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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 02.März 2018

 

Der Drogenkrieg geht weiter… – …laesst Praesident Rodrigo Roa Duterte wissen, und er sieht neues Unheil heraufziehen, wenn die Barangay-Wahlen, zweimal verschoben, nun am 14. Mai 2018 stattfinden sollen. Duterte, der eigentlich das Land drogenfrei haben wollte, bevor gewaehlt wird, sieht wohl, dass es dann kaum noch zu Wahlen kaeme, und so sperrt er sich nicht laenger, doch er warnt: “Wenn die, hinter denen Drogen-Gelder stecken, als Barangay-Captains gewinnen, dann gibt es einen weiteren Krieg. Das gibt ein weiteres Toeten.

Da kennt er nichts, und im Gegensatz zu Auszen-Minister Alan Peter Cayetano, der sich grad um internationales Verstaendnis bemueht (siehe gestern), zieht Duterte mal wieder voll vom Leder. Vor Soldaten und Polizisten sagte er: “Wenn ein Menschenrechtler oder wer da auch als Bericht-Erstatter kommt, mein Befehl an euch ist, antwortet nicht… Wer sind die und wer seid ihr, sich da einzumischen, wie ich mein Land fuehre?” Und Duterte zitiert Nachrichten, dass US-Praesident Trump von seinem Vorgehen beeindruckt sei: “War es gestern oder vorgestern? Ich meine, auf der Titelseite von Bulletin oder Philippine Star stand ‘Trump: wir wuerden gern Duterte folgen, denn sie haben kein [Drogen-]Problem in den Philippinen, er bringt sie einfach um.’ … Du hast Recht Trump. Ich bin beeindruckt. Du sprichst die Wahrheit.

Diese Nachricht hat es in die “South China Morning Post” geschafft. “The Straits Times” weist darauf hin, dass seit Amtsantritt Dutertes zwar 400 Polizei-Beamte aus dem Dienst entfernt wurden wegen der verschiedensten Vergehen, doch: “Keiner der Beamten wurde entlassen wegen seines Verhaltens bei Polizei-Operationen im Rahmen von Dutertes grimmigem Krieg gegen Drogen, in welchem Polizisten mehr als 4.000 Menschen getoetet haben.

Der IS ist nicht tot… – …meint Nathan Sales, ein Terrorismus-Experte des US-Auszen-Ministeriums. Zwar habe man den IS (Islamic State) in Marawi schlagen koennen, aber die Ideologen und Rekrutierer arbeiten weiter. Einige arbeiten in den Philippinen, andere in anderen Laendern. Deshalb muesse man ueber militaerische Masznahmen hinaus nun ihre Bewegungen verfolgen durch Beschreibungen, biometrische Daten und Namens-Verfolgung in Passagier-Listen.

Das ist gut gesagt, aber ich glaube kaum, dass auf diesen schnellen, kleinen Booten, mit denen man sich im Sulu-Archipel gegen Cash von Insel zu Insel bringen laesst, namentliche Tickets nach Vorlage des Reisepasses ausgestellt werden. Da sind auch keine Ueberwachungs-Kameras an den inoffiziellen Anlegestellen, deren Output man mit Gesichts-Erkennungs-Software durchforsten koennte. Da gibt es noch viel zu tun, bevor man die Bewegungen dort “erkennungs-dienstlich im Griff hat.

Richter Antonio Carpio… – …ist seit der Auszeit von Maria Lourdes Sereno vorgestern amtierender Oberster Richter des Landes. An das Oberste Gericht brachte ihn Gloria Macapagal-Arroyo im Oktober 2001. Er war schon mal amtierender Oberster, vom 29. Mai bis zum 25. August 2012, als Renato Corona auf Betreiben von Benigno Aquino seines Amtes enthoben und dann Sereno an allen dienstaelteren Richtern vorbei in das Amt gehievt wurde.

Sereno ist das Amt los, auch wenn sie nun durch’s Land tourt und fuer sich Stimmung machen will. “CNNPhil” wird aus Gruenden weiblicher Solidaritaet weiter brav berichten. Das hilft aber weder Sereno, noch nuetzt es den berechtigten Forderungen nach Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft: eine Niete taugt nicht zur Ikone. Wer’s nicht glaubt, sollte die Kolumne von Getsy Tiglao mit der Ueberschrift “Zum Wohl des Landes sollte Oberste Richterin Sereno zuruecktreten” im “Manila Bulletin” lesen. Ich nenne sie als Frau hier zuerst, um dem Argument zu begegnen, nur Maenner seien gegen Sereno. Maennliche Gegner gibt es allerdings auch. Yen Makabenta und Antonio Contreras zeigen in der “Manila Times” Serenos Unfaehigkeit auf. Das alles sind aber schon eher Nachrufe als Nachrichten, und deshalb ist das Thema bei mir hier ganz an’s Ende gerutscht: es ist keine Nachricht mehr. Die Kuh ist vom Eis, auch wenn sie da noch rumlaeuft.

Also wird Praesident Rodrigo Roa Duterte bald einen neuen Obersten ernennen muessen, und da waere Carpio die erste Wahl. Am meisten spricht dafuer, dass er kein Duterte-Fan ist, im Gegenteil. Er vertritt entschieden die Linie, dass die Westphilippinische See den Philippinen und nicht China gehoert, und er steht voll hinter der Entscheidung des Staendigen Schiedshofes in Den Haag, der 2016 die chinesische Nine Dash-Line fuer null und nichtig erklaerte. Ihn als Dienstaeltesten zu ernennen, wuerde zeigen, dass Duterte Kompetenz ueber politische Differenzen stellt, denn Carpio hat einen internationalen Ruf, und es waere ein Beleg, dass Duterte Sereno nicht “hat absaegen lassen”, um wen auch immer mit dem Posten zu versorgen, was die Opposition ihm gern vorwerfen wuerde. Carpio ist einer der Wenigen, denen man Serenos Sturz nicht vorwerfen kann. Er hat keine Aussage vor dem Ausschuss fuer oder gegen sie gemacht, weil er zu den fraglichen Punkten nichts beitragen konnte. Und dann ist da noch ein Punkt, den man nicht ignorieren sollte: Carpio ist 68 Jahre alt. In den zwei Jahren, bis er in den verdienten Ruhestand geht, koennte Duterte ohne Hast und Eile jemanden aussuchen, der laenger im Amt bleibt und ihm wohl gesonnen ist.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “StraitsTimes”, “SouthChinaMorningPost” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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