…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 27. Februar 2018

 

Richter wollen Serenos Ruecktritt” – lautet die heutige Schlagzeile der “Manila Times”. In dem Artikel des stets gut informierten Jomar Canlas, was Vorgaenge am Obersten Gericht betrifft, heiszt es, dass einige Richter in der heutigen en banc-Sitzung ihre Chefin Maria Lourdes Sereno zur Rede stellen wollen: “Das gibt ein Feuerwerk am Dienstag. Sereno wird von den Richtern zur Rede gestellt, weil der Hof in einen Schlamassel gezogen wird.” Auch der bisher hinter Sereno stehende Richter Marvic Leonen, scheint in Opposition zu ihr zu gehen. Per Twitter liesz er wissen: “Eine Fuehrungskraft weisz, dass es einen Unterschied gibt zwischen Autoritaet und Respekt. Das Erstere ist ein Stueck Papier mit den aeuszeren Zeichen von Tradition und Macht. Autoritaet basiert auf Ernennung und ist nicht fuer die Ewigkeit. Respekt ist muehsam erworben.

Nun hat Sereno noch nie in ihrem Leben sich etwas muehsam erworben. Sie wurde gegen jede Regel in das Amt verfrachtet, weil ein unfaehiger Praesident sie als Versicherung gegen spaetere Anwuerfe dort haben wollte. Sie besitzt den Anstand nicht, das unrechtmaeszig erworbene Amt aufzugeben. Im Gegenteil: in huendischer Ergebenheit zu ihrem Herrn, der sie in den goldenen Kaefig gesetzt hat, wird sie sich lieber zerfleischen lassen, als dem Herrn die Treue aufzusagen.

Ihr Herr, Benigno Aquino… – …erschien gestern vor einem Ausschuss des Hauses zur Untersuchung des Dengvaxia-Skandals. “CNNPhil” und “GMANews” uebertrugen live. Zu Beginn gab er eine Erklaerung ab, in der er aufforderte, Politik beiseite zu lassen, die den Gegenstand verdunkelt haette. Man moege die Experten vom DoH (Department of Health) sprechen lassen, die etwas von der Sache verstehen, keine Leute mit gekauften Zertifikaten, und nicht weiter Angst in der Bevoelkerung saeen.

Das ist nicht ungeschickt, denn so lenkt er davon ab, dass es eine politische Entscheidung war, die Impfung als PR-Gag fuer die Wahl 2016 in Szene zu setzen: ueberall war im TV zu sehen, wie Kinder unter den interessierten Blicken der Regierungs-Spitze geimpft wurden. Da soll man nun lieber nicht so genau hinschauen, sondern wichtiger sei, dass er er nichts gewusst hat. Was Sanofi heute sagt, ist das genaue Gegenteil von dem, was sie ihm damals gesagt haben.

Es gab dann auch prompt einen Streit ueber die Qualifikation des forensischen Experten Dr. Erwin Erfe, den seine Chefin, die oeffentliche Anklaegerin Persida Acosta, in Schutz nahm. Der habe kein “gekauftes Zertifikat”, sondern einen Abschluss der Harvard Universitaet.

So hat Aquino den Spiesz umgedreht. Seine Anklaeger sind in die Verteidigung gedraengt, und sie machen leider keine gute Figur.

Es gibt nur zwei Experten in den Philippinen, die sich mit der Obduktion von Dengue-Faellen auskennen. Die eine hat mal fuer Sanofi gearbeitet, scheidet also aus. So ist da nur ein Experte, und der hat von 14 untersuchten Faellen 3 mit Dengue in Verbindung gebracht, ohne eine Aussage zu Dengvaxia als direkte Todes-Ursache zu machen. So bleibt es bei der Weigerung von Sanofi, die Gelder fuer den verwendeten Impfstoff zu erstatten. Sie stehen weiter zu ihrem Impfstoff.

Zum anderen steht das DoH gar nicht gut da, denn bei der Zulassung von Dengvaxia gab es Schmu, da dort der Dienstweg nicht eingehalten, sondern ein Mitarbeiter direkt von Sanofi angesprochen wurde. Dieser Mitarbeiter war gestern nicht anwesend.

Eine Frage an Aquino zu den verwendeten Geldern gab der an seinen Budget-Minister Florencio Abad weiter, der koenne das besser erklaeren. Abad verlor sich dann in laenglichen finanztechnischen Details. Also hatte Aquino auch damit nichts zu tun.

So beantwortete er denn auch, nachdem er um 1 Uhr nachmittags aus dem Ausschuss entlassen wurde, weil niemand mehr Fragen an ihn hatte, auf dem Gang eine Reporter-Frage zur unzulaessigen Ernennung von Sereno zur Obersten Richterin, da moege man sich besser an den JBC (Judicial and Bar Council) wenden, der haette doch Sereno auf die Vorschlags-Liste gesetzt, nicht er.

Wie schoen, wenn man auszen vor ist. Da koennte man sich am Ende glatt fragen, ob er in der Zeit ueberhaupt Praesident der Philippinen war, denn eigentlich hatte er mit nichts was zu tun gehabt

Gemaesz “CNNPhil”, “GMANews”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”. “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

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