…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 10.März 2018

 

Worte des Praesidenten… – …Rodrigo Roa Duterte machen mal wieder die Runde. In seiner “colourful language ~ schillernden Sprache”, wie US-Praesident Barack Obama das bezeichnete, verwies er auf die UN-Bericht-Erstatterin Agnes Callamard und die Anklaegerin des ICC (International Criminal Court), Fatou Bensouda, als “Callamard, die Unterernaehrte” und “die Schwarze”, denen er wenig galant riet: “Fickt nicht mit mir, Maedels!

Nun, das hatten die ganz bestimmt nicht vor, und ich will hier nur kurz auf die Sprach-Geschichte bestimmter Ausdruecke eingehen. Zu meiner Zeit beim Bund und im Studium hatte der Ausdruck “die ficken dich” nichts mit Sex zu tun, sondern das konnte man auch mit “die kriegen dich klein” oder mit “die machen dich ein” ausdruecken. Um sich jedoch von guter Erziehung zu loesen, waehlte man lieber den provokanten Ton.



Duterte ist ein Jahr aelter als ich. Er studierte auch, als Provokation den Umgangston unterwanderte, was Widerstaende ausloeste, die sich schlieszlich in “political correctness” niederschlug, bis die derart ueberhand nahm, dass man damit alles plattreden konnte. Das fuehrt derzeit zur Wiederbelebung der Provokation. Man hat gemerkt, dass man nicht mehr angehoert wird, wenn man dem anderen beim Reden verbal nicht kraeftig vor’s Schienbein tritt. Das wird wieder als “Populismus” geaechtet, was aber auch nicht richtig hilft. Wenn in Zeitungen ganze Zeilen als “***” wiedergegeben oder im TV durch ein nerviges “beep” uebertoent werden, weisz am Ende kein Mensch mehr, wer nun was gesagt hat und ob ueberhaupt.

So findet man sich in der absurden Situation, dass man die obszoene, ruepelhafte Sprache hinnimmt, sich zugleich dagegen verwahrt, mit dem Sprecher aber neutral gehaltene Vertraege abschlieszt, weil in einer globalen Wirtschaft nun mal jeder mit jedem zu tun hat, und man sich ja nicht selbst in’s Bein schieszen will. Wie ich grad hoere, wollen sogar Donald Trump und Kim Jong-un miteinander reden, als ob nichts gewesen sei. Und die US-Homeland Security will mit dem BI (Bureau of Immigration) der Philippinen zusammenarbeiten und Informationen teilen, um den internationalen Terrorismus in den Griff zu kriegen.

Vielleicht ist es wirklich nicht so wichtig, wie sich jemand ausdrueckt, wenn sich nur was tut – und in den Philippinen tut sich was.

Das gefaellt nun aber auch wieder nicht. Nachdem das DOJ (Department of Justice) 600 Leute auf eine Liste gesetzt hat, die zu kommunistischen Terroristen erklaert werden sollen, meint der UN-Menschenrechts-Chef Zeid Ra’ad Al Hussein, Duterte sollte “psychiatrisch untersucht” werden. Auf der Liste steht neben so illustren Figuren wie Jose Maria Sison naemlich die UN-Bericht-Erstatterin zu indigenen Voelkern, die Igorot-Aktivistin Victoria Tauli Carpuz, die die Vorwuerfe des DOJ als “haltlos und boesartig” bezeichnet.

Nun, das geht natuerlich nicht. UN-Bericht-Erstatterinen sind per se die Guten, wie man z.B. an Agnes Callamard mit ungeschuetztem Auge erkennen kann. Wer so von der Welt erstmal geadelt ist, den kann kein Rechts-Vorwurf mehr treffen. Es sei denn, wie im Falle der Aung San Suu Kyi, der man nun den Elie-Wiesel-Preis fuer Menschenrechte entzieht, weil sie nichts gegen die Abschlachterei der Rohingya in Myanmar tut, oder wenigstens nicht genug dagegen geredet hat, oder weshalb auch immer. Man sollte mit den Ehren der Welt behutsam umgehen und sie nicht ueberschaetzen. Sie zieren jene gut, die im Gefaengnis sitzen. Laesst man die aber frei und stellt dann erstaunt fest, dass das auch nur Menschen sind, so pruegelt man doppelt heftig auf sie ein.

Natuerlich regt sich auch die inhaftierte Senatorin Leila de Lima auf und befindet: “Es ist nicht zu spaet an den Verhandlungstisch zurueck zu kehren, wenn diese Regierung sich wirklich aufrichtig um gewaltfreie Loesungen bemueht, um die kommunistische Rebellion im Land anzugehen.

In Haft hat sie vielleicht nicht mitgekriegt, dass die Rebellen der NPA (New People’s Army) in Scharen ueberlaufen, weil Duterte Jobs und Wohnungen bietet, um friedlich leben zu koennen. Warum also reden, waehrend die anderen morden? Geht doch so viel einfacher! Aber vermutlich liest de Lima nur die Bulletins des Terroristen Jose Maria Sison, der erlaeutert, dass das alles nur gekaufte Schauspieler sind, mit denen Duterte der Welt vorgaukelt, dass der Kommunismus hier bald am Ende sei. Hat der nicht kuerzlich gesagt, dass die NPA vor Ende 2019 erledigt sei? Da kann Sison nur lachen: “Das Duterte-Regime macht sich laecherlich und ist nachgerade albern, wenn es Fake-Ueberlaeufer der NPA und ihrer Unterstuetzer auf die Buehne stellt.

Nun ja, wie das so ist, de Lima ist in Haft in Camp Crame, Sison genieszt Asyl in den Niederlanden, die beiden muessen also Recht haben, wenn es so nach den Denk-Gesetzen der Menschenrechtler geht: die Guten sind eingesperrt, die Boesen laufen frei herum und richten Unheil an.

Dass Sison fordert, die NPA moege taeglich in jeder der 17 Regionen einen Soldaten toeten, das interessiert nicht – schlieszlich hat er ja Asyl. Und dass de Lima seit Jahren nichts gegen Duterte gefunden hat, was sich vor Gericht verwerten laesst, ist Grund genug sie als Heldin der Menschenrechte zu feiern – schlieszlich ist sie in Haft und darf verleumden, wen sie will.

Also, fuer alle, die es immer noch nicht begriffen haben: wer sitzt, hat Recht, und die frei rumlaufen, sind die Boesen – boese Aung San Suu Kyi, boeser, boeser Rodrigo Roa Duterte.

Die Sache hat nur einen Haken: die Guten bei der UN und den diversen Menschenrechts-Vereinen laufen auch noch frei herum. Ueber mich selbst will ich in dem Zusammenhang lieber schweigen.

Ueber Maria Lourdes Sereno… – …will ich erst wieder schreiben, wenn es Neues gibt. Die Noch-Oberste Richterin tourt durch’s Land und erzaehlt in so einer Art Sonntagsschul-Tonfall, dass es bei der Amtsenthebung gar nicht um sie geht, sondern um die “Unabhaengigkeit der Justiz”.

Wer’s glaubt, wird selig.




Gemaesz “CNNPhil”, “GMANews”, “PhilStar”, “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.