehen, um mit Nur Misuari zu reden und den fuer die Sache zu gewinnen. Der traegt zu nichts bei, behaelt sich aber vor, am Ende “hopp” oder “topp” zu sagen, als sei er der Herr des Verfahrens. Ohne Misuaris MNLF (Moro National Liberation Front) wird es aber keinen Frieden unter den Moros, und damit nicht in Mindanao geben.

Die Regierung widerspricht… – …der Darstellung einiger Kritiker, dass die Bevoelkerung von Marawi in die Planung des Wiederaufbaus nicht eingebunden sei (ich schrieb dazu letzten Samstag). Der Sprecher der Task Force “Neues Marawi”, Kristoffer James Purisima: “Es ist ungluecklich zu bemerken, dass eine gedanken- und gefuehllose Opposition versucht, die positiven und bezeichnenden Meilensteine zu verhindern, zu stoeren und zu zurueckzudrehen, die die Kraft der Anstrengungen und Initiativen der Task Force ‘Neues Marawi’ bisher charakterisieren durch einvernehmliche Dialoge und Beratung mit allen Betroffenen. … Der radikale und gewalttaetige Extremismus, der die geliebte islamische Stadt Marawi zerstoert hat, ist dieselbe gedanken- und gefuehllose Opposition die nur um der Opposition Willen darauf abzielt, die Bemuehungen zur Erholung und Wiederherstellung zu zerstoeren, bevor die ueberhaupt Wurzeln schlagen konnten.

Ich schrieb gestern zur “traenenreichen Rueckkehr nach Marawi”, die es auch in die Auslands-Presse schaffte, dass die Veranstalter des Marsches die Vertreter in den Gremien als “Lakaien der Regierung” bezeichneten. Das ist die Redeweise der Linken an Universitaeten, die uerall dabei ist, wo sich etwas gegen die Regierung sagen laesst. Das gehoert zur Pubertaet, bevor man erwachsen wird. Man wird damit leben muessen.

Vorbild Duterte – Die Friedensbemuehungen von Praesident Duterte kommen nur zaeh voran. Die Kommunisten haben sein Angebot ausgeschlagen. Mit Land-Reform and Arbeits-Angebot an Ueberlaeufer wird er ihnen das Wasser abgraben. Ihr Scheitern koennen sie sich selbst zuschreiben, vor allem dem groeszenwahnsinnigen “Joma” Sison. Die Moros lassen mit sich reden, und, wie dargestellt, legt Duterte sich da in’s Zeug, um auf seiner Insel – auf Mindanao – Frieden zu schaffen.

Bei dem derzeitigen Gerangel um das BBL und nach Niederschlagung von Maute/IS in Marawi und den Problemen des Wiederaufbaus, sollte etwas anderes jedoch nicht auszer Acht gelassen werden.

Der philippinische Praesident Duterte hat ganz allein den Disput um das Suedchinesische Meer geaendert” ueberschrieb Adam Garrie in seiner “Eurasia Future” Anfang Maerz einen Artikel. Er wies dabei auf zwei Punkte hin. So haben die USA Anfang des Jahres China zur Gefahr fuer ihre nationale Sicherheit erklaert, und nur ein paar Monate spaeter erklaerten sie Praesident Duterte zu einer “Gefahr fuer die Demokratie” – was Adam Garrie als “Gefahr fuer die neo-imperiale Vorherrschaft der USA” uebersetzt.

Der Grund ist leicht zu sehen: Duterte macht nicht Front gegen China – an der Seite der USA – sondern er dreht die Gegenueberstellung in eine Win-win-Kooperation mit China. Das kann den USA nicht gefallen, und vielleicht erklaert sich ein Teil der Attacken in der westlichen Presse gegen Duterte vor diesem Hintergrund, ganz unabhaengig davon, was sie ihm im Einzelnen vorwerfen. Man nimmt eben den Dreck, der grad zur Hand ist.

Wichtiger fuer die Anrainer des Suedchinesischen Meeres, fuer ASEAN und nicht zuletzt auch fuer Duterte selbst duerfte sein, dass Vietnam offenbar Duterte als Vorbild nimmt. War Vietnam bisher schaerfster Kritiker Chinas innerhalb der ASEAN, so war nun der chinesische Auszen-Minister Wang Yi in Hanoi und sprach mit seinem vietnamesischen Kollegen Pham Binh Minh ueber bilaterale Beziehungen unter besonderer Betonung von Handel und einer Loesung der territorialen Dispute im Suedchinesischen Meer.

In einem Artikel nun sieht Garrie Dutertes Ansatz als moegliche Loesung in Sachen Suedchinesisches Meer und fuer ASEAN in seiner Beziehung zu China. Er schreibt: “Dutertes Rolle im Wandel der Mentalitaet in ASEAN zu dem verflixten Thema des Suedchinesischen Meeres kann nicht ueberschaetzt werden. Trotz der historischen Bande zu den USA und gegen die lautstarke Opposition von Dutertes heimischen politischen Rivalen, hat er sich engagiert in eine historische Annaeherung an China, die der chinesische Praesident eine ‘goldene Aera’ der Beziehungen genannt hat. Wenn andere, einschlieszlich und besonders Vietnam einen aehnlichen Kurs fahren die Feindeligkeit beiseite zu lassen und zu einem Win-win-Modell zu kommen, so wird das noch mehr zeigen, dass Duterte ungleich seinen Vorgaengern eher ein Fuehrer als ein Nachlaeufer ist, wenn es darum geht, in Suedost-Asien Geschichte zu schreiben.

Diese Entwicklung kann aus Sicht ASEANs nur begrueszt werden. Sollte sie erfolgreich sein, duerfte dies auch einen Einfluss haben auf die Darstellung Dutertes in der westliche Presse – auf Sicht. So wie Handel und Wirtschaft sich von den Tiraden von Menschenrechts-Gruppen kaum noch beeinflussen lassen, werden weniger leichtglaeubige Journalisten im Westen merken, das hier etwas ablaeuft, das sie bei all dem Geschrei der “lautstarken Opposition” gar nicht mitgekriegt haben. Das Bild Dutertes im Westen wird sich aendern.

Heute befasst sich das Oberste Gericht… – …mit dem “quo warranto”-Antrag gegen Noch-Oberste Richterin Maria Lourdes Sereno. Es geht zunaechst mal um die Zustaendigkeit, ob sie sich damit also ueberhaupt befassen duerfen. Falls nicht, bekommt Sereno “ihren Tag im Senat”, falls doch, werden wir weitersehen.



Gemaesz “ManilaTimes”, “CNNPhil”, “SCMP”, “ManilaBulletin”, “EurasiaFuture” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.