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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 01. Januar 2018

 

Das alte Jahr… – …hat sich hier gestern um 22:53 Uhr mit einem Erdeben verabschiedet. Staerke 5,2 mit Zentrum suedlich Maasim, Sarangani, kam hier mit 3 an. Das ist die Staerke, bei der man ueberlegt, sollen wir rauslaufen – oder? Na, da war’s aber auch vorbei, bevor wir uns entschlossen hatten.

Mein Entschluss fuer das neue Jahr ist… – …mich staerker auf die Politik von Praesident Rodrigo Roa Duterte zu konzentrieren. Er bestimmt nun mal die Richtlinien der Politik. Doch das wird kaum wahrgenommen bei dem medialen Laerm, der um seine Auftritte und seine Sprache gemacht wird.

Es waere aber ein Missverstaendnis, ihn gleich der Opposition als “Diktator” zu sehen. Es ist dummer Kinderglaube, dass ein Diktator alles allein kann und macht. Die Allmacht Gottes auf ein Stueckchen Erde projeziert. Es gibt keinen Allein-Herrscher, nicht einmal in Nord Korea. Auch Kim Jong-un braucht Leute, die ihn fuer den Herrscher halten, sonst waere er am Ende. “Alleine” geht nicht. Und genauso braucht Duterte Leute, die ihn fuer etwas  halten. Er sieht sich als “Mayor ~ Buergermeister”, und wie ich Berichte aus dem Kabinett verstanden habe, wird er auch so gesehen. Im inneren Kreis, versteht sich, nach auszen ist er “Praesident”. So sieht ihn das Ausland, leider falsch.

Den Praesidenten sieht Duterte als Rolle, in der er ab und an auftreten muss, welche Rolle er aber gern ablegt. Wenn das Publikum passt, gibt er den “Mayor”. Da springt der Funke ueber zu denen, die hinter ihm stehen, und die im Ausland nicht verstanden werden, weil da niemand philippinisches Fernsehen sieht oder philippinische Zeitungen liest.

Ich habe mich auf Duterte eingelassen und meine nach anderthalb Jahren, ein Gefuehl fuer den Menschen entwickelt zu haben. Wie ein autoritaerer Familienvater sieht er sich als Landesvater, oder, wenn er so will, als “Mayor”. Er sorgt sich um “seine Leute”, und wer denen Boeses will oder tut, den “bringt er um”, sagt er, “wenn das Leben in Gefahr ist”, murmelt er leise hinterher.

Aber das ist kein politisches Verstaendnis. Worum geht es ihm? Was packt er an?

Duterte will Ordnung schaffen, “Law and Order”. Dafuer hat er die PNP (Philippine National Police), 160 Tsd Leute, von der er weisz, dass um 40 Prozent korrupt sind. Was soll er machen? Eine neue Polizei aus dem Boden stampfen kann er nicht. Man muss nehmen, was das Land bietet. Den Laden laufen lassen wie sein Vorgaenger, unter dem sich die Kriminalitaet verdreifacht hat? Geht nicht. Grad deshalb wurde ja er gewaehlt. Doch im Kampf gegen Drogen machen ihm diese 40 Prozent zu schaffen, wenigstens die, die ihre Finger in Drogen haben. Ein Groszteil der Morde an Drogen-Dealern oder -Usern, die nicht bei Polizei-Einsaetzen getoetet wurden, diese “Pappdeckel-Morde”, geht meiner Meinung nach auf das Konto von Polizisten, die sich Zeugen vom Hals schaffen. Das ist nicht von Praesident Duterte befohlen. Aber das wird ihm von Leila de Lima und Antonio Trillanes unterstellt, wenn sie sagen, dass er ein Ende befehlen soll.

Eine Reform der Polizei ist ueberfaellig. Von einem “Kumpel”-Typ wie Polizei-General Ronald “Bato” dela Rosa, den Duterte aus Davao mitgebracht hat, weil er in Manila niemandem ueber den Weg traut, war das nicht zu erwarten. Ob der in Bilibid Ordnung schafft, da er ja naechstes Jahr Chef von BuCor (Bureau of Correction) wird, ist offen. Die Druglords Liegestuetze machen zu lassen, mit welcher Methode er die PNP reformieren wollte, wird auch da nicht helfen. Hoffnung setze ich auf General Eduardo Año, der nach seiner Karenz-Zeit Innen-Minister werden soll. Vielleicht hat der ehemalige Armee-Chef die Autoritaet Reformen bei der PNP durchzudruecken. Offen ist, ob er auch den Willen dazu hat.

Duterte will Frieden schaffen. In seiner ersten SONA (State of the Nation Address) sagte er: “Wir alle wollen Frieden, aber nicht den Frieden der Toten, sondern den Frieden der Lebenden. … Deshalb reiche ich euch allen meine Hand heute.” Die Moros haben eingeschlagen, die Kommunisten nicht, und die IS-Terroristen haben Marawi besetzt. Deshalb kam das Kriegsrecht, und es bleibt auch nach der Befreiung Marawis, da die CPP (Communist Party of the Philippines) soeben die NPA (New People’s Army) aufgefordert hat, im Jahre 2018 eine “breiteste vereinte Front” zu bilden und Duterte zu stuerzen. Duterte hat das Kriegsrecht nicht gewollt. Er hat immer gesagt: “Zwingt meine Hand nicht darein.” Er wurde gezwungen, aber das glaubt die Opposition nicht. Die meint, er wollte das, weil er ja insgeheim so wie der von ihm bewunderte Diktator Ferdinand Marcos sein will.

