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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 05. Februar 2018

 

Senator Richard Gordon… – …sagte gestern laut “Manila Times”, dass der Senat Dokumente erhalten habe “die beweisen dass das Gesundheits-Ministerium Sanofi Pasteur gestattete, es mit Anti-Dengue-Impfstoff zu versorgen, obwohl der Medikamenten-Hersteller seine klinischen Tests noch nicht abgeschlossen hatte und trotz dokumentarischer ‘Unzulaenglichkeiten’.” Gordon meint: “Sie versuchen die Spur der Dokumente zu verbergen.

Der Senat setzt die Untersuchung morgen fort, und Gordon will der damaligen Gesundheits-Ministerin Janette Garin besondere Aufmerksamkeit widmen.

Aus der Geschichte lernen… – …sollte die Opposition, meint Rigoberto Tiglao in seiner Kolumne in “The Manila Times”, wenn sie sich aufregt, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte den stellvertretenden Ombudsmann Melchor Arthur Carandang aus dem Amt entfernen will. Das Prinzip “Wer kann heuern, der kann feuern” wurde 2014 in einer duennen 8:7-Entscheidung des Obersten Gerichts gekippt, um dem damaligen Praesidenten Benigno Aquino eins auf die Finger zu geben, dem man Machtmissbrauch unterstellte.

Was war passiert?

Im August 2010 nahm der Polizist Rolando Mendoza einen Bus mit 25 Touristen, die meisten aus Hong Kong, als Geiseln, weil er sich ungerecht behandelt fuehlte. Der vormals dekorierte Polizist war wegen Diebstahl, Erpressung, Drogen entlassen worden. In einer Eingabe forderte er Wiedereinstellung und Wiederherstellung seiner Pensions-Ansprueche, weil die Vorwuerfe ihm nur angehaengt worden seien. In einer voellig vermasselten Aktion wurde Mendoza schlieszlich erschossen. Es starben aber auch acht Geiseln und weitere wurde verletzt.

Da das Ganze live im TV zu sehen war und das Ansehen der Philippinen so kurz nach seinem Amtsantritt ins Bodenlose sank, brauchte Aquino einen Suendenbock. Das war der stellvertretende Ombudsmann Emilio Gonzales, auf dessen Tisch die Eingabe des gechassten Mendoza gelandet war. Der war ploetzlich Schuld, und Aquino suspendierte und entliesz ihn, weil er angeblich monatelang auf die Eingabe des Polizisten nicht reagiert hatte. Das stimmte zwar nicht, aber damit hatte Aquino sein Gesicht gewahrt. Das gefiel einigen Richtern beim Obersten Gericht jedoch nicht, und 2014 ordnete es unter Preisgabe des “Heuer-Feuer-Prinzips” an, dass Gonzales wieder einzusetzen sei. Das war ein deutlicher Klaps auf die Finger, wenn nicht gar eine Ohrfeige fuer Aquino.

Wenn Duterte nun Carandang nicht aus kleinlichen Gruenden, sondern wegen konkreter Verstoesze gegen Verschwiegenheit und Aufrichtigkeit feuert, so koennte das Oberste laut Tiglao nun durchaus einsehen, dass die 2014-Entscheidung nichts als eine gehaessige Retourkutsche war, und die urspruengliche Regelung wieder einsetzen – “Wer kann heuern, der kann feuern”.

Wir werden es sehen.

Nichts aus der Geschichte gelernt… – …hat Jose Maria “Joma” Sison, Alt-Kommunist im Exil in den Niederlanden. Wegen des Abbruchs der “Friedens-Gespraeche” und der Verhaftung des “Friedens-Beraters” Rafael Baylosis droht er nun, dass die NPA (New People’s Army) in den 17 Regionen, wo sie “herrscht”, jeden Tag je einen Soldaten der AFP (Armed Forces of the Philippines) toeten will. Er rechnet genuesslich vor: “Die NPA hat in 17 Regionen die Kapazitaet mindestens einen AFP-Soldaten jeden Tag in jeder Region zu toeten. Das beseitigt mindestens 510 Feinde oder um fuenf Kompanien in der Nation monatlich. Das summiert sich auf zu 60 Kompanien oder 20 Bataillonen jedes Jahr.

Die AFP antwortete auf die forsche Rechnung, dass immer mehr NPA-Rebellen sich ergeben, und sie ist optimistisch, dass sie mit dem Problem NPA fertig wird. Ein Militaer meint: “Sison halluziniert.

