…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 25. März 2018

 

Das Gelobte Land – Ein wenig erinnert es an die Geschichte des Moses, der das Volk Israel aus aegyptischer Knechtschaft fuehrte, das Gelobte Land aus der Ferne sehen, es selbst aber nicht betreten konnte, wenn Nur Misuari, Gruender und Fuehrer der MNLF (Moro National Liberation Front) am 18. Maerz sagte, dass er seinen Posten an die naechste Generation abgeben wolle, nachdem er ihn 50 Jahre ausgefuellt habe. Er hatte gehofft, dass man am heutigen Tag schon sehen koenne, was in der Moro Heimat geschehen wird: “Der Sieg steht vor der Tuer. Ueberall in unserem Heimatland feiern Millionen diesen groszen, groszen Tag, der symbolisiert, dass wir nun auf dem Weg des Sieges zu Frieden und Freiheit sind.

 

 

Nun, er wurde dann aber doch blutig, als er sagte: “Wir werden die Regierungs-Politik unterstuetzen, die mit allen Drogen Schluss machen will. Wir werden alle aufhaengen, die dies uebertreten, sie oeffentlich aufhaengen, wenn wir sie in flagranti erwischen.” Und auch der Tag, war irgendwie seltsam gewaehlt fuer eine Friedenswoche zum 50sten Jahrestag des Jabidah-Massakers am 18. Maerz 1968. Da sollen Moro-Soldaten auf der Insel Corregidor von Soldaten der AFP (Armed Forces of the Philippines) massakriert worden sein.

Ob das wahr ist, ist strittig. Rigoberto Tiglao haelt das Ganze fuer eine Propaganda-Luege der Liberalen Partei, die die Wiederwahl des verhassten Marcos verhindern wollte. Wenn Praesident Benigno Aquino der einzige Praesident war, der je zu diesem Massaker sprach und es eingestand, so ueberzeugt mich das eher vom Gegenteil. Der Gelbe Kult lebt nur von dem schlechten Bild des Diktators Marcos, und Aquino sagt alles, um dieses Bild nicht verblassen zu lassen.

Unstrittig ist, dass die Legende – sei sie wahr oder nicht – vom Jadibah-Massaker den Aufstand der Moros gegen Marcos foerderte, und so wird sie dort gehegt und gepflegt – so auch am letzten Sonntag.

Hoffnungsfroh sollte dabei stimmen, dass Misuari – wenn er es denn tut – die Fuehrung abgeben will. Denn er war ja schon mal Gouverneur der ARMM (Autonomous Region in Muslim Mindanao), die ja nun durch BBL (Bangsamoro Basic Law) zur Heimat der Moros werden soll. Er rebellierte damals gegen die Regierung, floh nach Sabah, wurde verhaftet, eingesperrt und dann gegen Kaution entlassen. Er wurde bei der Rebellion in Zamboanga City  2013 wieder aktiv, versteckte sich im Sulu-Archipel, und 2016 setzte Praesident Rodrigo Roa Duterte die gegen Misuari ausgestellten Haftbesfehle auszer Kraft, um ihn in die Friedens-Verhandlungen einbeziehen zu koennen. Dabei zeichnete Misuari sich dadurch aus, dass er sich mit der MILF (Moro Islamic Liberation Front), nicht an einen Tisch setzen wollte, weil “das alles Verraeter” seien – die MILF hatte sich wegen politischer Differenzen 1977 von der MNLF abgespalten.

Es kann dem Frieden in Mindanao nur dienlich sein, wenn Misuari in Bangsamoro nicht mehr das Sagen hat, sondern hoffentlich versoehnlichere Nachfolger des ewigen Unruhe-Stifters, gegen den ja auch noch Haftbefehle wegen Korruption offen sind.

Auf der anderen Seite geben naemlich zwei Punkte Anlass zu Hoffnung auf diesen Frieden. Das Eine ist die Tatsache, dass immer mehr Kaempfer und auch Fuehrer der NPA (New People’s Army) die Waffen strecken, sich den AFP ergeben und kuenftig friedlich leben wollen. Das Andere sind die Bemuehungen von Praesident Duterte, der den Lumad – die ewig gekniffenen indigenen Staemme zwischen wirtschaftlichem Raubbau, AFP und IS-Rebellen – Hilfe zusagte und sie in jeder Hinsicht unterstuetzen will.

Vielleicht ist dieser Blick in’s Gelobte Land am Palm-Sonntag ja gar nicht mal unangebracht.



Gemaesz “PTV”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “MindaNews”, “Wikipedia”, “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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