…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 08. Dezember 2017

 

Dengvaxia – Fuer Rigoberto Tiglao ist klar, auch wenn er das in seiner Kolumne in “The Manila Times” noch mit dem journalistischen Fragezeichen versieht, dass der Kauf des Dengue-Impfstoffes durch Ex-Praesident Benigno Aquino der schlimmste Korruptions-Fall aller Zeiten ist. Er wiederholt aus seiner letzten Kolumne, die ich vergangenen Montag referierte, und fuegt dem hinzu:

Zum einen gab es keine oeffentliche Ausschreibung fuer den Kauf, was gegen das Gesetz verstoeszt.

Zum anderen gibt es keinen Beleg, wie das Geld an Sanofi ging, was Tiglao besonders fuchst, dem das “Follow the money!” Leitsatz seiner Untersuchungen ist. Er fand nur einen Hinweis in “GMANews”, dass die damalige Gesundheits-Ministerin Janette Garin sagte, Aquino habe einen Discount von 34 Prozent erhalten. “Wirklich?…” fragt Tiglao, “…Oder war Garin verwirrt, dass die 34 Prozent tatsaechlich die Provision waren?

Und schlieszlich verweist Tiglao darauf, dass Korruption bei Sanofi Tradition hat. 2013 wurden zwei Mitarbeiter der Firma in einem anderen Fall in Deutschland genau aus solchen Gruenden zur Zahlung von 39 Mio Dollar verdonnert.

Tiglao schlieszt: “War Aquino wirklich so verzweifelt groszes Geld zu machen in den ‘letzten zwei Minuten’ seines Regimes, dass er Leben und Gesundheit von 730.000 philippinischen Kindern auf’s Spiel setzte? Die einzig andere Erklaerung ist, dass er nur sturzdumm ist und von Sanofi an der Nase herumgefuehrt wurde.

Die inhaftierte Senatorin Leila de Lima kritisierte eine Presse-Konferenz, in der Justiz-Minister Vitaliano Aguirre und der Vorsitzende der VACC (Voluteers Against Crime and Corruption) Dante Jimenez sich zu dem Fall “Dengvaxia” aeuszerten und meinte: “Was komisch bei dieser Presse-Konferenz war, ist dass nicht ein oeffentlicher Gesundheits-Experte oder Offizieller des DoH [Department of Health] anwesend war, die wissenschaftliche Verlaesslichkeit der anekdotischen Daten dieser Clowns zu bestaetigen.

Hier beginnt bereits die Gelbe Verteidigung: erstmal alles anzweifeln und den Gegner runtermachen. Ich fand es viel komischer, dass bei all dem medialen Getoese, mit dem das Thema derzeit behandelt wird, man nicht auch nur einen Piepser von Benigno Aquino gehoert hat.

Neben der Kolumne von Tiglao ist ein Archiv-Bild von Aquino und Garin, die sich unterhalten. Das ist mit der Frage unterschrieben: “Wird sie ihn unter den Bus werfen um ihre eigene Haut zu retten?

Wir werden es sehen. Senatorin Grace Poe hat eine Untersuchung der Angelegenheit durch den Senat beantragt.



Das Kriegsrecht in Mindanao… – …wird wohl um ein Jahr verlaengert. Entsprechende Vorschlaege wurden von PNP [Philippine National Police] und AFP [Armed Forces of the Philippines] an Praesident Rodrigo Roa Duterte gerichtet. Bei den Mehrheiten im Kongress sollte das kein Problem sein, da ja auch die NPA [New People’s Army] sich mit ihren Scharmuetzeln und Ueberfaellen alle Muehe gibt zu beweisen, wie noetig das ist.

Praesident Duterte sieht inzwischen auch, dass sein Ansatz Frieden mit den Kommunisten zu schlieszen, ein Griff in’s Klo war. Vor Militaer sagte er gestern in Malacañang: “Ich hab zu viel zu schnell gegeben. Ich weisz, einige Offizielle bei Polizei und Militaer haben Vorbehalte gegen mich. Ihr wisst, ich hab fast 32 entlassen.” Das bereut er nun.

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “PhilStar”, “ManilaBulletin” u.a

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.