…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 12. März 2018

 

Gute Vorsaetze sind dazu da… – …bei der ersten Gelegenheit ueber den Haufen geworfen zu werden. So wollte ich wirklich nicht mehr ueber die Noch-Oberste Richterin Maria Lourdes Sereno schreiben. Es oedet mich an, weil die Frau praktisch schon tot ist und jede weitere Beschaeftigung mit ihr erfuellt den Tatbestand der Leichenschaendung. Doch wollen mehrere grosze Richter-Vereinigungen heute bei der Flaggen-Parade landesweit in Rot vor ihren Gerichten demonstrieren und Sereno zum Ruecktritt auffordern, weil ihr Verhalten die Justiz insgesamt schaedigt.

Sereno wird dagegen heute morgen an der Diliman-University ihre eigene Veranstaltung haben, und ihre Unterstuetzer werden weisz tragen – wie die Unschuld.

Meine Prognose: sie wird nicht zuruecktreten. Den Anstand besitzt sie nicht, und Unschuld gilt immer nur bis zum Urteil.

Feigheit… – …war in meinen Kindertagen so das letzte Argument, wenn man jemandem nicht dazu zu bringen konnte, etwas voellig Daemliches zu tun. Manche waren bloed genug und lieszen sich so provozieren – wer will schon als feige gelten? Dass Journalisten nun Praesident Rodrigo Roa Duterte Feigheit vorwerfen, weil sie ihm anders nicht beikommen koennen, spricht entweder fuer deren kindliches Gemuet, oder, falls erwachsen, fuer ihre selbstverschuldete Daemlichkeit.

So schrieb gestern ein Federico Pascual in “PhilStar” ueber Duterte, dass der “einst verkuendete, dass er bereit sei, sich selbst vor dem ICC [International Criminal Court] zu verteidigen … Nun klingt er, als ob er einen Weg sucht, eine Verhandlung zu vermeiden.” Und in “The Diplomat” gruebelte vorgestern ein Luke Hunt, warum Duterte nicht zum ASEAN-Australien-Gipfel kommt und heimische Themen als Grund dafuer angibt, und kam zu dem Schluss: “Es ist viel wahrscheinlicher, dass Duterte schlicht Angst hat vor australischen Journalisten und Politikern, die den Gipfel als Gelegenheit nutzen koennten, ihn mit [Menschen-]Rechtsfragen unter Druck setzen koennten.

Ich geh auf die so per Ferndiagnose festgestellte “Feigheit” nicht ein, der Anwurf ist blosz daemlich, sondern ich frage mich, warum Duterte mit solchen Journalisten ueberhaupt sprechen sollte. Es ist bekannt, dass er in westlicher und oppositioneller Presse als Massenmoerder gehandelt wird, und dass die ihm eh nichts glauben, was immer er auch sagen wird – soll er sich da vorfuehren lassen? Diese Art Presse hat sich auf das hohe Ross der Menschrechte geschwungen, um mit der moralischen Keule auf Duterte so richtig von oben herab eindreschen zu koennen – merkt sie nicht, dass sie sich damit fuer jedes Gespraech selbst disqualifiziert hat?

Wer vor jeder Untersuchung einen unbescholtenen Mann als Moerder aburteilt sollte sich nicht allzu sehr wundern, wenn der nicht zur Untersuchung kommt. Was soll er da? Die wissen doch schon alles! Wer aber nach dem Grundsatz “erst das Urteil, dann die Verhandlung” meint, sich dabei auf Moral und Menschenrecht berufen zu koennen, der hat etwas total missverstanden – oder er ist wirklich daemlich.

Der Kampf um Recht und Ordnung… – …den Praesident Duterte hier im Land fuehrt ist jedoch wichtiger als die Frage, ob ein paar Journalisten bei dem ASEAN-Australien-Gipfel kein anderes Problem haben, als ihn mit Fragen zu haltlosen Vorwuerfen zu belaestigen. So sind bei zwei-taegigen Kaempfen mit der Armee in Datu Saudi Ampatuan, Maguindanao, 44 Banditen der BIFF (Bangsamoro Islamic Freedom Fighters) um’s Leben gekommen, wie auch die “Straits Times” gemaesz einer Meldung von “Xinhua” berichtet. In die Kaempfe sollen ueber 100 Banditen verwickelt gewesen sein, und die Armee verfolgt noch 200 weitere, die Waffen und Sprengmittel bei sich haben.

Das Kriegsrecht in Mindanao ist nicht aus Jux und Dollerei eines durchgeknallten Diktators verhaengt worden, sondern es gibt reale Gruende dafuer.

Von Andres Bautista… – …hoert man aus den USA, dass er zu krank ist in die Philippinen zu reisen. Ich will auf die Diagnose, die Bautistas aelterer Bruder, ein Arzt, gestellt hat, gar nicht eingehen. Statistisch erkranken 100% der Menschen, auf die in ihrer Heimat ein Prozess wartet, bei einem zufaellig in diese Zeit fallenden Auslands-Aufenthalt so schwer, dass ihnen die Rueckreise nicht zugemutet werden kann. Weshalb sollte Bautista eine Ausnahme sein?

Uebrigens hat die inhaftierte Senatorin Leila de Lima heute Freigang, um ein Krankenhaus ihrer Wahl fuer ein Check-Up zu besuchen; die Leber soll’s sein. Mal sehen, ob man etwas bei ihr findet, was sie haftunfaehig macht.

Viel haerter trifft mich… – …dass Police Senior Inspector Sofia Loren Deliu den Police Inspector Abdul Bassar Abdurajak geheiratet hat. Praesident Duterte hat am Samstag in Zamboanga City nicht nur vor Soldaten gesprochen (siehe gestern), sondern abends war er einer der beiden Haupt-Sponsoren bei der Hochzeit der Miss Philippines-Earth-Teilnehmerin. Sie war in der Sicherheits-Gruppe des Praesidenten eingesetzt und meine Augenweide, wenn sie bei einer der von “PTV” stets live uebertragenen Reden des Praesidenten diesem bei Bedarf eine Narco-Liste oder welche Unterlage auch immer anreichte – sie war zu schoen in ihrer Uniform! Das ist auch jemand anders aufgefallen, und wie Duterte nun einmal ist, hat er Deliu gestattet, sich in eine Dienststelle versetzen zu lassen, die sie naeher zu ihrem Ehegatten bringt.

Ich schliesze mich den Worten des Praesidenten an, der dem Paar wuenschte: “Moege eure Ehe tausend Jahre waehren!



Gemaesz “PhilStar”, “Diplomat”, “ManilaBulletin”, “ManilaTimes”, “StraitsTimes”, “ManilaStandard”, “PTV” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.