…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 11. Januar 2018

 

Grosze Erwartungen… – …hat heute nicht nur der Leitartikel der “Manila Times”, was Innen-Minister Eduardo Año angeht, sondern auch US-Botschafter Sung Kim. Dass ich viel von Año erwarte, hatte ich am 6. Januar geschrieben, am 8. Januar nochmal betont, weil auch ein Artikel im “Manila Bulletin” in dieses Horn blies. Nun meint Kim bezueglich Año: “Ich hoffe, dass seine Fuehrung im DILG [Department of Interior and Local Government] einige Polizei-Beamte, die sich nicht auf bestmoegliche Weise verhalten, zu verantwortlicherem Vorgehen bringt.

Nun ist es ja schoen, wenn nahezu jedermann soviel Gutes von Año erwartet, ihm muessen ja schon die Ohren klingeln, aber warum meldet sich der US-Botschafter grad jetzt zu Wort?

Er hatte auch etwas zum Suedchinesischen Meer zu sagen: “Wir tun alles Moegliche, um internationales Recht zu foerdern und zu schuetzen, wie Freiheit der Seefahrt und Freiheit des Ueberflugs.” Das mag nun zeitlich damit zu tun haben, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte sich grad mit einer Delegation der Kommunistischen Partei Chinas unter Fuehrung von Meng Xianfeng, Mitglied des Zentral-Kommitees, und begleitet von Chinas Botschafter Zhao Jianhua traf. Der Praesident soll dabei “unser Begehren und den Wunsch des philippinischen Volkes zu staerkeren Banden zu kommen” wiederholt haben.

Fuehlen die Vereinigten Staaten sich zurueckgesetzt, dass sie jetzt diplomatisch eine Goodwill-Runde einschieben? Grund haetten sie ja, meint Yen Makabenta in seiner Kolumne in “The Manila Times”. Wegen der Unruhen im Iran wollten die USA sich auf’s hohe Pferd der Menschenrechte setzen. Die US-Botschafterin bei der UN legte sich ins Zeug fuer eine Sitzung des Sicherheitsrates zu der Sache: “Die Menschenrechte sind keine Gabe von Regierungen, sie sind die unveraeuszerbaren Rechte des Volkes selbst.” Dem mochte international jedoch niemand folgen mit dem Hinweis, dass es sich um innere Angelegenheiten des Irans handelt.

Nicht nur international sah man das anders. Makabenta zitiert einen Kommentar, in dem der international angesehene US-Journalist Patrick Joseph Buchanan sich fragt: “Vor fuenfzig Jahren gingen 100 amerikanische Staedte in Flammen auf nach der Ermordung von Martin Luther King. Bundestruppen wurden herbeigerufen. 1992 erlebte Los Angeles den schlimmsten Aufruhr der USA im 20. Jahrhundert, nachdem LA-Polizisten in Simi Valley freigesprochen wurden, die Rodney King zusammengeschlagen hatten. 

Ging unser Vorgehen bei diesen Unruhen die UN irgendetwas an?

Die USA waren gerade erst mit dem Umzug ihrer Botschaft nach Jerusalem auf Unverstaendnis gestoszen, nun dies. Buchanan meint: “Die Episode legt ein Leiden der amerikanischen Auszen-Politik offen. Ihr mangelt Bestaendigkeit, Durchgaengigkeit und moralische Klarheit, sie behandelt Freunde und Gegner nach unterschiedlichen Standards und ist gedankenlos interventionistisch.

Um auf Innen-Minister Año zurueckzukommen, so meint der US-Botschafter Sung Kim, was den Drogenkrieg angeht: “Ich glaube in General Año, als neuem Chef des DILG, habt ihr einen sehr starken Fuehrer, und er war sehr deutlich, dass er die Sache in einer starken, aufrichtigen und sicheren Art angehen wird, und ich glaube ihm.

Ist es diplomatischer Brauch so zu reden, beginnt da schon Intervention, oder buhlt man nur um auch zu “staerkeren Banden zu kommen”?



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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