In dem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass ich nun im TV bei “Colours” schon zum zweiten Mal in die Ausstrahlung des Films “The Guerilla is a Poet” gezappt bin. Ein preisgekroenter Film aus dem Jahre 2013 ueber Jose Maria Sison und sein Leben als Guerilla in der Marcos-Zeit. Eigentlich historisch interessiert, war mir dies zu suelzig, was vielleicht damit zu tun hat, dass in philippinischen Filmen immer viel geweint und geschluchzt wird. Ich hab’s mir jedenfalls nicht zu Ende angeschaut.

Aber dieser Film scheint mir ein deutlicher Hinweis auf die geistige Verfassung  des “Joma” Sison zu sein. Er sieht sich immer noch als revolutionaerer Held und gefeierter Poet – fuer einen Band mit im Gefaengnis verfassten Gedichten, “Prison and Beyond”, bekam er den Suedostasiatischen Buchpreis, und als “National Poet” wuerde er ja gern zurueckkommen und sich von den “revolutionaeren Massen” hier feiern lassen. Ich schrieb darueber schon mal am 20. Januar unter dem Stichwort “Die Eitelkeit alter Maenner”.

Sison lebt in einer Traumwelt, und um ihn herum sind Leute, die ihn darin bestaetigen. So haben ja auch die Film-Macher Kiri und Sari Dalena ihn zu seinem 74sten Geburtstag in den Niederlanden besucht und dies mit seinem damaligen Leben als Revolutionaer in Verbindung gebracht. Nun wird es fuer “Joma” aber kein boeses Erwachen geben. Das bleibt denen vorbehalten die hier den Spruechen des Idioten in den Niederlanden glauben.

Senator Antonio Trillanes… – …will heute den Senat auffordern, das seiner Ansicht nach unrechtmaeszig erworbene Vermoegen von Praesident Rodrigo Roa Duterte und dessen Tocher Sara Duterte-Carpio zu untersuchen. Mit dieser ollen Kamelle laeuft er seit dem Wahlkampf 2016 auf der Suche nach Aufmerksamkeit erfolglos herum, und eigentlich ist das keine Nachricht wert (ich bin auch nur in “ABS-CBN” und “Inquirer” darueber gestolpert, denen alles eine Nachricht wert ist, was gegen Duterte geht).

Zwei Dinge will ich dennoch anmerken.

Zum einen meint Trillanes, dass “die Oeffentlichkeit die Wahrheit wissen will”. Das ist Bloedsinn. Kein Mensch will das wissen, und ihn selbst interessiert daran auch nur, dass er Duterte damit eins reinwuergen koennte als Rache dafuer, dass der ihn nicht als Partner fuer den Vize-Posten im Wahlkampf haben wollte, weil – so Duterte – der sich nicht sicher waere, kurz nach der Vereidigung eine Kugel im Ruecken zu haben, damit Trillanes Praesident wird. Grace Poe wollte ihn uebrigens auch nicht, keiner will Trillanes, und dessen Zeit als Senator laeuft 2019 aus. Er wurde 2007 gewaehlt und ein Senator kann nur einmal wiedergewaehlt werden. Das war 2013, und naechstes Jahr ist Schluss. Trillanes kriegt Torschlusspanik.

Zum anderen beruft Trillanes sich darauf, dass Duterte selbst gesagt hat, dass man seine Konten untersuchen koenne. Nun, Duterte hat auch mal gesagt, dass er mit der philippinischen Flagge bei den Scarborough Shoals Wasserski laufen will. Dass Trillanes keine Geistesgroesze ist, erfuhr die ganze Welt im Juni 2017, als er im “hardtalk”-Interview mit Stephen Sackur von der “BBC” auf die Frage, ob er ein Demokrat sei, antwortete, er sei Mitglied der “Nacionalista Party”. Schlimmer ist, dass Trillanes nicht merkt, wenn er von Duterte verarscht wird. Jeder hier hat inzwischen kapiert, dass die Reden des Praesidenten “cum grano salis ~ mit einem Koernchen Salz, oder anders formuliert ‘nicht so ganz woertlich’” zu verstehen sind – Trillanes kapiert das nicht. Er wird es in hundert Jahren nicht begreifen, und Duterte lacht sich in’s Faeustchen.



Gemaesz “ManilaTimes”, “PhilStar”, “ManilaStandard”, “PTV”, “Wikipedia”, “ABS-CBN”, “Inquirer” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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