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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 15. November 2017

 

Ziemlich vollmundig klang… – …der kanadische Premier Justin Trudeau beim Presse-Treffen nach seinem Gespraech mit Praesident Rodrigo Roa Duterte: “Ich habe die Menschenrechte erwaehnt, Recht und Gesetz und besonders die auszergerichtlichen Toetungen, ein Gegenstand mit dem sich Kanada befasst. Und wir haben ihm die Bedeutung gesetzlichen Vorgehens aufgezeigt, unsere Unterstuetzung angeboten als Freunde, wie Kanada dabei helfen kann. … Ich werde das [die Menschenrechte] stets zur Sprache bringen. Der Praesident war empfaenglich fuer meine Kommentare und es war ein sehr herzlicher und positiver Austausch.

Ich habe gestern abend TV geschaut mit meiner Frau, weil wir auf die Abschluss-Show warteten, die dann leider nicht kam, weil die Verhandlungen zu lange dauerten. Dafuer sah ich aber sehr spaet das Presse-Treffen mit Praesident Duterte, als meine Frau schon auf dem Sofa eingeschlafen war. Eine Journalistin von “CNNPhil” sprach Duterte auf die Aeuszerung des kanadischen Premiers an.



Duterte: “Wissen Sie, ich wurde vom philippinischen Volk gewaehlt. Ich antworte auch nur dem philippinischen Volk. Und den anderen habe ich gesagt, was ist mit dem Recht angehoert zu werden passiert? Ich hab ihm gesagt,’muessen Sie sich nicht auch darueber wundern?’ Was die vorbringen ist nur ‘auszergerichtliche Toetungen’, aber sie koennen nicht darlegen, was wann und wie geschehen ist. … Ich werde nichts erklaeren. Das ist eine persoenliche und offizielle Beleidigung. Deshalb hoeren Sie mich Schimpfworte und Flueche ausstoszen, und dass ich Ochsenkot sage, und all das. Es aergert mich, wenn du ein Auslaender bist. Du weiszt nicht, was in diesem Land los ist. Du untersuchst nichts.

Der Praesident lief zu Hochform auf, als danach ein Journalist von “PhilStar” meinte, da weiter bohren zu muessen. Duterte verfiel in die uebliche Rede, die ich letzten Freitag kurz geschildert habe, was ich hier nicht wiederholen muss, und es kam wieder der UN-Bericht zur Gefaehrlichkeit von Drogen, den auszer ihm kein Mensch auf der Welt gelesen hat, besonders nicht Journalisten, denen er die Lektuere des Berichtes dann auch gleich empfahl.

Er haette vermutlich noch laenger geschimpft, doch er entschuldigte sich, es war schon nach zehn Uhr abends, er sei seit sechzehn Stunden auf den Beinen und habe noch ein Gespraech mit Jacinda Ardern, Premier-Ministerin von Neuseeland, – “alle wollen Zweier-Gespraeche” – und die koenne er nicht mehr laenger warten lassen.

Eher kleinlaut… – …klang Premier Trudeau, als er sich vor der Presse zu dem Muell aeuszerte, den eine kanadische Firma 2013 unter falscher Deklaration in die Philippinen schickte, und der seither hier in ‘zig Containern in der Gegend rumsteht. Aber da gibt es Probleme: “Wir haben legale Barrieren und Einschraenkungen, die uns hindern, das zurueck zu nehmen. Diese Regeln und Einschraenkungen wurden nicht angesprochen. Daher ist es theoretisch unmoeglich, das zurueck zu holen. Da gibt es eine Reihe Fragen, wer zahlt das, wer ist finanziell verantwortlich. Das war ein Handels-Geschaeft. Die Regierung war nicht involviert.

Ach, so ist das! Den eigenen Muell dem Nachbarn in den Garten werfen, und dann rumerzaehlen, was fuer unordentliche Leute das sind?



Wie misst man Erfolg? – Bei der Abschluss-Veranstaltung schuettelten sich alle Teilnehmer die Haende und beglueckwuenschten sich zu dem Erfolg. Was sollten sie auch sonst tun? Sie wuerden zu Hause verpruegelt, wenn sie das Wort “Misserfolg” in den Mund nehmen. Der Leitartikel der “Manila Times” sieht einen Erfolg schon darin, dass man von der Opposition aber auch gar nichts gehoert hat, was Duterte alles falsch gemacht haette.

Es kann sein, dass dem Leitartikler die Anmerkung der inhaftierten Senatorin Leila de Lima zum Beschluss des Gipfels, mit China ueber den Code of Conduct im Suedchinesischen Meer zu reden, zum Zeitpunkt des Schreibens unbekannt war. De Lima: “Die AFP [Armed Forces of the Philippines] sollte Notiz nehmen, dass ihr Oberster Befehlshaber sich rasch zu dem sprichwoertlichen Mandschurischen Kandidaten entwickelt, wenn er das nicht schon ist. Seit wann nimmt die AFP Befehle entgegen, die von den Generalen der Volks-Befreiungs-Armee herausgegeben werden?

Als “Mandschurische Kandidaten” werden nach dem Film mit Denzel Washington aus dem Jahr 2004 Leute bezeichnet, die per Gehirnwaesche zu Feinden “umgedreht” wurden.

Es kann sein, dass in der Enge der Haft das eigene Hirn sich schon mal Spruenge und Huepfer erlaubt, die es sich bei freier Sicht wohl versagt haette, aber ich will beim Thema bleiben, und der Wirklichkeit gefasst ins Auge sehen:

Zwei Handvoll kleinere Staaten der Dritten Welt treffen sich zu ein paar Gespraechen, und die Groszen der Welt sind alle gekommen um dabei zu sein und mitzureden: die USA, China, Russland, Japan, Australien, Indien, die EU und die UN war auch dabei – wenn das kein Erfolg ist.

Und was kam dabei raus?

Ich will jetzt die Vertraege und Abkommen nicht aufzaehlen, da muesste ich mir erstmal selbst eine Uebersicht verschaffen. Aber Praesident Duterte hat in eben dem Presse-Treffen, bevor er nach provokativen Fragen dem Rest der Welt die Menschenrechte um die Ohren gehauen hat, die erste Frage eines Journalisten in diese Richtung so beantwortet: “Die Haelfte der Zeit haben wir ueber internationalen Terrorismus geredet.

Das ist das Thema No.1, das uns auch in Zukunft nicht loslassen wird.

Gemaesz “PTV”, “CNNPhil”, “EagleNews/Net25”, “GMANews”, “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “PhilStar”, “ManilaStandard” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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