…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 23. Dezember 2017

 

Einen Waffenstillstand… – …hat nun auch die NPA (New People’s Army) ueber Weihnachten und Neujahr ausgesprochen, und groszzuegig gestattet sie Polizisten und Soldaten “gegen die nichts vorliegt” in der Zeit den Eintritt in “das Territorium der Volks-Demokratischen Regierung, um persoenliche Besuche von Verwandten oder Freunden zu machen.

Wenn man das liest, fragt man sich, wieviele Staaten in den Philippinen existieren. Braucht man zur Einreise ein Visum? Gibt es “visa on arrival”?

Aber lassen wir den Sarkasmus. Schlimmer ist, dass solchen Ankuendigungen der NPA ein paar Tage spaeter meist Meldungen ueber Schieszereien und Tote folgten.

Glimpflich… – …im Vergleich zu den anderen Weihnachts-Katastrophen ging das Kentern der Faehre “Mercraft 3” aus, die am Donnerstag auf dem Weg von Real, Quezon, nach Polillo Island in schwere See geriet, wenn man denn bei 5 Opfern das Wort “glimpflich” ueberhaupt benutzen will. Aber es wurden ja 252 wurden gerettet. Eine fruehere Meldung der Kuestenwache nannte 251 Passagiere und Mannschaft, und die Diskrepanz weckte boese Erinnerungen bei einigen Journalisten.

Vor ziemlich genau 30 Jahren, am 20. Dezember 1987, kollidierte die Faehre “Doña Paz” mit dem Tanker “Vector” in der Tablas Strait bei Mindoro. Laut Papieren waren 1.493 Passagiere und 59 Mannschaften an Bord. Mit den 11 Toten der “Vector”-Mannschaft kamen Untersuchungen jedoch auf die Zahl von 4.386 Opfern, nur 24 wurden gerettet. Die “Doña Paz” war voellig ueberladen. Tickets waren an Bord ohne Registrierung unter der Hand verkauft worden.

Bei Schiffskatastrophen denkt unsereins an die “Titanic”, was wohl an den zahlreichen Verfilmungen liegt, und um die 1.500 Opfer sind fuerchterlich viel. Filipinos haben da andere Erinnerungen. Als wir die ersten Berichte im TV zum Unglueck der “Mercraft 3” sahen, rief meine Frau spontan: “War wohl wieder total ueberladen.” War sie nicht. Die genaue Ursache wird auf Anweisung von Praesident Rodrigo Roa Duterte untersucht, aber Faehr-Ungluecke in den Philippinen haben ihre eigene Geschichte.

Benehmen ist Glueckssache – In einem Beitrag auf der Web-Seite eines deutschen Philippinen-Klubs parodiert ein Mitglied eine Entschuldigung fuer einen Eintrag, den der Administrator der Seite offenbar geloescht hat, weil er von Filipinos als beleidigend empfunden werden koennte. In dieser Entschuldigungs-Parodie beleidigt der derart Gemaszregelte die Filipinos dann noch viel mehr. Ich will nicht deutlicher werden, um nicht Behoerden auf diesen “Gast ihres Landes” aufmerksam zu machen.

Mich erinnert das an den Fall eines Thailaenders, Kosin Prasertsri, der Anfang 2015 meinte, in facebook die Filipinos als – ich zitiere das jetzt nur aus dem “Inquirer” vom 6. Mai 2015, das ist nicht meine Meinung – “’pignoys’, ‘low-class slaves’, ‘scums of the Earth’ and ‘useless race in the world’” beschreiben zu koennen. Er meinte, dass nur so im Spasz geschrieben zu haben, allerdings kam der Spasz nicht gut an. Er verlor seine Arbeitsstelle hier, und das BI (Bureau of Immigration) eroeffnete einen Fall gegen ihn als “unerwuenschte Person”. In Haft stellte er nach ein paar Tagen einen Antrag auf freiwillige Deportation, um nicht unbestimmt laenger einzusitzen. Philippinische Gefaengnisse sind keine Hotels, und man hat ihm wohl klar gemacht, dass Auslaender keinen Anspruch auf ein geordnetes Verfahren haben. Das BI kann ziemlich frei verfuegen, wie es mit unerwuenschten Personen umgehen will. Erinnert sei in dem Zusammenhang auch an die im letzten Jahr verstorbene Miriam Defensor-Santiago. Als sie einst als Chefin des BI von einem Auslaender bei einer Presse-Konferenz unterbrochen wurde, fuhr sie ihn an: “Sir, ich erinnere Sie, dass ich als Chef der Einwanderungsbehoerde die Majestaet der Philippinischen Republik repraesentiere. Sie schulden mir Respekt und Hoeflichkeit. Jetzt halt die Klappe, oder ich schlag dir die Zaehne ein!

Ganz bloed ist es, wenn man den Mist nicht bei einer Party mal so sagt und hinterher abstreiten kann, sondern auch noch aufschreibt und in’s Netz stellt. Man erledigt damit praktisch die Ermittlungs-Arbeit des Staats-Anwalts selbst, und tragisch wird das Ganze, wenn man mit einer Filipina verheiratet ist, die dann kein Visum fuer Deutschland bekommt – auf ewig getrennt. Einmal ausgewiesen, gibt es keinen Weg zurueck in die Philippinen.

Aber jeder ist Herr seiner eigenen Dummheit.

Filipinos sind ehrpusselig. Mir ging das auf, als ich einmal bei einem Spaziergang im Viertel meinen namentlich bekannten Nachbarn traf und sagte: “Good morning, Mr. xy.” Er ueberlegte wirklich, ob er das akzeptieren konnte, bevor er mit “Good morning, Sir!” den Grusz erwiderte. Seither gruesze ich auch stets korrekt mit “Good morning, Sir!

Filipinos sind Damen und Herren, nichts sonst, und als Gast sollte man das wissen.



 

Gemaesz “ManilaBulletin”, “ManilaStandard”, “ManilaTimes”, “Wikipedia”, “Inquirer” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Hier ist nichts zu kopieren!