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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 03. Januar 2018

 

Noch ein Blick zurueck… – …dann bin ich fuer dieses Jahr aber durch mit meinen bevorzugten Kommentatoren. Rigoberto Tiglao nimmt sich in seiner Kolumne in “The Manila Times” Dogmen vor, die Praesident Rodrigo Roa Duterte im vergangenen Jahr zerstoert hat.

Erstens betrachtet Duterte als Praesident der Philippinen die USA nicht laenger als den “groszen weiszen Bruder”, wie das bei “Cory” Aquino, dem West Point-Absolventen Fidel Ramos und dem “Cory”-Sohn Benigno der Fall war, die sich zu Lakaien  machten und von “kuya USA” diktieren lieszen, was sie zu tun und zu lassen hatten. Duterte versteht sich als Praesident eines souveraenen Staates, nicht als “kleiner brauner Bruder” von wem auch immer.

Zweitens ist fuer Duterte die katholische Kirche keine moralische Instanz ueber dem Gesetz, die ihm Vorschriften machen kann. Ihm genuegt die Verfassung der Philippinen, und wenn Leute wie Erzbischof Socrates Villegas anderer Meinung sind, dann werden sie auf Duterte-Art abgerueffelt.

Drittens hat Duterte es gegen den Widerstand der Oberen Zehntausend, alias “Manila 400”, in’s Amt geschafft und – haelt sich dort mit wachsender Zustimmung, was als undenkbar galt.

Viertens ging Duterte gegen den Fackeltraeger der People Power Revolution, gegen den “Inquirer” vor und zwang deren Besitzer, die Rufino-Prieto Familie, ihren illegalen Besitz an MileLong aufzugeben und Steuern nachzuzahlen, auch wenn das Finanz-Ministerium da nun wohl Nachlaesse aushandelt.

Fuenftens zerstoerte Duterte den Aberglauben, dass der Gelbe Kult eine Gabe Gottes als Regierende der Philippinen sei. Die Exkremente des letzten Gelben Regierenden – Mamasapano, Dengvaxia – werden grad ausgemistet, und seine juristischen Wachhunde – Leila de Lima, Maria Lourdes Sereno, Conchita Carpio Morales – sind an die Kette gelegt, bzw. im Zwinger untergebracht.

Schoen dass auch Tiglao sich aus dem Urlaub zurueckmeldet. Ich lese ihn zu gern.

Allerdings scheint Tiglao nur hierzulande gelesen zu werden, denn wenn ich mich europaeischen Bekannten gegenueber als “Duterte-Fan oute”, dann empfinde ich dort eine Zurueckhaltung, als haette ich grad zugegeben, dass ich Lepra oder sonstwas Schlimmes haette. Deren Sorge, ob das ansteckend ist, wird spuerbar.

Eine Reform der Polizei… – …hielt ich schon in meinem Neujahr-Entschluss fuer ueberfaellig, und das sieht der Leitartikel von “Manila Times” heute auch so nach dem Overkill in Mandaluyong Ende letzten Jahres durch PNP (Philippine National Police) an zwei Menschen, die faelschlich fuer Raeuber gehalten wurden. Der Leitartikler schlieszt: “Das Neue Jahr kann nicht das uebliche Vorgehen (business as usual) bei der PNP sein. Sie muss sich entwickeln und eine Truppe Gesetzes-Hueter werden, die den Respekt des Volkes verdient, keine oeffentliche Lachnummer.

Serenos Ende ist absehbar… – …da nach Informationen von Jomar Canlas bei der “Manila Times” nun 10 Richter am Obersten Gericht bereit sind, gegen die Chefin Maria Lourdes Sereno auszusagen. Canlas ist ein wohl-informierter Journalist, auf dessen Artikel vom 4. Juni 2013 Anwalt Gadon sich in seinem Antrag zur Amtsenthebung der Obersten Richterin stuetzte. Er war auch vor den Ausschuss geladen, und machte dort einen soliden Eindruck, und, das ist sein Recht, gab seine Quellen nicht preis.