Dass er die AFP (Armed Forces of the Philippines) fuer sich einzunehmen versucht, kann man ihm nicht verdenken. Er muss sich mit ihr gut stellen, auch wegen seiner Wendung in der Auszen-Politik, die auf Kooperation mit China setzt, um mal das Wort “Freundschaft” zu vermeiden. Diese Wende hat in der Marawi-Krise offenbart, dass die Armee fuer einen Angriffs-Krieg vorbereitet war. Hilfstruppe der Amerikaner gegen China. Sie tat sich aber schwer im Haeuserkampf gegen Terroristen. Mit denen werden Armeen jedoch kuenftig zu tun haben, nicht nur hierzulande. Auch da sind Reformen noetig.

Einen ersten Schritt hat Duterte bereits getan, als er das Gehalt von Soldaten und Polizisten ab heute nahezu verdoppelte. Da ist der Druck nicht mehr so grosz, nach “Nebeneinkuenften” auszuschauen. Denn so wie es “faule Eier” bei der Polizei gibt, so ist auch die Armee keine Herde Unschulds-Laemmer. Oefter wurden Waffen und Material aus Armee-Bestaenden bei Terroristen gefunden, und gerade im Umfeld der indigenen Staemme gibt es Probleme. Da ist eine Grauzone zwischen AFP, Lumad und NPA, in der sich Cafgus (Civilian Armed Forces Geographical Units), zivile Unterstuetzer vor Ort, legale Lumad-Vertreter und NPA-hoerige Aktivisten tummeln. Die Grauzone muss gelichtet werden. Das geht nur, wenn die Armee mitzieht. Doch die NPA ist der Armee ein Dorn im Auge, weil die sich wie ein Staat im Staate vorkommt. Ein Unding. So wie es nur einen Staat gibt, kann es nur eine Armee geben, und so duerfte die Rechnung Dutertes aufgehen. Das bedeutet allerdings einen haerteren Kampf gegen die NPA, der sich auf das Land ausdehnt. Die sitzen ja nicht nur in Mindanao, und Waffenstillstand hin oder her: sie schlagen ja laengst wieder los.

Nun bestehen die Philippinen nicht nur aus Polizei und Armee. Es gibt schon ein paar Leute, die das durch ihre Arbeit finanzieren. Die hat Duterte nicht vergessen, und das TRAIN-Gesetz (Tax Reform for Acceleration and Inclusion Act) befreit geschaetzte 7 Mio Gering-Verdiener von jeder Steuer, die bisher 5 Prozent von dem Biszchen abgeben mussten, das sie bekamen. Rigoberto Tiglao kommentierte: “Allein durch diese Befreiung der arbeitenden Klasse von der Last der Einkommens-Steuer hat Duterte in seinen 18 Monaten im Amt bereits ein bleibendes Vermaechtnis geschaffen.” Das festigt den Kern der 80 Prozent, die hinter Duterte stehen, und nach Umfragen der SWS (Social Weather Station) sehen 96 Prozent der Filipinos 2018 hoffnungsvoll entgegen.

Darauf setzt auch Preaesident Duterte nun in seiner Neujahrs-Ansprache: “Wir leben in einer Zeit, in der unsere Entschlossenheit geprueft wird durch Widerstaende und Schwierigkeiten. Korruption, Kriminalitaet, illegale Drogen und Terrorismus haben unseren Fortschritt im vergangenen Jahr behindert. Wie auch immer, ich bin voller Hoffnung, dass unsere Unverwuestlichkeit uns ermoeglicht, das zu ueberstehen und uns ueber diese Herausforderungen als eine Nation zu erheben.

In dem Zusammenhang weist der Leitartikel der “Manila Times” heute darauf hin, dass es zwei Worte fuer “wir” gibt. Zum einen heiszt es in Tagalog “kami” (auch in Visayan), das den Angesprochenen ausschlieszt, im Sinne von “wir, du nicht”. Es gibt aber in Tagalog auch “tayo” (Visayan “kita”), das den Angesprochenen einschlieszt, im Sinne von “wir alle, du auch”. Der Leitartikler haelt es fuer einen guten Neujahrs-Entschluss, auf das “tayo/kita” zu setzen: “wir alle zusammen.” Das passt zu einem gewaehlten Praesidenten, der nicht alles “allein” macht, sondern ganz legal zusammen mit seinem Volk.

Denn nicht nur Dutertes Steuer-Befreiung durch TRAIN verdient das Praedikat “historisch”. Duterte ist der Erste, der Minister, die vom Ausschuss abgelehnt wurden, nicht wieder einsetzt, wie das mal ueblich war. Er haelt sich – komisch zu erwaehnen, aber es war fuer philippinische Praesidenten eben nicht selbstverstaendlich – an das Gesetz. Duterte sagte es bereits in der Rede nach seiner Vereidigung: “Als Anwalt und frueherer Staatsanwalt kenne ich die Grenzen der Macht und Autoritaet des Praesidenten. Ich weisz, was legal ist und was nicht. Mein Festhalten an korrektem Vorgehen und die Regeln des Gesetzes ist kompromisslos.

Was muss der Mann noch alles richtig machen, um weiter falsch verstanden zu werden?

Ich will das verfolgen und davon berichten und – das wird ein gutes Jahr!

Nicht erst seit diesem Jahr… – …sondern seit der Wahl im Mai 2016 befasse ich mich mit Praesident Rodrigo Roa Duterte. Falls sich jemand fuer aeltere Eintraege interessiert, ich habe die als PDF-Dateien unten an meine Web-Seite gehaengt:

sites.google.com/site/gesichtsbuchheikoeckard

Ich hatte Null Ahnung, als ich begann, was man einigen Eintraegen anmerkt. Sei’s drum! Es ist aber auch ein Weg nachzuvollziehen, wie ich zu meinen Ansichten gekommen bin – falls das interessiert.

 




Gemaesz “ManilaTimes” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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