Die Quellen scheinen daher weiter zu sprudeln, und bisher waren sie verlaesslich.

Dutertes Kampf gegen Korruption… – …geht weiter. Irgendwer wird wegen Lust-Reisen oder Geld-Verschwendung heute gefeuert werden, wie der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, am Sonntag verriet. Duterte wollte den Uebeltaeter gleich feuern, aber Roque habe ihn ueberredet, das auf heute zu verschieben, damit der noch einen netten Jahreswechsel hat. Ob das eine gute Idee ist, weisz ich nicht, denn vermutlich haben wegen des aufgeschobenen Rausschmisses nun eine ganze Reihe anderer Suender schlaflose Naechte gehabt, weil sie erst heute erfahren, ob sie gemeint waren.

Goenn ich ihnen aber, denn wie der legendaere Firmengruender der “Buddenbrooks” laut Thomas Mann sagte: “Mein Sohn, sei mit Lust bei den Geschaeften am Tage, aber mach nur solche, dass wir bei Nacht ruhig schlafen koennen.

Ein paar Goldbarren – Praesident Duterte schreckte am 29. August des letzten Jahres die Nation auf, als er bei Vereidigung neuer Beamter in Malacañang sagte, er habe sich mit der Marcos-Familie getroffen, und die seien bereit ihren Reichtum dem Staat zurueckzugeben, einschlieszlich “ein paar Goldbarren”. Er muesse noch jemanden bestimmen, der das mit der Marcos-Familie auskungelt. Darauf gab es eine Meldungs-Flut in den Medien, aehnlich wie beim Auftauchen des Ungeheuers von Loch Ness, und genauso verlief sich die Flut auch in diesem Fall, als dann doch niemand so ganz genau wusste, was los war, und nichts weiter geschah.

Nun geistert durch Social Media ein angebliches Abkommen der Regierung mit der Marcos-Familie in der Angelegenheit.

Das sind fake news.

Es gibt kein solches Abkommen, wie sowohl der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, der juristische Berater, Salvador Panelo, als auch Ferdinand “Bongbong” Marcos bekunden.

Es gab einen Entwurf zu einem moeglichen Abkommen von einem Anwalt Oliver Lozano, welches der an das Buero von Panelo geschickt hat. Panelo: “Unser Buero hat allgemeiner Hoeflichkeit und Politik folgend den Eingang bestaetigt, wie bei jedem Brief eines Buergers an uns. Zu dem Vorschlag des Anwalts Lozano haben wir nichts unternommen.

Lozano kandidierte 2004 erfolglos als Senator, er reichte erfolglose Amtsenthebungs-Antraege gegen Gloria Macapagal-Arroyo und Benigno Aquino ein, er drohte Vize-Praesidentin Leni Robredo, dem Vorsitzenden der Wahlkommission Andres Bautista  und dem Abgeordneten Gary Alejano mit solchen Antraegen – wobei mir die “Amtsenthebung” eines Abgeordneten juristischer Unfug zu sein scheint. Lozana ist aber weder Anwalt noch Sprecher der Marcos-Familie, wie der Anwalt der Familie als auch “Bongbong” Marcos versicherten. Lozana macht sich nur wichtig.

In der Angelegenheit hat Duterte gesagt, dass er das selbst nicht “regeln” kann. Da es um Besitz-Ansprueche des Staates geht, muss ein Gesetz her. Er ist kein Diktator, selbst wenn seine Erz-Gegnerin, Leila de Lima, die Sprache des Terroristen Jose Maria Sison uebernehmend, das nun auch behauptet. Also ist der Kongress gefragt, nicht der Praesident, und der – ich glaube, ich zitierte es schon oefter – “weisz, was legal ist und was nicht.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “ManilaStandard”, “PhilStar”, “DZRHNews” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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